Subrau
Viel scharf, mit alles

Der Subaru WRX STI war schon immer ein schräges Teil. Früher trug er noch die Bezeichnung Impreza im Namen, doch unterdessen darf der WRX STI ein eigenständiges Modell sein.

Peter Ruch
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Subaru WRX STI

Subaru WRX STI

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Mehr kommt da nicht mehr, wer darauf hofft, dass es wie einst auch wieder einen Fünftürer (Kombi) geben wird, muss diese Hoffnungen begraben. Die beste Nachricht zuerst: Er hat einen Flügel. Man kann ihn auch ohne Heckspoiler haben, den WRX STI, doch dann wirkt er irgendwie bieder. Dem Hersteller und Importeur wäre zwar lieb, wenn mehr Kunden auf den massiven Heckaufbau verzichten würden, doch: ohne geht gar nicht. Er muss einfach sein. Und das ewige Blau gehört auch dazu. Auch gut: Er boxt weiterhin. Der 2,5-Liter-Turbo-Boxer schüttelt 300 PS aus dem Ärmel und schafft ein maximales Drehmoment von satten 407 Nm bei 4000/min. Er ist nicht mehr so knurrig wie einst, der Sound aus den vier Endrohren könnte schon noch ein bisschen mehr sein. 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, gegen oben ist bei 255 km/h dann Schluss. Noch eine Zahl in diesem Zusammenhang: 10,4 Liter will er im Schnitt verbrauchen. Das ist viel für ein modernes Automobil.
Geschaltet wird manuell, sechs Gänge stehen zur Wahl. Die Kupplung braucht relativ viel Kraft, auch die Lenkung ist ziemlich schwergängig. Dafür reagiert sie geradezu heraus ragend auf Lenkbefehle, macht in dem Moment, in dem man will, das was man von ihr verlangt; sehr schön. Die ersten Kurven wird man deshalb etwas eckig fahren, doch irgendwann wird das zum Genuss. Selbstverständlich haben die Japaner wieder jede Menge Elektronik in den neuen WRX STI verbaut. Allrad, selbstverständlich, da ist und bleibt Subaru der Pionier, Torque Vectoring, ein «limited slip differential», welches die Verteilung der Antriebsmomente auf die beiden Achsen optimieren will und «Subaru Intelligent Drive», das die Kennfelder des Motors dem Gasfuss des Piloten anpasst. Er fährt sich schon ziemlich flott, wenn alle Systeme aktiviert sind.
Er fährt sich aber viel, viel flotter, wenn man das Zeugs weitgehend abschaltet. Dann ist er ein Sportgerät, ein unglaublich scharfes Teil, dann muss der Fahrer arbeiten, dann hat er Freude. Einziger Kritikpunkt, unserer bescheidenen Meinung nach: Er schiebt zu sehr über die Vorderräder. Könnte daran liegen, dass die Fahrwerksspezialisten vielleicht des Guten etwas zu viel getan haben, den Vorderwagen zu steif ausgelegt haben – nicht alles, was hart macht, ist auch richtig gut. Aber wir jammern auf hohem Niveau.
Ansonsten ist der WRX STI ein Subaru. Das bedeutet innen eine weiterhin grosszügige Verwendung von Hartplastik, eine Innenraumgestaltung, die sehr funktional ist, auch praktisch, sie entbehrt nicht eines gewissen Charmes. Hervorragende Sitze, auch für die hinteren Passagiere bleibt noch genügend Raum; dazu 460 Liter Kofferraum, bestens zugänglich, dagegen ist nichts einzuwenden. Die Verarbeitung ist, wie immer bei Subaru, von der Robustheit geprägt; auch auf schlechten Strassen gibt es da kein Klappern oder Ächzen. Es gibt den neuen WRX STI ab 44'900 Franken; mit Flügel, und der muss sein, sind es 500 Franken mehr. Es gibt ihn auch vollausgestattet, mit Leder und allem, dies dann für 53'300 Franken (plus den Flügel ...).
Selbstverständlich ist der Japaner damit immer noch ein Schnäppchen, die gleich starken, ebenfalls allradgetriebenen VW Golf R und Audi S3, die man als seine härtesten Konkurrenten ansehen darf, kosten da einiges mehr. Der Wiederverkaufswert ist auch kein Argument gegen den Subaru, in der Schweiz gibt es jede Menge Fans – in den besten Jahren wurden über 1000 WRX STI abgesetzt, das ist ein einmaliger Wert weltweit. Ab Mitte Mai steht der neue Subaru WRX STI übrigens bei den Händlern.

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