Osttangenten

Anwohner haben genug vom Lärm: Basel-Stadt soll Überdeckelung des Autobahnabschnitts prüfen

Die Osttangente ist eine der grossen Transitachsen Basels.

Die Osttangente ist eine der grossen Transitachsen Basels.

Täglich donnern über 100'000 Fahrzeuge über die Osttangente zwischen dem Basler Quartier Breite und Birsfelden. Viele Menschen entlang der Schwarzwaldallee oder der Baldeggerstrasse hören ihr eigenes Wort kaum, wenn sie die Fenster ihrer Wohnungen offen haben.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat zwar Massnahmen beschlossen, um den Lärm zu reduzieren. Doch die genügen nicht, finden viele Betroffene. Das Astra stützt sich auf die gesetzlichen Mindeststandards. Bei den Lärmberechnungen wird ausser Acht gelassen, dass parallel zur Osttangente eine Bahnlinie verläuft.

Der Bund plant lediglich, auf der Osttangente durchgehend einen lärmmindernden Belag einzubauen und eine drei Meter hohe Lärmschutzwand zu errichten, damit die Lärmschutzwerte auf dem St.Albanweg eingehalten werden. Dem Kanton geht das nicht weit genug. Unter anderem will er Geld beantragen für den Einbau von knapp 2000 Schallschutzfenstern, eine Lärmschutzwand an der Schwarzwaldallee62 sowie eine Lärmdeckelung entlang der Galgenhügelpromenade.

Doch auch das stellt die grossrätliche Umweltkommission nicht zufrieden, wie sie nun in ihrem Bericht festhält. Sie fordert, dass nicht nur die Variante geprüft wird, wonach 260 Meter des Autobahnabschnitts eingehaust werden, sondern ein halber Kilometer. Das würde zwar sehr viel teurer – ein Zusatznutzen könnte aber generiert werden, indem noch eine Fotovoltaikanlage installiert werde, heisst es im Bericht.

Ehemalige SP-Grossrätin will Temposenkungen

Die ehemalige Basler Grossrätin Dominique König-Lüdin (SP) hat sich als frühere Breite-Bewohnerin für Lärmsenkungen eingesetzt. Bis heute sind ihre Forderungen die gleichen. Falls die Regierung sich weiter dagegen sperre, die Kosten für höhere Lärmschutzwände oder die Einhausung des Tunnels einzusetzen, solle sie sich zumindest für Tempo 60 starkmachen.

Bundesbern wehrt sich bisher dagegen: Das Astra stellt sich auf den Standpunkt, dass die «höchste Kapazität» des verkehrsintensiven Autobahnabschnitts bei 80 Kilometern pro Stunde liege. Die Uvek will aber zumindest erreichen, dass für die LKW Tempo 60 eingeführt wird. König-Lüdin fordert nun, dass sich «die Basler Regierung auf die Hinterbeine stellt, um hier Temporeduktionen zu erreichen». Beispiele aus anderen Kantonen hätten gezeigt, dass es Verhandlungsspielraum gebe, wenn die Nationalstrassen durch Wohngebiete verliefen.

Entlastung ist nicht vor 2039 zu erwarten

Vier Millionen Franken beantragt die Uvek, um die Lärmschutzmassnahmen umzusetzen. Die Bewohner werden sich aber in Geduld üben müssen, bis die Massnahmen wirksam werden. Wirkliche Entlastung ist nicht vor 2039 zu erwarten. Frühestens dann soll der Rheintunnel in Betrieb gehen, der einen grossen Teil des Basler Transitverkehrs absorbieren soll. So lange mag Dominique König-Lüdin aber nicht warten. Zudem ist sie überzeugt: «Dieser Tunnel bringt an der Oberfläche kaum Entlastung.»

Meistgesehen

Artboard 1