«Unglaublich, was man von der az alles lernt», sagt Myrta Müller aus Neuenhof zu einer Mitwanderin: «Für mein Abo erhalte ich täglich eine Zeitung und im Sommer gratis dazu auch noch fünf Wochen Wanderfreuden mit vielen Infos.» Wandern bildet. Von Brugg nach Schinznach-Dorf lernt auch SP-Nationalrat Max Chopard viel Neues: So erklärt ihm SVP-Grossrat Jürg Stüssi, dass die alte Berner Herrschaft die Betreiber von Bad Schinznach verpflichtete, die Armen gratis baden zu lassen. Das gefällt dem roten Max.

Max Chopard fährt zum ersten Mal Dampfbahn

Max Chopard fährt zum ersten Mal Dampfbahn

Noch mehr ins Staunen kommt Chopard am Etappenziel bei der Baumschule Zulauf in Schinznach, wo ihm Oli Widmer, Präsident der Baumschulbahn, einen Blick in die Remise gewährt, wo lauter prächtige Schmalspur-Dampflokomotiven aus dem frühen letzten Jahrhundert stehen. «Wow, das sind ja echte Eisenbahnen. Ich dachte immer, das sei irgend so ein kleines Kitschbähnli, das hier rumfährt.» Höchste Eisenbahn für Chopard, endlich in vollen Zügen die 20-minütige Fahrt mit der in Fronarbeit renovierten Loki «Sequoia aus Polen zu geniessen.

Ebenso die Wienerli mit «Härdöpfu-Salat», offeriert von der Baumschule Zulauf, die im Dorf 100 Menschen Arbeit gibt, wie Gemeindeammann Urs Leuthard weiss. Leuthard stammt übrigens nicht nur aus demselben Dorf wie die Bundesrätin, er wurde vor 30 Jahren dort auch von ihrem Vater getraut.

Wanderer stürmen die Baumschulbahn

Wanderer stürmen die Baumschulbahn

Wanderung mit Geschichte

Böse Zungen behaupteten, der aus Baden stammende Schreibende hätte keine Kenntnisse der landschaftlichen Schönheiten rund um Brugg. Mitnichten, denn sowohl die Jurahöhen als auch Aareufer und Aare hatte dieser schon joggender, radelnder und paddelnder Weise oder im Dienst des Vaterlandes kennengelernt. Also ging es beim Marsch von Brugg nach Schinznach vielmehr darum, die Kenntnisse zu erweitern. Der az-Wanderer konnte sich dazu kaum einen besseren Begleiter auswählen als den Historiker und SVP-Grossrat Jürg Stüssi-Lauterburg.

Die Schinznach Bad AG sei mit einem Alter von rund 300 Jahren zweifellos das älteste Unternehmen im Kanton Aargau, erklärte Stüssi. Die 1654 entdeckten Quellen wurden 1690 erst einmal verschüttet, als die Aare mächtig über die Ufer getreten war. Ein Jahr später seien die Berner auf der gegenüberliegenden Seite wieder auf schwefelhaltige Quellen gestossen. Diese lagen aber nicht auf dem Gemeindeboden von Schinznach, sondern von Birrenlauf, wobei das neue Heilbad den Namen Schinznach behielt.

Stüssi wies vergass die Gründung der Helvetischen Gesellschaft im Jahr 1761 selbstverständlich nicht. Der Bahnhof wurde 1858 nach Schinznach-Bad benannt. Weil dies bei der Post zu Verwechslungen führte, benannte man Birrenlauf 1938 offiziell in Schinznach-Bad um, während Schinznach den Zusatz Dorf erhielt.

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