Es ist nicht nur das grösste US-Car-Treffen in der Schweiz, es ist auch der grösste eintägige Anlass im Kanton Solothurn: Das «Ami-Treffen» in Oensingen. Seit 30 Jahren organisieren die Friday Night Cruiser das Treffen für amerikanische Fahrzeuge jeweils am ersten Mai-Wochenende. Trotz Regengüssen kamen diesen Mai über 2000 Autos und über 20 000 Besucher.

Jetzt gibt es schlechte Nachrichten für Oldtimerfans und Liebhaber des American Way of Life: 2013 findet das Treffen nicht statt. Dies hat die Generalversammlung der Friday Night Cruiser entschieden. «Die einjährige Pause soll genützt werden, um über mögliche Veränderungen und Verbesserungen zu befinden», sagt Markus R. Härry vom organisierenden Verein, den Friday Night Cruisern. «Nach dem riesigen Aufwand wollen wir eine Pause einlegen.»

Riesiger Aufwand der freiwilligen Helfer

Tausende Bratwürste wurden jeweils auf den Festplatz gebracht, eine eigene Verkehrsequipe arbeitete mit der Feuerwehr und der Polizei zusammen, Shuttlebusse brachten die Besucher auf das Gelände; Strassenkreuzer der 50er-Jahre und Musclecars der 70-er Jahre standen Schlange. 120 Helfer brauchte das Treffen, der Verein selbst zählt rund 80 Mitglieder. «Wir haben Kollegen und Freunde aktiviert», sagt Härri. Alle haben freiwillig geholfen. Eintritt haben die Friday Night Cruisers für ihr rollendes Freilicht-Museum nie verlangt.

Fünf der neun OK-Mitglieder haben an der Generalversammlung ihre Ämter zur Verfügung gestellt. «Viele haben sich gesagt, dass 30 Jahre ein guter Grund zum Aufhören sind», sagt Markus R. Härri. Weder gab es Streit, noch war der Abgang unkontrolliert oder kurzfristig geplant, sagt Härri, der selbst rund 25 Jahre im OK war. «Die Frage war, ob wir nach 30 Jahren weitermachen wollen», sagt Härri.

Man will familiärer werden

Schliesslich war es die Generalversammlung, die den Entscheid für die Pause traf. Der Aufwand sei immens geworden, begründet Markus Härri den Schritt. «Das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen lief aus dem Ruder. Wir haben immer mehr Stunden aufgewendet, unter dem Strich blieb weniger.» Nun nimmt sich der Vorstand ein Jahr Zeit, um sich Gedanken über ein neues Konzept zu machen. Markus Härri deutet an, dass man etwas zurückbuchstabieren möchte. «Wir können uns ein kleineres, familiäreres Treffen vorstellen», sagt Härri. Oder auf englisch: «Back to the roots.»

Oensingen war ein idealer Standort

Mit Oensingen, so Härri, habe der Entscheid nichts zu tun. «Mit Oensingen sind wir sehr zufrieden», sagt Härri. «Es ist ideal gelegen, das Einvernehmen mit den Behörden ist sehr gut.» Es könne durchaus sein, dass das Treffen - vielleicht in kleinerem Rahmen - wieder im Oensinger Industriegebiet stattfindet. «Vielleicht gibt es aber einfach weniger Werbung», sagt Härri.