2011 wurden auf einer Auktion von Gooding & Company fast 17 Millionen Dollar für einen Ferrari 250 Testa Rossa, Jahrgang 1957, bezahlt. Es gilt dies als offizieller Weltrekord für das teuerste je versteigerte Automobil. Zwar gibt es Gerüchte, dass in den 1980er-Jahren schon höhere Preise erzielt wurden, mehr als 20 Millionen für einen Ferrari 250 GTO bezahlt worden seien, doch damals liefen manche Geschäfte hinter den Kulissen ab, und deshalb darf der Testa Rossa, das Rotkäppchen, den Weltrekord für sich in Anspruch nehmen.

Den höchsten Verkaufspreis schaffte 2012 wieder Gooding & Company, und zwar für einen Mercedes-Benz 540K Special Roadster aus dem Jahre 1936: 11,7 Millionen Dollar bezahlte ein Sammler für dieses wunderschöne Automobil. Auf den 2. Rang kommt ein Ford GT40 Mirage aus dem Jahre 1968, mit 11,4 Millionen Dollar, den RM Auctions im Sommer im amerikanischen Peeble Beach versteigerte. Dort, in der Umgebung des wohl berühmtesten Golfplatzes der Welt, wurden noch verschiedene andere Rekorde erzielt, denn die Auktionsbranche «denkt» in einzelnen Kategorien, etwa: Ferrari 250 GT SWB California Spyder. Für ein solches Fahrzeug schaffte ebenfalls RM Auctions den höchsten Preis aller Zeiten, stolze 8,58 Millionen Dollar. In den 1970er-Jahren konnte man dieses italienische Cabrio noch für 20 000 Franken kaufen.

Und genau deshalb, weil für verschiedene Referenz-Fahrzeuge 2012 absolute neue Rekorde erzielt werden konnten, ist die Branche ausgesprochen zufrieden mit dem vergangenen Jahr – die Tendenz zeigt weiterhin nach oben, ganz besonders bei den richtig teuren Fahrzeugen. Alte Ferrari verkaufen sich wie warme Weggli, auch die Vorkriegs-Mercedes sowie der Flügeltürer der Stuttgarter Marke haben massiv angezogen, die Preise haben sich im Vergleich zu 2010 teilweise fast verdoppelt. Für 2013 ist die Branche sehr zuversichtlich. Nicht ganz so gut läuft das Geschäft in den unteren und mittleren Preisregionen, bis etwa 250 000 Franken. Gerade in Europa sind die Kunden da eher abwartend, Fahrzeuge wie ein Jaguar E-Type stagnieren, sind schwer verkäuflich. Auch das Geschäft mit den Youngtimern ist ins Stocken geraten. Doch verschiedene Beobachter meinen, das sei nur die Ruhe vor dem Sturm: Der Markt für klassische Automobile ist ziemlich trocken, deshalb ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die günstigeren Angebote wieder anziehen. Zudem drängen immer mehr «neureiche» asiatische Sammler auf den Markt.