Guggekonzärt

Am Guggekonzärt übernehmen die wilden Tanzwütigen die Stadt

Wenn die Piccolos pausieren, sagen die Bläser und Perkussionisten, wo es an der Basler Fasnacht langgeht: Am Guggekonzärt wird geschränzt, getanzt und getorkelt – zu den Klängen amerikanischer Punkbands und deutscher Schlager.

Wenn es am Zyyschdig der drey scheenschte Dääg langsam eindunkelt, übernehmen jene das Fasnachtszepter, die sich tags zuvor während des Morgestraich und des Cortège noch zurückhalten mussten: die wilden, tanzwütigen Guggenmusiken. Die Cliquen pausieren und überlassen das Feld bereitwillig den Schränzern, die umso mehr gewillt sind, ihren Abend unvergesslich zu machen. Die Bühnen, die für die Guggenkonzerte auf dem Markt-, dem Barfüsser- und dem Claraplatz aufgestellt werden, strahlen etwas Verpflichtendes aus: Guggen, unterhaltet das Volk!

Denn darauf wartet es. Ungeduldig trippeln die Leute bereits auf dem Marktplatz, während die Formationen noch auf dem Gugge-Sternmarsch durch Basel ziehen. Um halb acht gibts schliesslich kein Durchkommen mehr. Zu majestätischen Trommelwirbeln entern die Krach-Schnygge die Bühne. Während sich der Guggemajor vor dem sich mit Bierdosen zuprostenden Publikum verneigt, stimmen seine Bläser das erste Lied an.

Gugge sind Fans von Punkmusik

Ab diesem Moment ist es um Basel geschehen. Die ganze Stadt bewegt sich zu den Melodien der scheppernden Bläser und der wirbligen Perkussionisten, die ihre Trommelfelle bearbeiten, als hätten sie acht Arme. Grosszügig bedienen sich die Gugge bei den eindringlichsten Melodien der Schlager- und Popwelt der vergangenen 50 Jahre. Besonders beliebt: die Lieder von Punkrockbands. Die Räpplischpalter erweisen sich als Fans von den «Toten Hosen» – zwei von drei ihrer energetisch vorgetragenen Liedern stammen von den Deutschpunk-Legenden aus Düsseldorf. Die Chaoten schauen dafür nach Amerika und spielten Lieder von «Green Day» und «The Offspring».

Aber auf auch die alten Guggeklassiker wie «In the Jungle» oder «Major Tom» muss man nicht lange warten. Die Guggen sind eben Rampensäue, die dem Volk geben, was es verlangt. Bald liegen sich stopfwütige Binggis, torkelnde Waggis, Handyfotografen mit Räppli in den Haaren und angesäuselte Jugendliche in den Armen. Die wilden Tanzwütigen haben die Stadt übernommen und geben sie stundenlang nicht mehr her.

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