Halle-Gässle
Abschied: Die Muba ist Geschichte – in ihren letzten Stunden wurde ordentlich geschränzt

Rahel Koerfgen
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Und plötzlich war Daniel Nussbaumer ein paar Köpfe grösser. Auf den Schultern von Basel-Tattoo-Produzent Erik Juillard, über der Menge thronend, begann er, mit dem Stock zu schwingen: «Wettstaimarsch, vorwärts, marsch!» Dass ein Muba-Chef inmitten zahlreicher Guggen und Cliquen, inmitten einer sagenhaften Druggede diesen Spruch ausruft, kam in der Geschichte der Messe noch nie vor. Und wird auch nie mehr; ab heute ist sie definitiv Geschichte, die Mustermesse.

Die Szene spielte sich am Samstag Schlag 17 Uhr vor der Showbühne in der Rundhofhalle ab, und sie markierte das Schlussbouquet des Hallen-Gässle, den Abschied der Fasnacht von der Muba.

Zwei Stunden zuvor enterten die Fasnächtler – alle in Vollmontur – die Rundhofhalle. Über 600 Personen und deutlich über 30 Formationen hätten schlussendlich mitgemacht und seien trotz Prachtswetter zwei Stunden lang durch die Gänge spaziert, sagte Muba-Sprecherin Sabrina Oberländer nicht ohne Stolz.

Sie hatte Grund dazu: Die Muba-Organisatoren, sie wurden belächelt, ja auch einmal mehr kritisiert, für die Idee, dass die Fasnacht zur Dernière die Muba beehren sollte. Tatsächlich meldeten sich zu Beginn nur wenige Cliquen und Guggen an, dann aber zog’s markant an. Cliquen wie Breo, CCB, Lälli oder die Wettstai sowie Guggen wie die Schänzli Fäger oder die Grunz Gaischter liessen es sich nicht nehmen, der Muba ein Ständchen zu spielen.

Hallegässle
21 Bilder
MUBA, Hallegässle, Schänzli-Fäger
MUBA, Hallegässle, Schänzli-Fäger
MUBA, Hallegässle, Schänzli-Fäger
MUBA, Hallegässle, Schänzli-Fäger
MUBA, Hallegässle, Wettstai-Clique
MUBA, Hallegässle, Wettstai-Clique
MUBA, Hallegässle. E Rollträppe isch au e Waggis-Waage.
MUBA, Hallegässle
MUBA, Hallegässle
MUBA, Hallegässle
MUBA, Hallegässle
MUBA, Hallegässle
MUBA, Hallegässle
MUBA, Hallegässle
MUBA, Hallegässle
MUBA, Hallegässle
HMUBA, Hallegässle
MUBA, Hallegässle
MUBA, Hallegässle
MUBA, Hallegässle

Hallegässle

Roland Schmid

Und so herrschte an dieser Premiere zur Dernière besonders in der Eingangshalle eine Druggede, als sich die Formationen einen Weg durch die Menge bahnten, und, vorbei an Gartenmöbeln, Teslas und Birchermüsli-Ständen, pfiffen, trommelten und ohrenbetäubend laut schränzten. Ein ungewohntes, fast schon groteskes, aber auch reizvolles Bild – oder haben Sie schon mal eine Waggis-Gruppe auf einer Rolltreppe gesehen?

Jedenfalls fanden’s die meisten Besucher und Aussteller ganz famos, etwa eine Dame von Möbel Märki: «Trotz der Lautstärke ist das eine tolle Sache und hat noch mehr Leute angezogen als an einem normalen Messetag. Schade, ist man nicht früher auf die Idee des Hallen-Gässle gekommen.»

Auch der Messeplatz und der Rundhof füllten sich rasch mit Cliquen und Guggen – vielen wurde es in den engen Gängen und unter der Larve drinnen rasch zu warm, und sie zogen das Freiluftspiel vor. Doch um 17 Uhr liessen es sich die meisten nicht nehmen, um zum Wettstaimarsch nochmals drinnen einzustehen. Bei der Showbühne, angeführt von Daniel Nussbaumer. Da blieb kein Auge trocken: Aadie, liebschti Muba.

Muba-Vorhang ist gefallen

Grossaufmarsch zur Derniere

Die 103. und letzte Muba schloss mehr als versöhnlich. Sabrina Oberländer, Muba-Kommunikationsleiterin, fasste das gestern Abend so in Worte: «Insgesamt zählte die Messe knapp eine Viertelmillion Besucher. Das ist ein tolles Ergebnis zur Derniere und zeigt deutlich, wie stark verankert die Muba war.» Der rund doppelt so grosse Aufmarsch wie letztes Jahr – exakt waren es 236'619 Besucher – war auch dem diesjährigen Gratiseintritt zu verdanken. Den Schlussakt von gestern Nachmittag organisierten die Kirchen beider Basel. Dazu gehörten Dudelsackklänge, Worte von Industriepfarrer Martin Dürr und die offizielle Übergabe des Muba-Gästebuchs an das Historische Museum Basel. Pipes und Drums läuteten schliesslich das Ende aus. (hi)

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