Kia
Weit mehr als öde Stangenware

Koreanische Kleinwagen erkannte man früher auf den ersten Blick. Altbackenes Design, kleine Räder und Zuckerwasser-Motörchen unter der Haube. Heute ist alles anders, auch bei Kia. Im Test der Kia Rio 1,4.

Markus Chalilow
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Kia Rio

Kia Rio

HO

Klar, ein Kia Rio ist nicht das emotionsgeladene Automobil, auf welches die ganze Autowelt gewartet hat. Aber: es ist ein gutes, zweckmässiges und vor allem vorzeigbares Auto geworden. Weit entfernt von der billigen Meterware von einst. Der kleine Koreaner leistet sich kaum Schwächen. Wenn die in Korea - und die Designer, welche in Europa für Kia und Hyundai arbeiten - so weitermachen, wird sich die europäische Autoindustrie ganz, ganz warm anziehen müssen. Allein von der siebenjährigen Garantie sind manche europäische Massenhersteller in etwa so weit entfernt wie der Eiffelturm von Seoul Tower.
Im Test stand ein 1400er-Benziner, der 109 PS leistet und an eine manuelle Schaltbox mit sechs Gängen gekoppelt ist. Klar, damit wird der 404 cm lange Rio nicht zum Sportgerät. Aber es reicht, um im Verkehr mitzuschwimmen. Wenn man den Sechzehnventiler gnadenlos dreht - und die entsprechende Geräuschkulisse in Kauf nimmt - gehts sogar etwas flotter vorwärts. Doch das ist ja das Ziel dieses Autos nicht. Unser Testwagen kostete 25'450 Franken. Nicht wenig, ist man geneigt zu sagen. Doch beim Blick auf die Ausstattung relativiert sich das Ganze. Von der Lenkradheizung über die Rückfahrkamera bis hin zur Klimaautomatik und Lederausstattung - der Kleine hat wirklich fast alles. Sogar ein Schiebedach. Wer das alles nicht braucht, bekommt den Rio 1,4L ab 21'990 Franken. In Konkurrenz steht der Koreaner mit einem Renault Clio oder einen Peugeot 208. Oder dem VW Polo. Eine heiss umkämpfte Klasse also. Und der Grundgedanke, mit hervorragender Ausstattung Kunden anzulocken, empfinden wir als durchaus gut. Denn obwohl man in einem Kompaktauto sitzt, muss man auf nichts verzichten.

Kia Rio Innenraum

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