Autosalon Genf
Platz für Ideen

Heute wurde der Genfer Autosalon für das Publikum geöffnet. Ein Überblick über die Messe.

Philipp Aeberli
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Piëch Mark Zero Toni Piëch, Sohn von Ferdinand Piëch und Marlene Porsche, zeigt in Genf erstmals den Piëch Mark Zero. Die Sportwagen-Manufaktur mit Sitz in Zürich will den Zweiplätzer mit Elektroantrieb binnen drei Jahren auf die Strasse bringen und verspricht bis zu 500 Kilometer Reichweite. Bis zu 10 000 Stück pro Jahr will der Unternehmer produzieren.
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Bugatti La Voiture Noire
Hispano Suiza Carmen „Carmen“, zelebriert das Comeback von Hispano Suiza. 19 Stück des 1019 PS starken Elektro-Renners sollen gebaut werden.
Aurus Senat S600 Luxus aus Russland: Die Limousine ist in zwei Längen und sogar mit Panzerung lieferbar. Hochmodern ist die russische Limousine beim Antrieb: Ein 4,4-Liter-V8-Biturbo mit Hybrid-Unterstützung und mehr als 600 PS - samt Allradantrieb.
Mercedes-Benz CLA Shooting Brake Der nächste, logische Schritt: Nach der Einführung der neuen A-Klasse 2018 folgt nun der Lifestyle-Kombi auf der selben Basis. Der CLA Shooting Brake ist, wie auch die CLA-Limousine, rund 14 Zentimeter länger als die A-Klasse und kommt mit praktischem Kombi-Angebot. Das Motorenangebot reicht von 163 bis 224 PS. Auch eine starke AMG-Variante mit mehr als 420 PS und Allradantrieb wird folgen. Auf sie muss man allerdings noch warten.
Honda e Prototype Honda nimmt in Genf einen weiteren Schritt zum ersten E-Auto der Marke: Der Honda e soll schon im Frühjahr 2019 bestellbar sein und ab 2020 ausgeliefert werden. Der kompakte Vierplätzer überzeugt mit seinem futuristischen, komplett digitalen Cockpit und einem Hauch Retro-Charme beim Aussendesign. Die Batterie soll rund 40 KWh Kapazität bieten, was eine Reichweite von gut 200 Kilometer ermöglicht. Geladen wird in rund 30 Minuten auf 80%.
Mazda CX-30 Mazda schliesst die Lücke zwischen CX-3 und CX-5: Der neue Crossover CX-30 passt mit 4,40 Länge exakt zwischen die beiden bestehenden Modelle - und konkurriert beispielsweise den VW Tiguan. Technisch basiert der Japaner auf einer neuen Plattform, die mit dem Mazda3 lanciert wurde. Das heisst: Mild-Hybrid-Unterstützung für alle Motoren und später auch der neue Selbstzünder-Benziner sorgen für Vortrieb.
e.GO Life e.Go aus Achen (D) zeigt in Genf die Serienversion des Kleinwagens „Life“ mit E-Antrieb, der noch 2019 ausgeliefert werden soll.
CUPRA Formentor Cupra feiert in Genf seinen ersten Geburtstag. Als Geschenk bringt die sportliche Tochtermarke von Seat eine Seriennahe Studie mit, den Formentor. Er soll das erste Modell der Marke werden, das nicht auf einem Seat-Modell basiert. Der Crossover verfügt über einen Plug-in-Hybrid-Antrieb mit 245 PS und soll bis zu 50 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können. Im Innenraum gibt es unter anderem ein voll digitales Cockpit.
