Die Fondation Beyeler erwartet demnächst den 7-millionsten Besucher. Das sind die Dimensionen, in denen sich das erfolgreichste Kunstmuseum der Schweiz bewegt. Um Millionen geht es auch beim Zukunftsprojekt, dem Erweiterungsbau. Um einen Millionenbau, der das Museum räumlich erweitert, der mehr Platz schafft, nicht nur für die Kunst, sondern auch für Veranstaltungen und fürs Verweilen.

Vor einem Jahr präsentierte Museumsdirektor Sam Keller das Siegerprojekt eines Architekturwettbewerbs. Peter Zumthor setzte sich mit seiner Idee von drei Bauten durch, die in die Natur eingebettet werden: Im südlichen Teil des Areals soll ein Pavillon, ein Haus für Kunst sowie ein Servicehaus für Administration und Verwaltung entstehen. Das Land dafür gehört der Fondation Beyeler, sie hat den bislang privaten Iselin-Weber Park erworben und möchte ihn künftig tagsüber der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Unterirdische Anlieferung der Kunstwerke

Der Park grenzt an den Bachtelenweg, liegt also nur wenige Schritte vom Restaurant Berower Park und der Fondation Beyeler entfernt. Beide Museumsgebäude werden durch einen kurzen Spaziergang zu erreichen sein, als zentraler Verbindungspunkt dient der neue Pavillon. Dieser soll zur Erholung wie auch Unterhaltung genutzt werden. Veranstaltungen wie Konzerte oder Talks werden im Pavillon stattfinden. Die Bilderanlieferung für den Neubau erfolgt via Administrationsgebäude, welches durch einen unterirdischen Gang mit dem Haus für Kunst verbunden sein wird.

In den vergangenen Monaten hat die Fondation Beyeler das Siegerprojekt den Behörden vorgestellt, von der Ortsbildkommission bis zum Denkmalschutz. Auch die betroffenen Anwohner wurden kontaktiert und informiert. «Wir wollten möglichst alle einbeziehen», sagt Sam Keller. Mögliche Knackpunkte sollten vor der Baueingabe geklärt werden. Nur Details mussten justiert werden.

Der Pavillon wird etwas kleiner als geplant (Kapazität nun eher 200 denn 300 Personen), er erhält ein leichteres, angehobenes Dach, das einen Durchblick in die Natur ermöglicht.
Dann habe man auch sichergestellt, dass die beiden Pärke zu einer Einheit werden, ohne dass die historische Wegverbindung vom Riehener Dorfkern in die Langen Erlen beeinträchtigt werde. «Der Weg soll weiterhin auch von Spaziergängern, Bauern, Anwohnern oder von Rettungsfahrzeugen genutzt werden können», sagt Keller.

Hinzugekommen sei zudem ein kleiner Holzschopf im Park, worin man Container versorgen könne. «Vielleicht der kleinste Zumthor-Bau», scherzt Sam Keller bei der Präsentation des neuen Modells in einem der Häuser am Bachtelenweg. Die Fondation hat diese Bauten aus den 1950er-Jahren bereits erworben. Sie sollen bei Baubeginn abgerissen werden und Raum schaffen. Für die Umgestaltung werden am Bachtelenweg auch einige Bäume gefällt.

Der Riehener Gemeinderat hat am 8. Mai grünes Licht gegeben, ab heute liegt das Baubegehren auf.

Rechnet Keller mit Einsprachen? «Das kann es immer geben. Aber wir haben versucht, von Anfang an alle Behörden und Anwohner miteinzubeziehen. Die Signale sind bislang alle positiv. Als wir zu einem Tag der offenen Tür in den privaten Park luden, kam ein Zehntel der Riehener Bevölkerung.»

Die alten Bäume im Iselin-Weber-Park werden übrigens alle stehen bleiben. Das war eine Verkaufsbedingung der früheren Besitzerin.

Rund 60 Millionen Franken beisammen

Nach dem generellen Baubegehren kommt das Projekt vor den Einwohnerrat, im Jahr 2019 dürfte dann das Baugesuch folgen. Und wie steht es um die Finanzierung? Rund zwei Drittel der angestrebten Summe von total 100 Millionen Franken seien dank Spenden von Mäzenaten beisammen, sagt Sam Keller. In dieser Summe sind nicht nur die Bau-, sondern auch die Betriebskosten für die ersten zehn Jahre enthalten. «Wir möchten Kosten für Betrieb, Unterhalt und Programm der Erweiterung sicherstellen und so die gesunde Finanzierung der Fondation Beyeler beibehalten können», sagt Keller. «Wenn wir im nächsten Jahr das Baugesuch eingeben können, möchten wir auch die restlichen Mittel zusammen haben. Aber wir müssen noch einen grossen Weg gehen und brauchen weitere Förderer.»