Auch wenn das Kürzel RS im allgemeinen für «Renn-Sport» steht, der schärfste Octavia der Geschichte ist kein Rennwagen. Im Gegenteil, er ist ein sehr praktisches Auto, wie die anderen Octavia-Modelle auch. Nur dass der RS halt deutlich mehr Power unter der Haube hat. Will heissen, mit den RS-Modellen kann man den Alltag ebenso gut bewältigen wie mit jedem anderen Skoda. Aber, er lässt sich auch ziemlich zügig durch kurviges Geläuf dirigieren. Wie es für die Marke aus Tschechien üblich ist, wird auch beim neusten RS nichts auf die Spitze getrieben. Klar ist das Fahrwerk deutlich straffer abgestimmt als bei einem normalen Octavia, aber unbequem ist er deshalb nicht. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die tollen Sportsitze in Kurven dem Fahrer und Beifahrer viel Support bieten, aber nicht so steinhart gepolstert sind wie die Sportsitze einiger Konkurrenzprodukte.

Wer sein Auto vor allem nach Gesichtspunkten wie Fahrfreude, Dynamik oder Spurtstärke auswählt, dem sei der Benziner empfohlen. Die 220 PS und das maximale Drehmoment von satten 350 Nm schieben den Wagen mit viel Nachruck an. Besonders schön ist die kurze Verzögerungszeit, bis der Benzindirekteinspritzer auf die Befehle des Fahrers reagiert. Fast könnte man vergessen, dass unter der Haube ein Turbomotor arbeitet.  Trotz all dieser Leistung soll der RS einigermassen sparsam sein. Die Tschechen nennen einen Durchschnittsverbrauch von 6,2 Liter pro 100 Kilometer für das Auto mit Handschaltung. Natürlich lässt sich der Fronttriebler (Allrad gibt’s beim RS nicht) auch mit dem automatischen 6-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe bestellen.

Skoda Octavia RS

Skoda Octavia RS


Der Diesel bietet zwar auf dem Papier mehr Drehmoment als der Benziner (max. 380 Nm), ist dafür aber mit 184 PS deutlich schwächer. Doch das ist nicht der Punkt, denn auch der Diesel-RS zieht mächtig an (0-100 km/h 8,1 Sekunden), gegen den Benziner hat er aber keine Chance (6,8 Sekunden). Der Punkt ist viel mehr, dass der Diesel mit seinem extrem linearen Drehmomentverlauf kaum Emotionen bietet. Er geht einfach: gut. 

Das Fahrwerk wurde wie gesagt sanft überarbeitet. Bremsen, Räder- und Reifendimensionen der erhöhten Belastung angepasst und das zweistufige Stabilitätsprogramm (nicht komplett abschaltbar) wurde ebenfalls adaptiert. Aber wie bereits erwähnt machen diese Massnahmen aus dem RS aber keinen harten Sportstuhl sondern ein agiles, aber immer noch komfortables Gefährt. Was im Umkehrschluss aber bedeutet, dass man damit besser nur als Zuschauer denn als Teilnehmer an eine Rennstrecke fährt. Denn für den richtig harten Einsatz ist der Octavia RS einfach zu soft.

Dafür überrascht der Blick in die Preisliste positiv. Den RS gibt es als Limousine mit 220 PS gibt se s 36'110 Franken, für den Diesel werden mindestens 36'740 Franken aufgerufen. Der in der Schweiz besonders beliebte Kombi kostet mit DSG und den 220-Benzin-PS mindestens 38'310 Franken. Mit ein paar Gimmicks kommt man so auf einen Komplettpreis von rund 43'000 Franken. Und das ist wirklich ein guter Preis für ein sehr gutes Automobil.