Er war schon immer ein gutes Automobil, der seit 2001 gebaute Honda Jazz. 5,5 Millionen Exemplare wurden bislang verkauft, er ist seit Jahren die Nummer 1 in Japan, auch in der Schweiz wurden stolze 39'000 Stück abgesetzt. Die Jazz-Fahrer und -Besitzerinnen lieben das so wunderbar unprätentiöse Gefährt, vielen würde es nicht einmal in einem schlechten Traum einfallen, je wieder ein anderes Produkt zu kaufen. Das liegt in erster Linie an den ausgezeichneten Platzverhältnissen des «kleinen Riesen», an seiner grossartigen Flexibilität; Details wie die «Magic Seats» muss man auch einfach schätzen. Und irgendwie versteht man nicht so ganz, weshalb der Jazz irgendwie keine direkte Konkurrenz hat.


Schön im früher für die Auto-Industrie so typischen Rhythmus von sieben Jahren kommt nun die dritte Generation auf den Markt. Er ist etwas gewachsen, der kleine Japaner, plus 9,5 Zentimeter auf 399,5 Zentimeter. Dieser Zuwachs an Länge ist in erster Linie der Verschärfung der Sicherheitsanforderungen geschuldet, doch Honda hat auch noch 3 Zentimeter Radstand einbauen können - die natürlich den Passagieren zugutekommen. Und das ist und bleibt eindrücklich, in Sachen Beinfreiheit für die hinteren Passagiere lässt sich der Jazz durchaus mit einer S-Klasse von Mercedes vergleichen. Das Kofferraumvolumen konnte um weitere 17 Liter auf derer 354 vergrössert werden, maximal stehen 1314 Liter zur Verfügung.

Honda Jazz

Honda Jazz

Geblieben sind die «Magic Seats», die sich in allen nur erdenklichen Variationen auf- und ab- und weg- und umklappen lassen. So gibt es auch einen sogenannten «Refresh Mode», da werden die beiden Vordersitze abgeklappt, dann kann man sich hinten hinsetzen und die Beine ausstrecken. Oder gar ein kurzes Schläfchen halten. Brillant, weiterhin: Die Sitzfläche der Rücksitzbank lässt sich nach oben klappen, dann steht im Beinraum jede Menge Platz zum Beispiel für den Transport von hohen Pflanzen zur Verfügung. Das Innenraum-Konzept des Jazz ist das Mass aller Dinge, nicht nur in diesem Segment. Ansonsten wurde die dritte Generation innen aufgehübscht, modernisiert, den Anforderungen der Zeit angepasst. Das bedeutet: ein grosser Bildschirm oberhalb der Mittelkonsole, über den sich viele Funktionen steuern lassen. Mirror-Link für das Smartphone, das versteht sich heute von selbst. Ebenfalls mit an Bord: alles, was es heute an Sicherheits-Features braucht. Plus einen intelligenten Tempomaten, der die Verkehrszeichen liest und die Geschwindigkeit automatisch den gesetzlichen Vorgaben anpasst. Löblich: All diese Safety-Dinger sind bei den teureren Ausstattungsversionen sowieso inbegriffen, für nur gerade 1000 Franken lassen sich aber auch die günstigeren Varianten aufrüsten. Ach ja, in diesem Zusammenhang: Den Jazz gibt es schon ab 16'800 Franken – das ist eine Kampfansage.


Nicht mehr erhältlich ist der Hybrid, auch die Wahl zwischen 1,2- und 1,4-Liter-Motor fällt jetzt weg. Als einzigen Antrieb gibt es jetzt einen 1,3-Liter mit 102 PS und einem maximalen Drehmoment von 123 Nm (bei 5000/min). Die japanischen Ingenieure sind – wahrscheinlich zu Recht – der Überzeugung, dass ein moderner Sauger die sinnvollste Lösung ist, günstiger in der Produktion, langlebiger im Alltag. Und gute Abgaswerte schaffen sie auch ohne Turbo: 106 g/km sind ein anständiger Wert – und diese 4,6 Liter/100 km wohl auch ziemlich nah an der Realität. 2500 Stück pro Jahr will Honda vom Jazz in der Schweiz verkaufen, ab September wird er bei den Händlern stehen.