Citroën
Stark aber durstig

Citroën spendiert dem C4 einen kleinen Dreizylinder mit 130 PS – aber so richtig sparsam ist er nicht.

Markus Chalilow
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Citroën C4

Citroën C4

HO

Die Qualitäten des Citroën C4 sind unbestritten: richtig viel Auto für relativ wenig Geld, feine Federung, gut gemachter Innenraum. Und, eine grosse Auswahl an Antrieben. Diese Auswahl wird nun abermals vergrössert – mit dem neuen 1200er-Dreizylinder-Motor aus dem Hause Citroën/Peugeot (PSA). Damit das Triebwerk mit dem 1280 kg schweren Wagen zurechtkommt, musste Leistung her. 130 PS und ein maximales Drehmoment von 220 Nm helfen dem C4 auf die Sprünge und zwar richtig gut. Man hat fast nie den Eindruck, dass unter der Motorhaube nur ein kleiner Dreizylinder arbeitet. Nur im untersten und obersten Drehzahlbereich ist das typische Dreizylinder-Knattern zu vernehmen. Ansonsten läuft der Motor nahezu vibrationslos. Keinen Unterschied zu den anderen C4-Modellen ist beim Getriebe auszumachen. Die sechs Gänge müssen manuell sortiert werden, was ohne viel Kraftaufwand gelingt. Aber auch in diesem Citroën sind die Schaltwege einfach zu lang und die Führung etwas gar ungenau. Der C4 130 THP, wie der Wagen offiziell heisst, ist also trotz des kleinen Motors alles andere als eine Schnecke. Aber, auch die Franzosen können gewisse Gesetze nicht überwinden. Wo viel rauskommen soll (Leistung), muss auch viel rein (Treibstoff). Im Falle des C4 bedeutet dies: Citroën nennt einen Durchschnittsverbrauch von 4,9 Liter pro 100 Kilometer. Unter sechs Liter konnten wir den Verbrauch auch mit sehr zurückhaltender Fahrweise aber nicht drücken, im Testschnitt waren es gar 6,6 l/100 km.

Keine Frage ist, dass der C4 ein sehr gut gemachtes Alltagsauto darstellt. Das Fahrwerk ist eine der Stärken des Franzosen. Samtig-weich war gestern, angenehm dynamisch ist angesagt. Ohne dass zu viel unnötige Härte hineinspielt, derer sich einige deutsche Hersteller gerne bedienen. Die Lenkung ist präzise, die Bremsen auf dem neusten Stand der Technik. Auch an Sitzen, Ergonomie und Haptik haben wir nichts auszusetzen. Da sind die Franzosen vielleicht noch nicht ganz auf dem Niveau des Volkswagen-Konzerns, aber die Annäherung ist eklatant.

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