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Update für den Wegbereiter

Feinschliff statt Revolution: Der Cupra Ateca bekommt, wie auch das Basismodell von Seat, neue LED-Leuchten.

Feinschliff statt Revolution: Der Cupra Ateca bekommt, wie auch das Basismodell von Seat, neue LED-Leuchten.

Der Cupra Ateca, das erste Modell der jungen Seat-Tochter, wird nach nicht einmal zwei Jahren auf dem Markt bereits überarbeitet.

Es ist in der Autobranche gerade gross in Mode, eine Submarke zu lancieren. Vorreiter waren Toyota mit Lexus und Nissan mit Infiniti – Citroën mit DS, Hyundai mit Genesis und jüngst Ioniq und Volvo mit Polestar sind weitere Beispiele.

Dabei spielt die neue Tochtermarke jeweils eine spezifische Rolle: Besonders hochwertige oder sportliche Autos werden bewusst ausgegliedert. Im Fall von Ioniq und Polestar sind es Elektroautos.

Seat hat vor gut zwei Jahren die Tochtermarke Cupra lanciert, mit dem Anspruch, sportliche und hochwertige Modelle auf den Markt zu bringen – eigenständige Modelle, die über das Spektrum der Muttermarke hinausgehen. Den Anfang machte im Dezember 2018 der Cupra Ateca, der weder eigenständig noch besonders hochwertig war, sondern einfach eine gut ausgestattete Sportvariante des Seat-SUV. Für Cupra ist er der Wegbereiter: «Mit über 15000 verkauften Fahrzeugen können wir auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken», freut sich Cupra-Chef Wayne Griffiths. Immerhin 15 Prozent aller verkauften Ateca (inklusive Seat) tragen heute das kupferfarbene Cupra-Emblem. Besonders beliebt ist das Sport-SUV in wichtigen Märkten wie Deutschland, Frankreich und in der Schweiz, inzwischen aber auch in Mexiko.

Spannendes in der Pipeline

Der Ateca hat eine solide Basis gelegt – nun kann sich Cupra endlich entfalten. Ende Jahr wird mit dem Formentor das erste komplett eigenständige Modell auf den Markt gebracht, das zwar ebenfalls auf VW-Technik basiert, aber eine eigene Karosserieform und ein eigenständiges Cockpit hat.

Angetrieben wird der Formentor vom gleichen 2-Liter-Turbobenziner wie der Ateca, allerdings mit etwas mehr Power (310 PS), später folgt eine Plug-in-Hybridvariante mit 245 PS. Und nächstes Jahr bringen die Spanier mit dem el-Born das zweite eigenständige Modell auf den Markt: Der Kompaktwagen auf Basis des VW ID.3 wird das erste rein elektrisch angetriebene Fahrzeug der jungen Marke.

Zunächst erhält nun der Cupra Ateca ein sanftes Facelift. Das kommt früh, schliesslich ist der SUV noch nicht einmal zwei Jahre im Handel. Doch das Basismodell, der Seat Ateca, wurde überarbeitet, folglich übernimmt der Cupra diese Änderungen auch.

Doch es gibt auch noch einen anderen Grund für den frühen Modellwechsel: «Wir nehmen die Rückmeldungen aus den Medien und von unseren Kunden ernst und wollen darauf reagieren», sagt Cupra-Marketingleiter Carlos Galindo. Dabei waren es vor allem die schnelllebigen digitalen Dienste, die aktualisiert werden mussten: Das Infotainmentsystem erhält ein Update, ist nun voll vernetzbar und lässt sich umfangreicher mit Spracheingabe steuern. Und auch die Assistenzsysteme wurden überarbeitet und erweitert: Neu sind der Travel Assist, der den Ateca bis 210 km/h teilautonom über die Autobahn fahren lässt, sowie der Ausparkassistent, der vor kreuzendem Verkehr warnt und notfalls eine automatische Notbremsung einleitet.

Innen wurden das Lenkrad und das Infotainment-System erneuert.

Innen wurden das Lenkrad und das Infotainment-System erneuert.

Noch immer taufrisch

Am Design des Cupra Ateca hätten die Spanier nichts ändern müssen, er wirkt taufrisch und ist im Strassenbild noch immer ein Hingucker. Mit dem Facelift erhält er nun eine etwas steilere Frontpartie mit neuer Schürze, was ihn um einen Zentimeter wachsen lässt, sowie flacher geschnittene LED-Scheinwerfer und LED-Heckleuchten samt dynamischem Blinklicht.

Am Antriebsstrang wurde nichts verändert: Nach wie vor treibt ein 2-Liter-Turbobenziner mit 300 PS über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe alle vier Räder an. Die Fahrleistungen bleiben gleich: Knapp unter fünf Sekunden für den Paradesprint auf 100 km/h und ein Topspeed von knapp 250 km/h sind beachtliche Werte für ein SUV.

Gegen Aufpreis gibt es eine verstärkte  Bremsanlage von Brembo.

Gegen Aufpreis gibt es eine verstärkte Bremsanlage von Brembo.

Neu gibt es die dynamische Fahrwerksregelung DDC serienmässig sowie gegen Aufpreis eine Auspuffanlage von Akrapovic und Brembo-Bremsen. Lenkung, Fahrwerk, Getriebe und Motor lassen sich in sechs Fahrmodi einstellen, wobei einer davon individuell zusammenstellbar ist.

Weiterhin ausgewogen

Somit hat sich auch am Fahrverhalten des Cupra Ateca nichts geändert – und das ist gut so. Das SUV ist ausgewogen abgestimmt und lässt sich auf Wunsch betont sportlich bewegen, liefert dank Allradantrieb jede Menge Grip, ist gut ausbalanciert und einfach beherrschbar. Die unterschiedlichen Fahrprogramme bieten dabei eine breite Spreizung von komfortabel bis angriffig – dem Spanier gelingt der Spagat zwischen bequemem Alltagswagen und sportlichem Spassmobil gut.

Für sportlicheren Klang: Optionale Akrapovic-Abgasanlage.

Für sportlicheren Klang: Optionale Akrapovic-Abgasanlage.

Wer bereits einen Cupra Ateca besitzt, muss nun nach der Modellauffrischung sicher kein neues Auto kaufen. Wer sich jetzt für einen Cupra Ateca entscheidet, bekommt ein ausgereiftes Performance-SUV, das eine Menge Fahrspass bietet und nun digital auf der Höhe der Zeit ist. Eine runde Sache also, auch beim Preis: Der Einstiegspreis liegt bei exakt 50000 Franken.

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