Unglück
Abgestürztes Flugzeug gehörte zu einem Basler Aviatik-Club

Nach dem Absturz einer kleinen Maschine mit einem Todesopfer werden weitere Details bekannt. Das Flugzeug, welches seine Stationierung in Basel-Mulhouse hatte, war auf dem Rückflug aus Nürnberg. Französische Behörden klären derzeit die Unfallursache ab.

Benjamin Rosch und Mark Walther
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Feuerwehrfahrzeuge sind nach der Löschaktion von einem Schaumteppich umgeben.

Feuerwehrfahrzeuge sind nach der Löschaktion von einem Schaumteppich umgeben.

KEYSTONE

Einen Tag nach dem tödlichen Unglück am Basler Euro-Airport steht fest, dass das Kleinflugzeug vom Typ Piper Seneca II auf den Basler Aviatik-Verein Twin Flyer Club registriert und in Basel-Mulhouse stationiert war. Dies lässt sich aufgrund der Immatrikulation des kleinen Fliegers nachvollziehen. Offenbar ist das Flugzeug am Mittwoch nach Nürnberg geflogen und wollte gleichentags wieder zurückkehren.

Was zum Absturz geführt hat, ist unklar und wird derzeit von den französischen Behörden untersucht. «Sicher hat das Wetter eine Rolle gespielt», sagt Hansruedi Koch, Geschäftsführer der Motorfluggruppe Basel. Es kann sein, dass sich der verunfallte Pilot zum Durchstarten entschieden hat. «Bei Flugzeugen dieses Typs ist zwar ein Anflug basierend nur auf Instrumenten möglich. Für das Landen aber muss der Pilot die Piste sehen», sagt Koch. Es ist gut möglich, dass er wegen des Nebels sich nicht für die Landung entschieden hat. «Für diese Entscheidung gibt es eine Minimalhöhe», sagt Koch.

Möglicherweise habe der Pilot diese Entscheidung zu spät getroffen und die Landebahn beim Durchstarten touchiert, sagt Patrick Huber, Chefredaktor des Aviatikmagazins «Cockpit». Auch das sei aber Spekulation. Gemäss Huber ist Durchstarten weder unüblich noch gefährlich. Es sei ein Routinemanöver, das die Piloten im Simulator übten; er vergleicht es mit dem Korrekturschwung beim Seitwärtsparkieren. Nach einem Durchstartemanöver bei dichtem Nebel steuert der Pilot in der Regel einen alternativen Flughafen an. Laut Huber zieht der Pilot in der Flugvorbereitung dieses Szenario in Betracht und tankt entsprechend genug Kerosin, um im Notfall den Ausweichflughafen zu erreichen. Weil der Flughafen Zürich häufig von Nebel umgeben ist, planten die Piloten mit Basel als Alternative, sagt Huber. Der Euro-Airport gilt bei Fliegern als Flugplatz ohne erschwerende Bedingungen. Das aktuell vorherrschende Wetter ist zudem nicht unüblich. Dennoch: Die Piloten der Basler Motorfluggruppe starten bei diesem Wetter nicht. Sie fliegen lediglich bei guten Sichtverhältnissen.

Medienberichten zufolge soll die Maschine beim Absturz ein wartendes Passagierflugzeug der British Airways in gefährlicher Distanz überflogen haben. Auf sozialen Netzwerken berichten insbesondere heimreisende Arsenal-Fans von diesem Erlebnis, das aber nicht verifiziert werden kann. Der «Blick» veröffentlichte am Donnerstag ein Foto, auf dem das brennende Wrack zu sehen sein soll.

War der Pilot allein unterwegs?

Nach wie vor unklar ist, ob der Pilot allein unterwegs war. Euro-Airport-Sprecherin Vivienne Gaskell liess auf eine Anfrage der bz verlauten: «Laut den Behörden ist mindestens ein Opfer zu bedauern.» Mehrere Aviatik-Portale schrieben am Donnerstag, dass die Propellermaschine zwei Personen transportiert habe.

In einer bereits wenige Stunden nach dem Unglück verbreiteten Mitteilung werden zudem die kurzfristigen Folgen für die Fluggäste ausgeführt: «Die Pistenschliessung hatte Auswirkungen auf rund zwanzig Flüge im Anflug; einige hiervon wurden auf andere Flughäfen wie Genf, Strassburg und Zürich umgeleitet.» Beim Abflug waren ebenfalls rund zwanzig Flüge betroffen. Diese wurden entweder annulliert oder auf den Donnerstag umprogrammiert, heisst es.

Ursprünglich war von einem Basler Flugschüler die Rede, diese Meldung hat der Flughafen inzwischen aber korrigiert.