Dauertest
Trotz Panne kaum Schwächen

Der Mazda 6 2.5 Station Wagon hat sie Hälfte seiner Dauertestzeit geschafft - und wir sind trotz Panne sehr zufrieden.

Peter Ruch
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Mazda 6

Mazda 6

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Dass der Mazda 6 im vergangenen Jahr von einer Fachjury, zu der auch «Die Nordwestschweiz» gehört, zum «Schweizer Auto des Jahres» gewählt wurde, wundert nach den Erfahrungen eines halben Jahres mit diesem Fahrzeug nicht. Gut 20’000 Kilometer weit hat der japanische Kombi uns bisher getragen – und es war immer ein höchst entspanntes Fahren. Manchmal, aber wirklich nur manchmal, da hätten wir uns einige Pferdchen unter der Haube mehr gewünscht als die vorhandenen 192 PS aus 2,5 Liter Hubraum. Doch man kommt auch mit Zurückhaltung ans Ziel. Wahrscheinlich sogar lockerer, entspannter, als wenn man dauernd die Hummeln im Hintern verspürt. Denn immer wieder, auf langen Fahrten nach Italien, Frankreich, sogar Dänemark haben wir uns am Ziel gewundert, wie ausgeruht wir ankamen. Was seinen Grund sicher auch in den hervorragenden Sitzen hat sowie in der wohligen Ruhe, die in diesem Wagen auch bei höheren (deutschen) Autobahn-Tempi herrscht.
Stärken hat der gut aussehende Japaner viele, etwa den Verbrauch: Obwohl der Mazda 6 nun wirklich ein grosser Wagen ist, mit ausgezeichnetem Platzangebot, sind es nach 20 000 Kilometern genau 8 Liter im Schnitt. Tendenz: sinkend. Für einen Benziner ist das ein guter Wert – wie viel davon dem Rekuperationssystem i-Eloop geschuldet ist, lässt sich nicht beurteilen. Aber das ist auch nicht weiter wichtig, das System funktioniert sowieso, man hat nichts damit zu tun – und wenn der Verbrauch auch nur um 2 oder 3 Prozent geringer ist, dann ist das schon gut. Zu überzeugen weiss auch das Fahrwerk, es ist mehr auf der komfortablen Seite, doch das passt gut zu diesem Fahrzeug, dessen Automatik ausgesprochen sanft schaltet. Der Mazda ist aber andererseits auch der flotten Kurvenfahrt nicht abgeneigt. Aber in einem Dauertest geht es auch darum, Schwächen zu erkennen, die in einem gewöhnlichen Testbetrieb nicht auffallen. Und wir haben etwas zu bemängeln: Der Bildschirm des Navigationssystems ist zu klein. Man sieht kaum etwas, daran haben wir uns nicht gewöhnen wollen.
Und wir müssen, leider, eine Panne vermelden. Und wie es halt meist so ist im Leben, geschah sie dann, als der Mazda am weitesten weg war von daheim, ganz oben im Norden von Dänemark. Warum es passierte, das lässt sich nicht mehr eruieren, aber was kaputt war, das wissen wir: die Zündspule des vierten Zylinders. Das führte dazu, dass sich der Mazda zuerst verschluckte, dann spuckte – und schliesslich gar nicht mehr wollte. Wir mussten die Rückreise in einem Mietwagen antreten (der Pannen-Service von Mazda funktionierte aber ausgezeichnet, auch im Ausland), das Fahrzeug kam auf dem Anhänger in die Schweiz. Kann vorkommen – müsste aber nicht sein. Was aber dem sehr guten Gesamteindruck, den wir bisher vom Mazda 6 haben, keinen Abbruch tut. Man passt sich auch bei solchen Sachen dem Charakter des Wagens an, bleibt ruhig und entspannt.