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VW CrossBlue - eine Studie

VW CrossBlue

VW CrossBlue

Fast 5 Meter lang ist die Studie CrossBlue. Und sie wird nicht der Nachfolger des Touareg.

Es ist die Detroit Motor Show, und da muss VW natürlich andere, heftigere Geschütze auffahren. Amerika ist ein wichtiges, sehr wichtiges Thema für die Deutschen, sie haben da zwar gerade ein sehr gutes Jahr gehabt (483'133 Exemplare, plus 35 Prozent), doch ein Marktanteil von gerade einmal 3 Prozent (plus 0,5 Prozent) ist natürlich noch weit entfernt davon, wie sie sich das vorstellen. Und wie das auch sein müsste, falls VW dann spätestens 2018 die Nummer 1 sein will. Zwar hat China die USA unterdessen als grössten Markt der Welt abgelöst, doch es ist davon auszugehen, dass in den Vereinigten Staaten halt eben doch noch deutlich mehr Geld verdient werden kann. Auch in Zukunft.

VW hat in den USA ein neues Werk gebaut, das kommt so langsam auf Touren; VW hat für die USA auch einen eigenen Passat gebaut, der kommt auch so langsam auf Touren. Die Studie CrossBlue, die eigens für den amerikanischen Markt entwickelt wurde, soll nun diese Tourenzahl weiter erhöhen. Und noch nie war ein Volkswagen amerikanischer. Und mit Ausnahme des Phaeton war auch noch nie ein VW grösser - stolze 4,99 Meter misst der CrossBlue, 2,02 Meter breit ist er und 1,73 Meter hoch. Vom Gewicht spricht man bei Studien selten, doch es ist anzunehmen, dass allein schon die 21-Zöller, auf denen er steht, etwa gleich viel wiegen wie ein up! Er ist auch ein gutes Stück grösser noch als der Touareg, man darf also nicht davon ausgehen, dass der CrossBlue dessen Nachfolger vorweg nimmt.

Aber es ist halt so, dass in den USA die grossen, grossen SUVs immer noch verkauft werden; der F-150 von Ford ist quasi der VW Golf, er steht seit einer Ewigkeit an der Spitze der Verkaufsrangliste, und ein Ende ist nicht abzusehen. Und grosse, mächtige Trümmer wie der GL von Mercedes. Da will VW natürlich nicht zurückstehen, auch deshalb nicht, weil sich mit diesen relativ simplen Konstruktionen viel Kohle machen lässt. Es will natürlich niemand bestätigen bei VW, doch man darf davon ausgehen, dass die Serienversion des CrossBlue beschlossene Sache ist.

Man darf auch davon ausgehen, dass er dann vorerst einmal nicht mit der Plug-in-Hybrid-Technik auf den Markt kommt, mit der die Studie ausgestattet ist. Schade eigentlich, denn da ist mächtig was los unter dem Blech des CrossBlue. Angetrieben wird die Studie einerseits von einem 2-Liter-Diesel der neusten Generation (EA288), der 190 PS leistet. Dazu kommen zwei Elektro-Motoren, einer vorne (40 kW) und einer hinten (85 kW); im Mittel-Tunnel sitzt eine Lithium-Ionen-Batterie für die Energiespeicherung. Das ergibt dann eine Gesamt-Leistung von 305 PS, die den CrossBlue in 7,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Geschaltet wird über ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.

Und eben: Plug-in. Das bedeutet, dass der CrossBlue trotz seiner Masse und Kraft mit einem Verbrauch gemäss EU-Norm (R101) von nur gerade 2,1 Litern auf 100 Kilometern auskommen will. Ist die Batterie voll geladen, soll das oder der Trumm rein elektrisch 33 Kilometer weit kommen. Das kommen natürlich alle Rekuperations- und sonstigen Sparmassnahmen, die heute so üblich sind. Spannend ist auch die Konstruktion des Allradantriebs, denn eigentlich ist der CrossBlue ein reiner Fronttriebler; die Kraft hinten wird nur vom Elektromotor erzeugt, der Antrieb erfolgt quasi virtuell, also, nein: drive by wire, wie das so schön heisst.

Was uns auch noch auffällt: das Teil ist zwar fast 5 Meter lang, aber es basiert auch auf dem MQB, genau wie der Golf und der A3 und der Porsche Macan (den wir leider in Detroit noch nicht zu sehen bekommen) und die gefühlten etwa 712 Modelle, die noch aus dem gleichen Baukasten kommen werden.

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