Basel
«Einfach, weil man wieder kann»: Hunderte Shoppinglustige in der Innenstadt

Seit Montagmorgen sind die Läden in Basel wieder geöffnet. Das wollten sich viele Baslerinnen und Basler nicht entgehen lassen und nahmen auch Schlangestehen in Kauf.

Silvana Schreier
Merken
Drucken
Teilen

Schlange stehen vor den grossen Modeketten: Etliche Baslerinnen und Basler wollten den ersten Tag mit geöffneten Läden nicht verpassen.

Keystone/SDA

Eine junge Frau betritt die Filiale einer grossen Modekette. Weisse Jeans, hellblaue Frühlingsjacke, die Sonnenbrille auf dem Kopf. Sie tanzt – von der Musik, die aus den Lautsprechern im Laden tönt, untermalt. Vielleicht aus Freude, weil sie wieder shoppen kann.

So ist es am Montag in der Basler Innenstadt vielen ergangen. Endlich, die Kleiderläden, Buchhandlungen und Schuhgeschäfte sind wieder geöffnet. Zusammen mit dem strahlend blauen Himmel, den angenehmen Temperaturen und der Sonne lockt der erste Lockerungstag etliche Baslerinnen und Basler in die Einkaufsstrassen. Das führt zu langen Schlangen. Und das Abstandhalten in den Fussgängerzonen ist oftmals nicht mehr möglich. Immerhin: Die meisten tragen eine Schutzmaske.

Lieber im Laden als online

Wanja Bürgin kaufte sich eine Sporthose.

Wanja Bürgin kaufte sich eine Sporthose.

Nicole Nars-Zimmer

So auch Wanja Bürgin aus Basel. Der junge Mann spaziert mit einer roten Ochsner-Sport-Tasche durch die Gerbergasse. «Ich habe mir eine Sporthose gekauft», sagt er und wirft einen prüfenden Blick in den Plastiksack. Er habe zu Weihnachten einen Gutschein erhalten und diesen nun endlich einlösen können.

Noch sind die neuen Turnschuhe weiss.

Noch sind die neuen Turnschuhe weiss.

Nicole Nars-Zimmer

Auch Carina de Vita ist am Montagnachmittag auf Shoppingtour – begleitet wird sie von ihrer Mutter. Warum sie unterwegs seien? «Einfach, weil man wieder kann. Ich kaufte mir Schuhe und Sportsachen, weil man auch endlich wieder trainieren darf», sagt die junge Frau aus Rheinfelden. Noch verstaut sie die weissen Turnschuhe vorsichtshalber lieber in der Papiertüte. Während des Lockdowns habe sie auch viel online eingekauft.

«Aber das ist mühsamer, weil man oft Dinge wieder zurückschicken muss, wenn sie nicht passen.»

Christina Schlatter und ihr Mann nutzen den frühlingshaften Tag für einen Ausflug nach Basel. Eigentlich wohnen sie im solothurnischen Niedergösgen. In den vergangenen Monaten verbrachten sie nur wenig Zeit an anderen Orten.

Den Ausflug für Shopping genutzt: «Es ist alles so stark heruntergesetzt», sagt Christina Schlatter.

Den Ausflug für Shopping genutzt: «Es ist alles so stark heruntergesetzt», sagt Christina Schlatter.

Nicole Nars-Zimmer

Nach dem Erkunden der Stadt macht das Ehepaar noch einen Abstecher in einige Modeläden. «Es ist ja alles so stark heruntergesetzt, da musste ich zuschlagen», sagt Christina Schlatter und zeigt drei schwarz-weiss gemusterte Oberteile.

Bücher für die Enkelkinder

Sie kaufte Dekoration für eine Geburtstagsparty.

Sie kaufte Dekoration für eine Geburtstagsparty.

Nicole Nars-Zimmer

Kristi D'Arcy tritt mit zwei gefüllten Einkaufstaschen aus dem Coop Pfauen in der Freien Strasse. Sie stellt die Taschen ab und muss kurz durchatmen. Was sie gekauft habe? «Dekorationsartikel», meint D'Arcy. Am Dienstagabend finde ein Geburtstagsfest statt, dafür habe sie nun eingekauft. Für das Foto zieht sie einen Plastiksack voller farbiger Muscheln und einem Seestern heraus.

«Ich hatte Glück, dass die Läden heute geöffnet haben. Sonst hätte ich keine Dekoration gehabt.»

Sascha Nikitin kommt mit einer Tasche voller Bücher die Freie Strasse hinunter. Endlich hätten die Buchhandlungen wieder geöffnet, meint die ehemalige VIP-Beauftragte der Art Basel. Für einen Enkel kaufte Nikitin ein Buch von «Die drei ???». «Ich will ihn zum Lesen animieren, darum sollte das Buch nicht zu einfach, aber auch nicht zu schwierig sein.»

Früher war sie als VIP-Botschafterin für die Art Basel unterwegs, am Montag kaufte sie Bücher für ihre Enkel.

Früher war sie als VIP-Botschafterin für die Art Basel unterwegs, am Montag kaufte sie Bücher für ihre Enkel.

Nicole Nars-Zimmer

Für einen älteren Enkel in Zürich besorgte sie sich zwei Bücher zum Französisch lernen. «Wissen Sie», sagt Nikitin, «ich habe ja mal Französisch studiert. Aber das ist lange her.» Um mit ihrem Enkel aber für eine bevorstehende Prüfung lernen zu können, wolle sie sich auf den neusten Stand bringen.

Lange Schlangen und hüpfende Kinder

Auch Familien nutzen den Tag, um sich mit neuem Spielzeug einzudecken. Die Transportfächer mehrere Kinderwagen sind mit Einkaufstaschen gefüllt. Eine Mutter schleppt eine riesige Schachtel mit einem Playmobil-Prinzessinnenschloss durch die Gerbergasse, während die Tochter und der jüngere Sohn neben ihr durch die Fussgängerzone hüpfen.