Eigenlob stinkt. Deshalb würden wir nie behaupten, dass es irgendeinen Zusammenhang gibt zwischen der Rekordzahl von 266 Wanderern und 12 Hunden und dem Durstlöscher-Zwischenhalt beim AZ Mediencenter in der Telli Aarau.

Die az-Leserwanderer kamen am Donnerstag nicht nur bei der az auf ihre Kosten beziehungsweise zu einem guten Aargauer Bicker-Wein und einem neugierigen Blick in den Newsroom, wo ein Dreikäsehoch von Auslandredaktor Christian Nünlist wissen wollte, wer der nächste amerikanische Präsident wird.

Sie kamen nach Rupperswil, um die für viel Geld herrlich gestaltete Auenlandschaft bis Aarau erstmals zu sehen, wie zum Beispiel az-Verleger Peter Wanner mit seinem Appenzeller Sennenhund Adonis.
Sie kamen aus dem Elfenbeinturm der hohen Politik, um mit dem Volk zu reden, wie Regierungsrat Urs Hofmann, der einer Gewerkschafterin erklärte, wie teuer es heute selbst für eine gut verdienende Mittelstandsfamilie ist, wenn alle Kinder studieren. Ein Student könne da schnell mal das Familien-Budget mit 1600 Franken pro Monat belasten.

Sie kamen, um Natur zu tanken und die alte Heimat zu sehen, wie die höchste Aargauerin Kathrin Scholl, die barfüssig in ihren Sandalen an Biberstein vorbeiwanderte und sagte: «Dort bin ich aufgewachsen. Damals prägte noch keine riesige Terrassensiedlung den Blick aufs Dorf. Damals war alles viel kleiner und jeder kannte jeden. Und weil ich in der Schule das einzige Mädchen mit schwarzen Haaren war, wusste man immer, wenn ich bei Streichen dabei war.»

Ganz viele kamen, um einen Einblick zu bekommen in die sagenhafte Welt der Meyerschen Stollen tief unter der Aarauer Erde. Ein Meisterwerk der Fabrikantenfamilie Meyer, die nicht nur vor 201 Jahren als Erste auf die Jungfrau stiegen und vor 200 Jahren auch als Erste aufs Finsteraarhorn, sondern auch gern tief bohrten, um mit einem schliesslich 1600 Meter langen Stollensystem frisches Wasser für das Färben der Seidenbänder zu generieren.Noch nie wollten so viele Menschen auf einmal am Bahnhof Aarau die Stollen sehen. Experte Marc Griesshammer musste gar zwei zusätzliche Führerinnen aufbieten, um dem Ansturm gerecht zu werden. Danke, Aarau!

Exkursion in den Aarauer Untergrund: Die Meyerschen Stollen

Exkursion in den Aarauer Untergrund: Die Meyerschen Stollen