Bald beginnen die Sommer-Schulferien und es machen sich Hunderttausende auf, um mit dem Auto in ein Nachbarland zu reisen. Nach wie vor ist das Auto ein beliebtes Transportmittel, um die Traum-Feriendestination zu erreichen. Man bleibt auch am Ferienort flexibel und kann Ausflüge mit dem eigenen Fahrzeug unternehmen. Allerdings ist die Anreise oft lang und kann, bei schlechter Vorbereitung, zur Tortur werden. Ganz besonders, wenn man mit Kindern an Bord grosse Distanzen zurücklegen möchte. Eine gute Planung, ein gut vorbereitetes Fahrzeug und ein paar kleine Tricks helfen, den Start in die wohlverdienten Ferien so angenehm wie möglich zu gestalten.

Eine gelungene Ferienreise beginnt wie gesagt mit einer durchdachten Planung. Wann fahre ich wie weit, welche Route ist die sinnvollste, gibt es Ausweichstrecken? Denn in den Ferienmonaten kommt der Stau so sicher wie das Amen in der Kirche. Sicher ist, wer ganz früh am Morgen unterwegs ist, hat es einfacher. Denn dann ruht der normale Verkehr, der nichts mit den Ferienreisenden zu tun hat, meist noch. Mit einer guten Planung lassen sich auch die Staus auf der Strecke rund um die grossen Städte einigermassen gut umschiffen. Wichtig ist auch, genügend Pausen einzurechnen. Insbesondere, wer mit Kindern unterwegs ist, sollte keine Etappen von über 500 Kilometern auf sich nehmen. Lieber einmal unterwegs übernachten und sich anderntags ausgeruht, und ohne quengelnden Nachwuchs wieder ans Steuer setzen. Das ist allemal besser, als sich literweise irgendwelche so genannten «Wachmacher» wie Kaffee oder Cola reinzuschütten. Deren Wirkung beschränkt sich auf einen sehr kurzen Zeitraum. 20 Minuten Schlaf auf einem Parkplatz bringen weit mehr.

Wichtig ist natürlich auch, dass sich das Fahrzeug in tadellosem Zustand befindet. Viele Werkstätten bieten einen «Feriencheck» an. Dabei werden Reifen, Bremsen, das Kühlsystem sowie die Beleuchtung kontrolliert. Wer mit einem Wohnwagen oder einem anderen Anhänger unterwegs ist, fährt am besten gleich mit dem Gespann vor damit auch die Funktionen des Anhängers überprüft werden können. Zudem ist es ratsam, einen Liter des richtigen Motorenöls mitzuführen. Gerade spezielle Schmierstoffe für die modernen Motoren sind in einigen Ländern nicht immer einfach zu bekommen. Eine gute Autoapotheke, Sonnenbrille, alle nötigen persönlichen Medikamente und ein paar Wohlfühlschuhe für die lange Fahrt komplettieren die Ferienausrüstung. Nicht zu vergessen ist der Papierkram. Alle nötigen Ausweise mit an Bord zu haben, ist wichtig, aber auch eine Pannenversicherung gehört zur Ferienreise. Bevor man sich aber für teures Geld einen Schutzbrief oder ähnliche Versicherungen abschliesst, sollte man gründlich prüfen, welche Leistungen man eh schon mit an Bord hat. Denn die meisten Versicherer bieten bereits in den Grundleistungen (Haftpflicht/Teilkasko) einen eigenen Pannendienst an. Auch viele Kreditkartenherausgeber decken gewisse Leistungen ab. Wer genau abklärt, welche Leistungen enthalten sind, kann Geld sparen.

Vor Fahrtantritt sollte man sich auch genau informieren, welche gesetzlichen Regelungen die Länder haben die man bereist. So muss zum Beispiel in Kroatien ein Set mit Ersatz-Glühlampen mitgeführt werden. Oder ein zweites Pannendreieck, wenn man mit dem Caravan unterwegs ist. In Tschechien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Rumänien, Slowakei, Slowenien und Ungarn zum Beispiel muss für alle Fahrzeuginsassen eine Warnweste vorhanden sein. Ab dem ersten Juli ist die Warnweste auch in Deutschland Pflicht. Wird man ohne erwischt, drohen saftige Bussen. Infos zu nahezu allen europäischen Ländern können die Verkehrs-Clubs wie der TCS liefern.

Wer eine lange Reise vor sich hat, sollte auf eine ausgewogene Verpflegung achten. Die gute alte Kühltasche mit ein paar Leckereien ist viel besser als übles Essen an Raststätten. In einigen Ländern ist die Verpflegung entlang den Autobahnen qualitativ eher schwach, dafür richtig teuer. Neben ein paar Sattmachern gehören kleine, leichte Snacks mit wie Obst, Gemüse, Trockenfrüchte und Nüsse mit auf die Reise. Bei den Getränken gilt: Lieber Tee oder mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte als die angesagten, süssen Brausen. Natürlich sollte man auch für Unterhaltung an Bord sorgen. Musik, die allen Mitreisenden einigermassen entspricht, dazu Spiele für die Kleinen. Teens an Bord werden vor allem mit dem Handy spielen, deshalb sollte man für eine entsprechende Stromversorgung sorgen. USB-Ladebuchsen für den Zigarettenanzünder gibts für kleines Geld im Handel.

Ein wichtiges Thema bei langen Urlaubsreisen ist die Beladung des Fahrzeugs. Dachboxen sind zwar praktisch, sollten aber nur mit leichten Sachen beladen werden. Die Schwerpunktveränderung durch überladene Dachboxen ist massiv, das Fahrverhalten des Autos wird schlechter. Grundsätzlich werden durch die hohe Zuladung die Bremswege länger. Wichtig ist auch, den Reifendruck der Beladung anzupassen. Die Angaben, wie viel Luft in die Reifen muss, findet man in der Bedienungsanleitung. Den Reifendruck nur bei kalten Pneus kontrollieren. Wer sich gut auf die Reise vorbereitet, kommt schon entspannt am Reiseziel an und muss nicht die ersten paar Ferientage für die Erholung von der Fahrt nutzen. Wichtig ist auch, die Rückfahrt ebenso gut planen wie den Weg in die Ferien.