Mazda
Unauffällig, aber gut

Der Mazda 6 wurde überarbeitet - und kommt jetzt auch mit dem für die Schweiz so wichtigen 4x4-Antrieb.

Peter Ruch
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Mazda 6 Wagon

Mazda 6 Wagon

HO

Der Mazda 6 gehörte schon bis anhin sicher zu den erfreulicheren Anblicken auf unseren Strassen, ganz besonders als Kombi. Kürzlich haben die Japaner die Baureihe aufgefrischt, zwar nur sanft, doch wer genau hinschaut, der sieht den Feinschliff gut. Noch eleganter ist er geworden, ohne verspielt zu wirken, ein paar Korrekturen hier und da lassen die Figur noch harmonischer wirken. Die grössten Fortschritte hat Mazda aber innen gemacht, da wurde vereinfacht und damit deutlich verbessert. Auch das Bediensystem ist mittlerweile so logisch wie bei den deutschen Konkurrenten, es braucht da kein Studium der Gebrauchsanwesiung mehr. Dass Mazda aber von einem Touchscrenn absieht, mag zwar auch gute Gründe haben, doch vielleicht sollten die Japaner diese Strategie mittelfristig noch einmal überdenken - zu sehr hat man sich bei anderen Marken (und vor allem den Smartphones und Tablets) in den vergangenen Jahren, alles mit den Fingern bedienen zu können.

Dafür sitzt man im Mazda 6 schön tief. Das gibt ein gutes Gefühl für die Strasse, nicht so, wie bei diesem so modischen SUVs und Pseudo-Geländewagen. Überhaupt gehört das gute Fahrgefühl zu den Stärken des Mittelklasse-Mazda, man fühlt sich ausgesprochen wohl in diesem Japaner, ein Gefühl von Behaglichkeit und Sicherheit. Was sicher viel mit der vorbildlichen Ruhe im Innenraum zu tun hat. Das gilt auch für den 175 PS starken Diesel, der unseren Testbetrieb durchlaufen hat - und aufzeigte, dass ruhigere Selbstzünder gibt als jene aus deutschen Landen.

Mazda 6

Mazda 6

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Unser Testwagen war zudem mit einer feinen 6-Stufen-Automatik sowie Allradantrieb ausgerüstet. Diese Kombination, Kombi. starker Diesel, Allrad, Automat wird in der Schweiz hoch geschätzt und war bisher von Mazda nicht erhältlich - was sicher den einen oder anderen potenziellen Käufer zu einer anderen Marke getrieben hat. Die nun geschlossene Lücke im Programm macht den 6er sicher noch attraktiver. Zumal er voll ausgestattet nur wegen der (verzichtbaren) Lederausstattung die Marke von 50000 Franken knackt - bei gewissen deutschen Konkurrenten beginnt da erst das Rechnen, was man sich denn noch alles reinpacken und leisten kann.

Zwar bieten andere Hersteller unterdessen Automaten mit neun Stufen an, doch beim Mazda vermisst man das nicht. Der 2,2-Liter-Diesel hat ein sehr soveränes Drehmoment von 420 Nm schon bei 2000/min, da ist immer genug Durchzugskraft vorhanden. Gelobt werden müssen die sehr sanften Schaltvorgänge. Andererseits: der Mazda scheint sich immer etwas dagegen zu wehren, dass seine volle Leistung abgerufen wird. Er kommt nicht unwillig in Fahrt, doch irgendwie fragt er den Piloten: willst Du das wirklich, ist das jetzt wirklich nötig, dass Du derart heftig auf das Fahrpedal trampelst? Theoretisch ist das auch eine Form von Sparsamkeit, doch der Durchschnittsverbrauch von 7,4 Litern im Test ist jetzt nicht das, was man als wirklich sensationell bezeichnen möchte, aber für ein Fahrzeug dieser Grösse und mit diesen Möglichkeiten ist so schlecht auch nicht. Gemäss Norm sollten es 4,8 Liter sein, aber das bleibt graue Theorie.

Mazda, im Vergleich ein kleiner Hersteller, gefällt seit einigen Jahren nicht nur mit interessanten technischen Lösungen, etwa der Skyactiv-Technik für Motoren und Getriebe und dem clever betriebenen Leichtbau, sondern auch mit ausgezeichneter Verarbeitungsqualität, die sich durchaus auf Premium-Niveau befindet. Das gilt natürlich auch für den Mazda 6, das Top-Modell der Marke, das nach der Überarbeitung und mit der «Schweizer» Konfiguration durchaus mehr Kunden verdient hat.

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