In den Wäldern von Québec wird er noch nach alter Tradition gewonnen, der Saft des Ahornbaums. Gut 50 Liter braucht es, um einen Liter Ahornsirup zu erzeugen. Das hat sich seit den Ursprüngen nicht geändert. Anders die Entwicklung bei den Automobilen. Deren Durst wird immer geringer. Dieser Fortschritt hat auch beim neuen Freelander nicht halt gemacht. Mit dem neuen 2,0-Liter-Benziner, der aus dem Erfolgsmodell Evoque übernommen wurde, konnten die CO2-Emissionen gegenüber dem Vorgängermodell um 12 Prozent auf 225g/km gesenkt werden.

Um die Ahornplantagen in den Wäldern von Québec zu erreichen, muss man über holprige Strassen, durch Wassergräben und schlammige Wege fahren. Im neuen Freelander kein Problem. Der kleine Bruder des Range Rover, der optisch immer mehr dem Original gleicht, erreicht zwar nicht die Geländetauglichkeit des Originals, doch auch er kann weit mehr, als 99 Prozent der Käufer je ausreizen werden. Das bereits bekannte Terrain-Response-System, mit welchem der Fahrer das Auto perfekt auf die Unterlage abstimmen kann, findet auch in der neusten Generation Platz. Die bisherige Regelung mittels Drehschalter wurde durch das Knöpfe-System aus dem Evoque ersetzt. Nicht zum Einsatz kommt der Automatik-Modus, der im neuen Range Rover erstmals zur Verfügung steht. Im Freelander muss der Fahrer noch selbst entscheiden, ob er nun auf Schlamm, Schotter oder Schnee unterwegs ist. Neu gibt es dafür eine Rückfahrkamera, was das manövrieren erleichtert. Clever: Die Kamera zeigt die Position der Anhängerkupplung an, der Hänger kann so problemlos mit dem Zugfahrzeug verbunden werden. Ein echter Vorteil.

Land-Rover Freelander Innenraum

Land-Rover Freelander Innenraum

Der neue 2,0.-Liter-Benziner mit Vierzylindern ersetzt den bisherigen 2,0-l-V6. Die Verbrauchswerte konnten dadurch verringert werden, ohne die Fahrdynamik zu verschlechtern. Der neue Benziner leistet 240 PS und ist an ein 6-Gang-Automatik-Getriebe gekoppelt. Diese Kombination harmoniert gut und passt zum mit 1775 kg noch immer nicht leichten Auto. Das Werk nennt einen Durchschnittsverbrauch von 9,6 Litern für 100 Kilometer. Bei Testfahrten on- und offroad haben wir den Wert aber nie unter die 10-Liter-Grenze gebracht. Wer es sparsamer will, sollte sich für einen der erhältlichen Diesel (150 PS; 6,0l/100km oder 190 PS; 7,0l/100km) zurückgreifen.

Neu kommt eine elektronische Parkbremse zum Einsatz. Das gibt mehr Platz im Innenraum, weil  der Handbremshebel verschwand. Der Innenraum wurde nochmals aufgewertet und hat einige Merkmale vom Evoque übernommen. Man fühlt sich auf Anhieb wohl im Freelander. Die hohe Sitzposition, der gute Überblick und die edlen Materialien tragen ihren Teil dazu bei. Wer bereits eine Woche im Voraus weiss, dass er verweisen will, kann neue die Standheizung schon sieben Tage vor dem Start zu Reise programmieren. Wer das genau brauchen soll, wissen wir nicht.

Land Rover erhofft sich mit dem neuen Freelander eine weitere Absatzsteigerung, nachdem das Jahr 2012 mit einem weltweiten Plus von 41 Prozent abgeschlossen werden konnte. Der Evoque hat daran einen grossen Anteil gehabt. Aber auch der Freelander verkauft sich nach wie vor gut. Im Werk in Halewood wurde daher vor kurzem eine 24-Stunden-Produktion installiert, um die Nachfrage zu stillen. In der Schweiz gibt es den Freelander mit dem 2,0-l-Benziner ab 52800 Franken. Der günstige Diesel, allerdings nur mit Vorderradantrieb, ist ab 41700 Franken zu haben.