Geldgeber

Aargau, Solothurn und Jura sollen für Uni-Kinderspital bezahlen

Eine Pädagogin im Kinderspital: Künftig bekommt sie ihren Lohn nicht mehr nur von den Trägerkantonen des UKBB.

Eine Pädagogin im Kinderspital: Künftig bekommt sie ihren Lohn nicht mehr nur von den Trägerkantonen des UKBB.

Bisher bezahlen nur die beiden Trägerkantone Basel und Baselland für die gemeinwirtschaftlichen Leistungen, die das Universitäts-Kinderspital (UKBB) erbringt. Künftig soll sich das ändern und auch die Kantone Solothurn, Aargau und Jura bezahlen.

Das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) floriert: 2012, im ersten Jahr nach Einführung der neuen Spitalfinanzierung, wurden fast 50'000 Kinder ambulant behandelt. Das ist eine Zunahme von knapp 5 Prozent.

An der Bilanzmedienkonferenz der vergangenen Woche wollte man doch nicht ganz zufrieden sein. Sollten die Basisraten, die für die Höhe der Einnahmen bei stationären Eingriffen massgeblich sind, sinken, drohe ein strukturelles Defizit.

Bisher zahlen nur die Trägerkantone

Beim Jammern und Hoffen will es das UKBB aber nicht belassen – stattdessen sucht man neue Wege, um die Rechnung künftig positiv zu gestalten. Wie der Direktor Conrad Müller gegenüber der bz bestätigt, steht das Kinderspital in Verhandlungen mit den Kantonen Aargau, Jura und Solothurn. Es geht um die Abgeltung gemeinwirtschaftlicher Leistungen, für welche bisher lediglich die Trägerkantone, also die beiden Basel, aufkommen. Hierfür bezahlten sie im letzten Jahr insgesamt 15 Millionen Franken.

Als «gemeinwirtschaftlich» werden jene Leistungen bezeichnet, welche nicht zulasten der Krankenversicherung gehen dürfen – etwa für Forschung und Lehre oder die Aufrechterhaltung von Spitalkapazitäten aus regionalpolitischen Überlegungen. Müller schwebt vor, dass die Kantone sich «anteilmässig» beteiligen.

Der Fokus der Verhandlungen mit Solothurn, Aargau und Jura liegt zunächst bei der Abgeltung für die Dienste der Spitalpädagogen und Lehrer, die im UKBB tätig sind. Bei längeren Spitalaufenthalten haben die Kinder Anrecht auf Schulunterricht. Müller sieht die Nachbarkantone finanziell in der Pflicht, weil «viele Kinder aus dem Fricktal sowie aus dem nördlichen Teil des Kantons Jura» kommen.

«Wäre ein wichtiges Zeichen»

Im UKBB werden momentan 20 Kinder unterrichtet. Vier Spitalpädagoginnen sind angestellt und drei Lehrerinnen sind für den Unterricht von Kindern zuständig, welche einen längeren Spitalaufenthalt haben. Ein Team von vier Pädagoginnen für Werken, Spielen und Gestalten komplettiert das Unterrichtsteam.

Die Spitalpädagogen belegen insgesamt 340 Stellenprozente, die Spitalschule 170. Gemäss Sandra Soland, Kommunikationsbeauftragte des UKBB, beliefen sich die Vollkosten in den vergangenen Jahren jeweils auf eine Million Franken. Für den Verwaltungsratspräsidenten Manfred Manser ist dieses «mittelfristige, nicht vordringliche» Projekt der Beteiligung der umliegenden Kantone weniger aus finanziellen Überlegungen wichtig. «Es geht nicht um besonders viel Geld. Aber es wäre ein wichtiges Zeichen, dass nicht nur die Trägerkantone für die gemeinwirtschaftlichen Leistungen aufkommen.»

Erziehungsdirektoren verhandeln

Sowohl der Kanton Aargau als auch der Kanton Solothurn signalisieren ein Entgegenkommen. Darüber hinaus wird sich die Schweizerische Erziehungsdirektorenkonferenz in den nächsten Monaten dem Thema Spitalunterricht widmen, das mit der neuen Spitalfinanzierung auf den Tisch kam.

Kurt Rufer vom solothurnischen Volksschulamt macht dem UKBB zudem Hoffnung, dass es nicht bis zum Abschluss der Verhandlungen auf Zahlungen aus Solothurn warten muss. «Wir stehen bereits heute in Kontakt, um die Modalitäten, das heisst die Finanzierung, zu regeln, bis eine schweizerische Lösung installiert wird.» Rufer erwartet für seinen Kanton Kosten von 75'000 bis 150'000 Franken. Im Kanton Aargau will man indes erst die Verhandlungsergebnisse der Erziehungsdirektorenkonferenz abwarten.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1