Smart
Vorbei die smarte Freundlichkeit

Dank einem Doppelkupplungsgetriebe nicken Smart-Fahrer beim Schalten nun nicht mehr zustimmend.

Markus Chalilow
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Smart Fortwo

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HO

Es war ein bekanntes Bild: Ein Smart beschleunigt und die Insassen nicken im Takt der Gangwechsel mit dem Kopf. Denn ohne längere Zugkraftunterbrechung ging es insbesondere bei den ersten Smart-Modellen nicht. Das System eines normalen Schaltgetriebes kombiniert mit einer automatisierten Kupplung galt damals als kostengünstigste Art, eine Automatikversion auf den Markt zu bringen. Auch heute gibt es noch Hersteller wie Peugeot oder Citroën, die in gewissen Modellen dieses System anbieten. Dabei übernimmt ein Aktuator die Aufgabe des «Kupplungsfusses», im Innenraum gibt es hingegen nur Brems- und Kupplungspedal. Obwohl auch dieses System stetig weiterentwickelt wurde, funktionierte es – insbesondere beim Rangieren an einer Steigung – nie wirklich perfekt. Der neue Smart mit dem «Twinamic» genannten Doppelkupplungsgetriebe hat zwar auch nur zwei Pedale im Innenraum. Weil aber, wie der Name sagt, zwei Kupplungen verbaut sind, gehört die Zugkraftunterbrechung nun der Vergangenheit an.

Smart Fortwo (li) und Forfour

Smart Fortwo (li) und Forfour

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Durch die Einführung des neue Getriebes wächst die Zahl von Motor- und Getriebekombinationen bei den beiden Smart-Baureihe auf zehn Varianten. Das «Twinamic» ist für den Smart Fortwo und den Smart Forfour mit 71 bzw. 90 PS lieferbar. Durch die neue Kraftübertragung soll nicht nur der Komfort erhöht werden. Nahezu keinen Einfluss hat das neue Getriebe auf die Effizienz der Autos. Angetrieben werden auch die «Twinamic»-Smart von einem Dreizylinder-Turbomotor. Im Vergleich zu den Handschaltern verbrauen die Modelle mit Automatik maximal einen Deziliter weniger. Im Schnitt sind es 4,1 Liter pro 100 Kilometer. Die Zeiten, als Automatikversionen deutlich durstiger waren als Fahrzeuge mit Handschaltung, sind auch bei Smart und Mercedes längst vorbei. Das 898-Kubikzentimeter-Triebwerk mobilisiert – unabhängig von der Spitzenleistung – ein maximales Drehmoment von 135 Nm bei 2500 Umdrehungen. Der Turbolader verfügt über ein elektronisch gesteuertes Wastegate, das eine Steigerung der Motordynamik in Verbindung mit einer nachhaltigen Verbrauchssenkung ermöglicht.
Alle Smart-Modelle haben zudem ein Update in Sachen Infotainment erhalten. So gibt es zum Beispiel für den Forfour eine Tablet-Halterung für das Fond-Entertainment sowie eine entsprechende Vorrüstung. Letztere besteht aus einem Schacht, der in die Fahrer- und Beifahrersitzlehne integriert ist. Die Tablet-Halterung ist auf das iPad Air ausgelegt. Das Gerät ist ebenso ergonomisch wie sicher untergebracht und kann jederzeit aus der Rückenlehne der Vordersitze entnommen werden. Dazu gibt es mit Mirror-Link Verbesserungen bei der Smartphone-Anbindung.
Ganz billig ist das neue Automatikgetriebe allerdings nicht. Fast 10% des Grundpreises oder 1390 Franken kosten die Smart-Modelle mit «Twinamic» mehr als die Versionen mit Handschaltung. Den Smart Fortwo Passion gibt es ab 16'400 Franken, mit Automatik wird er mindestens 17'790 Franken kosten. Das ist diesem Fahrzeugsegment zwar ein relativ saftiger Aufpreis. Aber es dürfte es allen Komfortinteressierten wohl wert sein, dass die unschöne Nickerei beim Schalten nun ein Ende hat. Beim Smart Forfour beträgt der Aufpreis für die Automatik – wieso auch immer – 1585 Franken.

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