Polestar 2 Zwar ist Volvo in Genf nicht präsent. Dafür aber Polestar, die Tochtermarke, die für sportliche Fahrzeuge mit alternativem Antrieb einstehen will. Auf den Polestar 1 mit Plug-in-Hybrid folgt nun der Polestar 2. Die viertürige Fliessheck-Limousine leistet 408 PS und will mehr als 500 Kilometer mit einer Akkuladung (78 kWh) schaffen. Die Preise sind noch nicht bekannt, dürften sich aber nach dem engsten Rivalen richten: Dem Tesla Model3.
Ferrari F8 Tributo Den Nachfolger des 488 GTB bringt Ferrari mit an die Messe: Der F8 Tributo leistet 720 PS aus einem 3,9-Liter-V8 mit zwei Turboladern. Das ergibt stolze 185 PS pro Liter Hubraum.
Peugeot 208 Der Löwe wird elektrisch: Peugeot zeigt in Genf den neuen 208. Der Kleinwagen basiert auf der PSA-Konzernplattform und teilt sich viel Technik mit dem DS3 und dem kommenden Opel Corsa. Das heisst vor allem: Es wird auch eine Version mit reinem E-Antrieb geben, von der man rund 340 Kilometer Reichweite (WLTP) erwarten darf. Der neue 208 wird im Herbst auf die Strasse kommen.
Renault Clio Renault zeigt in Genf die Neuauflage des Clio. Er baut auf einer komplett neuen Architektur auf und bietet mehr Platz bei geringeren Aussenabmessungen. Das Design orientiert sich am grösseren Bruder Mégane.
Audi Q4 e-tron Concept Audi zeigt am Salon einen ersten Ausblick auf ein weiteres Modell mit E-Antrieb. Auf den e-tron (2019) und den e-tron Sportback soll wohl 2021 der Q4 e-tron folgen. Der Coupé-aritge SUV wird ein grosser Bruder für den Q3 und soll mit reinem e-Antrieb kommen. Dieser leistet rund 305 PS, welche auf alle vier Räder verteilt werden. Dank 82 kWh Batterie sollen mehr als 450 Km am Stück möglich sein.
Skoda Kamiq Die Skoda SUVs Kodiaq und Karoq bekommen in Genf einen kleinen Bruder: Den Kamiq. Der kompakte Crossover basiert auf der selben Plattform wie VW T-Cross und Skoda Arona. Folglich sind Drei- und Vierzylinder-Benziner und ein Vierzylinder-Diesel unter der Haube. Sie treiben die Vorderräder mit 95 bis 150 PS an. Trotz kompakter Abmessungen bietet der Tscheche 400 bis 1395 Liter Kofferraum.
Mitsubishi ASX Mitsubishi gönnt dem seit 2009 gebauten ASX eine weitere Überarbeitung. Der SUV bekommt neues Design an Front und Heck. Viel wichtiger sind aber die Änderungen unter dem Blech. Für mehr Moderne sorgt das neue Infotainment-System mit grösserem Touchscreen. Es bietet nun Smartphone-Konnektivität, Echtzeit-Verkehrsdaten per Internet und soll später auch mit einer App kompatibel sein, sodass Auto-Daten aufs Handy kommen.
Subaru E-Boxer Subaru steht für Boxermotor und Allradantrieb. An dieser Technologie wollen die Japaner auch weiterhin festhalten. Als erstes Modell bekommt darum der Forester den neuen E-Boxer. Der Vierzylinder-Benziner wird durch eine E-Maschine im Getriebe unterstützt und leistet 150 PS aus zwei Litern Hubraum.
Bentley Continental GT No 9 Edition Zum 100-jährigen Jubiläum beschenkt sich Bentley mit einer Sonderedition des Continental GT - limitiert auf 100 Stück. Im Innenraum wird ein Stück Holz aus dem legendären Bentley Blower von 1930 verbaut.

