25-Stunden-Wanderung

Diese beiden Freiämter haben keine Angst vor dem Mammutmarsch

Reto Stuber und Martin Häuselmann starten am nächsten Samstag in Küttigen zum 25-Stunden-Hike. KUS

Reto Stuber und Martin Häuselmann starten am nächsten Samstag in Küttigen zum 25-Stunden-Hike. KUS

Am 25-Stunden-Hike vom kommenden Samstag nehmen rund 120 Wanderinnen und Wanderer teil. Zwei davon sind Reto Stuber aus Merenschwand und Martin Häuselmann aus Buttwil. Sie blicken gelassen auf die vielen Kilometer durch den Aargau.

Die Gäste hängen ermattet in den Stühlen des Gartenrestaurants Horben auf dem Lindenberg. Darunter sind Reto Stuber, 36, aus Merenschwand und sein Kollege Martin Häuselmann, 32, aus Buttwil.

Und sie gestehen: Wegen der Hitze sind sie mit dem Auto auf ihren Trainingsberg hochgefahren. Jeweils mittwochs treffen sie sich mit dem Velo auf dem Lindenberg und drehen eine Runde durchs Seetal oder bis in die Innerschweiz.

Am kommenden Samstag, 11. August, müssen sie Sport treiben – Hitze hin oder her. Die beiden haben sich für den 25-Stunden-Hike von Mammut und Aargau Tourismus angemeldet: Um 12 Uhr starten die Teilnehmer in Küttigen und wandern über Staffelegg und Geissfluh nach Aarau, dann über den Böhler nach Gontenschwil, fahren mit dem Schiff von Birrwil nach Meisterschwanden und erreichen schliesslich am Sonntagmittag Seon. Das sind insgesamt 77 Kilometer Distanz, 2000 Höhenmeter rauf und ebenso viele runter.

Sie wissen, was sie erwartet

«Besonders streng stelle ich mir das eigentlich nicht vor», sagt Reto Stuber dazu.

Er weiss, wovon er spricht: Er und Martin Häuselmann haben schon dreimal am Rigimarsch teilgenommen, an dem sie nachts in 11 Stunden immerhin eine Distanz von 50 Kilometern und 1500 Höhenmetern bewältigten. Deshalb finden sie auch: «25 Stunden sind doch zu lange für 77 Kilometer.»

Als Profis ist auch die Ausrüstung klar für sie: Leichte Trekkingschuhe («eingelaufen», das sei extrem wichtig), Energieriegel, etwas zum Trinken und die Regenjacke.

Vielleicht noch einen Gehstock. Nebst einer guten Grundkondition wissen sie auch, dass es vor allem «auf den Kopf» an kommt, ob man die Strecke bewältigen kann, bzw. darauf, dass der Kopf den inneren Schweinehund besiegen könne.

Sie hoffen auf möglichst wenig Asphaltstrassen. «Mit Blasen an den Füssen kann es schon hart werden», sagt Reto Stuber, wobei das für sie kein Grund zum Abbrechen wäre, «und mit der Zeit wird das Gehen eintönig.» Doch eigentlich fänden sie immer genug zum Reden, sagen die beiden, «wirklich langweilig wurde es uns noch nie».

Über das Marschieren in der Nacht machen sie sich nicht viele Gedanken: «Meistens sieht man nachts mehr, als man denkt», sagt Reto Stuber, «auch ohne Lampe.»

Schon 30-mal auf die Rigi

Die beiden sehen wirklich nicht besorgt aus. Erst beim weiteren Nachfragen wird deutlich, warum: Reto Stuber und Martin Häuselmann treffen sich nicht nur meist mittwochs zum Velofahren, sondern auch dienstags nach der Arbeit für einen «Spaziergang» auf die Rigi. Schon rund 30-mal seien sie in den letzten drei Jahren die 800 Höhenmeter von der Seebodenalp auf die Rigi marschiert.

Oben nehmen sie ein Bier, steigen wieder ab und sind um 21 Uhr zu Hause. «Wenn Champions League am Fernsehen läuft, marschieren wir auch mal etwas schneller», sagt Häuselmann.

Weil der 25-Stunden-Hike doch etwas anstrengender wird als ihre übliche Trainingsstrecke, sagen sie: «Den Muskelkater nehmen wir in Kauf.»

Meistgesehen

Artboard 1