Range Rover
Zwei Motoren, weniger Verbrauch

Mit einem Diesel-Hybridantrieb kommt der mächtige Range Rover Sport auf erstaunlich tiefe Verbrauchswerte.

Markus Chalilow
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Range Rover Sport Hybrid

Range Rover Sport Hybrid

HO

Auch wenn der «Sport» das kleinere der beiden Range-Rover-Modelle ist, ist es doch immer noch ein mächtiges Automobil. 485 cm lang, satte 207 cm breit und mindestes 2372 kg schwer – der Wagen ist nicht zu übersehen. Die Briten setzen als vierter Hersteller neben Citroën, Peugeot und Volvo auf die Kombination aus Diesel- und Elektromotor. In unserem Testwagen war ein V6-Diesel mit einer Leistung von 292 PS verbaut, dazu gesellt sich ein Elektromotor mit 35 kW (48 PS) – das ergibt eine Systemleistung von 340 PS und ein maximales Drehmoment von 700 Nm.

Range Rover Sport Hybrid

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Allein diese Zahlen lassen erkennen, dass der Range Rover Sport SDV6 Hybrid sehr souverän motorisiert ist. Sie lassen aber auch erkennen, dass sich der Brite kaum rein elektrisch bewegen lässt. Denn die 35 kW des Elektromotors schaffen es kaum, den schweren Offroader in Bewegung zu setzen. Und während viele andere Hersteller auf die Plug-in-Technologie setzen, lässt sich der Range Rover nicht an der heimischen Steckdose aufladen. Ein weiteres Problem, welches viele Diesel-Hybridaggregate teilen, ist der gegenüber Benzin-Hybriden mangelnde Komfort. Will heissen, dass man das Ausschalten oder das Anlassen des Verbrennungsmotors deutlich spürt. Range Rover hat es allerdings geschafft, diese Einflüsse auf ein Minimum zu reduzieren. Sicher auch, weil mit dem schwachen Elektromotor der Diesel fast immer mitläuft. Man merkt im Alltagsbetrieb also wenig vom Hybridantrieb, das ist gut so.
Den Einfluss des Elektromotors merkt man dafür an der Tankstelle. Im Schnitt soll der Range Rover Sport 6,4 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. Das wäre ein sensationeller Wert für ein derart mächtiges Auto. Wäre, denn die Vorgabe war nicht zu erreichen. Allerdings stellt der von uns gefahrene Verbrauch von 8,1 l/100 km ebenfalls einen hervorragenden Wert dar. Und es sind 0,6 Liter weniger, als das Werk (auf dem Papier) zum Beispiel für den V8-Diesel mit ähnlichen Leistungsdaten nennt. Innen ist der Hybrid ein typischer Range Rover. Viel Platz, edle, aber nicht gekünstelte Ausstattung und natürlich eine fantastische Übersicht, was der grosszügigen Verglasung und der sehr hohen Sitzposition geschuldet ist. Allerdings hat das alles auch seinen Preis. Denn kaum ein Kunde wird sich mit der Basisausstattung des Hybridmodells zufrieden geben. Also dürften zu den 111 900 Franken, die der Hybrid mindestens kostet, noch einige Tausender hinzukommen. Das Gesamtpaket ist stimmig, der Verbrauch auch, und dank der Zuglast von maximal drei Tonnen und den grosszügigen Innenraumverhältnissen hat der «Sport» auch einen grossen Nutzwert. Zudem hebt man sich mit dem optisch sehr markanten Briten deutlich von der SUV-Masse ab.

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