Piëch Mark Zero Toni Piëch, Sohn von Ferdinand Piëch und Marlene Porsche, zeigt in Genf erstmals den Piëch Mark Zero. Die Sportwagen-Manufaktur mit Sitz in Zürich will den Zweiplätzer mit Elektroantrieb binnen drei Jahren auf die Strasse bringen und verspricht bis zu 500 Kilometer Reichweite. Bis zu 10 000 Stück pro Jahr will der Unternehmer produzieren.

HO

Der Autosalon 2019 ist ein Zeichen für den Wandel in der Autoindustrie. Die Gänge zwischen den Ständen sind breiter geworden, hier und da lockert ein Kaffee oder ein Imbissstand die Ausstellung auf. Der Salon wirkt luftiger und grosszügiger. Dieser positive Effekt hat einen ernsten Hintergrund: Zahlreiche grosse Hersteller haben ihren Auftritt am 89. Internationalen Autosalon von Genf abgesagt. Den Stand von Ford sucht man vergebens. Genauso jenen von Hyundai, Jaguar-Land Rover oder Opel. Infiniti, Cadillac oder Volvo? Ebenfalls abwesend. Denn ein Auftritt an einer internationalen Messe kostet die Hersteller Millionen – und wird in Zeiten von Rationalisierung und Umstrukturierungen immer öfter in Frage gestellt.
Nicht nur die Industrie, sondern auch die Messeveranstalter stehen also vor grossen Herausforderungen, soll der Autosalon nicht zum Auslaufmodell werden. Die Organisatoren haben die Herausforderung angenommen – und es geschafft, auch 2019 einen interessanten Salon auf die Beine zu stellen. Nicht nur durch die grosszügigere Rauaufteilung, der Stand von Aston Martin beispielsweise konnte drastisch vergrössert werden, sondern auch, indem man neue Aussteller für die Messe gewann. Wo Grosse fernbleiben, rücken kleinere Nach. So ist der Salon 2019 ein Stück weit auch zu einer Entdeckungsreise geworden. Toni Piëch, Sohn von Ferdinand Piëch und Marlene Porsche, zeigt in Genf erstmals den Piëch Mark Zero. Die Sportwagen-Manufaktur mit Sitz in Zürich will den Zweiplätzer mit Elektroantrieb binnen drei Jahren auf die Strasse bringen und verspricht bis zu 500 Kilometer Reichweite. Bis zu 10 000 Stück pro Jahr will der Unternehmer produzieren.
Das Thema E-Mobilität lockt viele Start-Ups, die nun auch Gelegenheit bekommen, ihre Kreationen in Genf zu präsentieren. So zum Beispiel e.Go. Das Unternehmen aus Achen (D) zeigt in Genf die Serienversion des Kleinwagens „Life“ mit E-Antrieb, der noch 2019 ausgeliefert werden soll. Des Weiteren gibt es in Genf traditionsgemäss viele Kleinserien-Sportwagen zu sehen, wie zum Beispiel den „Carmen“, der das Comeback von Hispano Suiza zelebriert. 19 Stück des 1019 PS starken Elektro-Renners sollen gebaut werden.
Einen Einblick in eine andere Autowelt bietet Aurum. Der russische Hersteller zeigt mit dem Senat S600 die zivile Version der Staatslimousine Senat S600, die nicht nur über luxriöse Ausstattung, sondern auch über Allradantrieb und einen Hybrid-Motor mit mehr als 600 PS verfügt. Der Senat S600 wird zwar in der Schweiz nicht angeboten – ist aber allemal interessant anzuschauen.

Nebst diesen zahlreichen neuen Einblicken bietet der Salon 2019 natürlich weiterhin viele Ausblicke von etablierten Herstellern. Mit dem Renault Clio und dem Peugeot 208 zeigen sich gleich zwei der meistverkauften Kompaktwagen Europas in Neuauflage. Mercedes bringt mit dem EQ-V eine Studie für einen elektrisch angetriebenen Van mit nach Genf und zeigt mit dem AMG GLE 53, dass man die Hybridunterstützung auch in die sportlich ausgelegten Modelle bringt. Und Honda unterstreicht mit dem e Prototype seine Absichten, den kleinen Stromer bald in Serie zu bringen.
Aber schliesslich soll es in Genf nicht nur um Vernunft und Zukunftspläne gehen, sondern auch um Träume, die es an der Messe ebenfalls zu sehen gibt: Ferrari ersetzt den 488 GTB und enthüllt den F8 Tributo, Bugatti zeigt mit „La Voiture Noire“ eine neue Kreation mit 1500 PS. Der Supersportler ist mit einem Preis von rund 13 Millionen Franken der teuerste Neuwagen der Welt – und wird genau einmal gebaut.

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