Ford
Schöne Aussichten für 2015 – Mustang

Endlich wird der Ford Mustang auch offiziell in die Schweiz importiert – es braucht aber Geduld.

Peter Ruch
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Ford Mustang GT

Ford Mustang GT

HO

Ford liebt den Begriff «Weltauto». Er wird seit Jahren strapaziert – und doch hat «one world, one Ford» noch nie funktioniert. Schönstes Beispiel, aktuell: in den USA gibt es den Ford Fusion schon seit bald zwei Jahren – wann dieses Modell, das in Europa Mondeo heisst, dann endlich hierzulande erhältlich sein wird, steht noch in den Sternen. Ist ja auch nicht so wichtig, ist ja nur jenes Fahrzeug, das Ford in Europa am meisten Geld in die Kassen gespült hat.
Und jetzt wieder: Auch der neue Mustang darf ein «Weltauto» werden. Das bedeutet, dass der in den USA entwickelte und in den USA gebaute «Pony Car» überall in der gleichen Version erhältlich sein wird. Also auch in der Schweiz. Das ist eine nicht ganz unwichtige Neuigkeit, denn der Mustang war eines jener Fahrzeuge, von denen die Grau-Importeure die grössten Stückzahlen absetzen konnten. Dieses (gute) Geschäft will sich Ford nun nicht mehr entgehen lassen (irgendwie muss der Mondeo ja kompensiert werden ...), allerdings müssen sich die potenziellen Kunden noch bis 2015 gedulden. Was bedeutet, dass die Grau-Importeure jene Interessenten, die unbedingt und sofort einen neuen Mustang wollen, 2014 noch bedienen können. Und die erstaunlich lange Verzögerung bedeutet wohl auch, dass Ford Europe den US-Mustang noch sanft bearbeiten will, in Sachen Fahrwerk vor allem. So viel zum Thema «Weltauto».
Bis der neue Mustang dann offiziell in die Schweiz kommt, hat er auch seinen 50. Geburtstag schon hinter sich – 2014 ist es genau 50 Jahre her, dass der Ford das Licht der Welt erblickte. Er begründete in den 60er-Jahren ein neues Segment, die «Pony Cars» (als Konkurrenz zu den «Muscle Cars»), er verkaufte sich von Anfang an hervorragend, er fuhr an der Verkaufsfront alle Konkurrenten, etwa den Chevrolet Camaro, in Grund und Boden. Zumindest in der ersten Generation, die in vier Versionen bis 1974 gebaut wurde. Was danach kam, war teilweise bitter bis grauenhaft, vor allem die Mustang II (1974 bis 1978) und Mustang III (1979 bis 1993) werden wohl nie zu Sammlerstücken. Der Gipfel des Niedergangs: Mustang II mit einem 2,3-Liter-Vierzylinder mit gerade einmal 85 PS. Auch der neue Mustang, sechste Generation, wird mit einem 2,3-Liter-Vierzylinder auf den Markt kommen. Der hat dann allerdings mithilfe eines Turbos satte 309 Pferde. Und all jene, die aufheulen, pfui, Mustang mit vier Zylindern: Zudem gibt es den Amerikaner auch weiterhin mit einem fetten 5-Liter-V8 unter der immer noch mächtigen Haube, 426 PS stehen dann zur Verfügung. Es ist das nicht das letzte Wort, da kommt wohl noch mehr.
Was auch neu ist: Der Mustang, von dem mehr als neun Millionen Exemplare verkauft worden sind, hat erstmals keine Starrachse mehr hinten. Endlich wird also auch das Fahrwerk so angepasst, dass sich der Ford wirklich auf der ganzen Welt verkaufen lassen kann. Ansonsten wird es jede Menge Assistenz-Systeme geben – etwas, was bei Ford unter dessen weltweit typisch ist, für den Mustang aber neu. Dass es auch Internet und sonstige Gimmicks gibt im Auto, sieht Ford als Zugeständnis an die jüngere Klientel, die man ansprechen will. Erstmals gibt es auch eine «Launch Control», damit man besser und schneller von den Rotlichtern durchstarten kann. Das immerhin ist typisch amerikanisch.