BMW
Sportwagen mit Kleinwagen-Verbrauch

BMW macht ernst mit dem Thema alternative Antriebe. Der kleine, rein elektrisch angetriebene i3 (auch mit Range Extender zu haben) hat das Zeug dazu, die Elektromobilität einen grossen Schritt weiter zu bringen. Und jetzt kommt auch der i8.

Markus Chalilow
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BMW i8

BMW i8

HO

Nicht rein elektrisch, sondern als Plug-in-Hybrid kommt er, der i8, bereits 2014. Ja, das haben andere - teils schon lange - im Programm. Und trotzdem ist der 2+2-Sitzer aus München speziell. Er ist die konsequente Fortführung der 3er Active Hybrid. Nix von Öko-Fundie-Attitüde, Freude am Fahren trotz geringem Verbrauch. Das kann sonst nur noch Infiniti, allerdings ohne Plug-in-Technologie.
Die technischen Daten können sich sehen lassen. Als Verbrennungsmotor fungiert ein kleiner Dreizylinder, natürlich mit Turboaufladung. Der Hubraum ist sogar mit dem eines Toyota Prius identisch (1,5 Liter), aber dank Turboaufladung soll der Dreizäpfer 231 PS leisten. Und ein maximales Drehmoment von 320 Nm liefern. Kombiniert wird der Verbrenner mit einem Elektromotor, welcher maximal 96 kW leistet und maximal 250 Nm abgibt. Zudem wird der Kraftfluss der beiden Triebwerke getrennt. Während der Elektromotor bei Bedarf über ein automatisches Zweiganggetriebe die Vorderräder antriebt, schickt der Dreizylinder seine Kraft via Sechsstufenautomatik an die Hinterräder.
Insgesamt ergibt die Kombination der beiden Antriebe eine Systemleistung von 362 PS und 570 Nm Drehmoment. Das soll reichen, um den i8 in 4,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu treiben. Und weil die Kraft auf beide Achsen verteilt wird, sollte die Traktion kein Problem sein. BMW nennt einen Normverbrauch von 2,5 Liter pro 100 Kilometer. Allerdings wohl nur, wenn man den «Fahrerlebnisschalter» in der Stellung «Eco Pro» belässt. Insgesamt lassen sich fünf Modi abrufen. Entweder rein elektrisches
Fahren mit einer Reichweite von bis zu 35 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Oder der Modus «Comfort» mit optimaler Balance zwischen Dynamik und Effizienz und einer Gesamtreichweite im Alltagsbetrieb: mehr als 500 Kilometern. Dann gibts noch den Sport-Modus mit besonders intensiver Boost-Funktion durch den Elektromotor. So viel Effizienz ist aber vor allem auch eine Frage des Gewichts. Und hier schöpft BMW aus dem Vollen. Die Fahrgastzelle besteht auch Kohlefaser-Verbundmaterial (CFK), die Türen aus einer CFK-Aluminium-Struktur, Instrumententafel mit Tragstruktur aus Magnesium, Aluminium-Chassis sowie Trennscheibe zwischen Fahrgast- und Gepäckraum aus Dünnglas.

All diese Massnahmen erlauben es, das Gewicht auf einen durchaus akzeptablen Niveau zu halten. 1490 soll der i8 trotz der beiden Motoren und der Akkus (5kW/h) auf die Waage bringen. Natürlich sind die erwähnten Materialien nicht gerade billig. Doch über die Preise für den i8 schweigt man sich noch aus. Allerdings hat uns BMW bei den den Preisen für den kleinen i3 bereits einmal überrascht (ab 39'950 Franken).

Gut möglich dass die Bayern auch beim i8 eine Preisbombe platzen lassen, einfach nur um zu zeigen, dass man es mit Elektro- und Hybridtechnik verdammt ernst meint. Wir sind gespannt auf die ersten Fahrten mit dem 489 cm langen i8 und hoffen, dass uns BMW endlich vom Hybridantrieb überzeugt. Von der Papierform her hat der Bayer eindeutig das Zeug dazu. Wir sind gespannt! In Deutschland soll der i8 ab 2014 für mindestens 126'000 Euro auf den Markt kommen.

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