Der Autosalon 2019 ist ein Zeichen für den Wandel in der Autoindustrie. Die Gänge zwischen den Ständen sind breiter geworden, hier und da lockert ein Kaffee oder ein Imbissstand die Ausstellung auf. Der Salon wirkt luftiger und grosszügiger. Dieser positive Effekt hat einen ernsten Hintergrund: Zahlreiche grosse Hersteller haben ihren Auftritt am 89. Internationalen Autosalon von Genf abgesagt. Den Stand von Ford sucht man vergebens. Genauso jenen von Hyundai, Jaguar-Land Rover oder Opel. Infiniti, Cadillac oder Volvo? Ebenfalls abwesend. Denn ein Auftritt an einer internationalen Messe kostet die Hersteller Millionen – und wird in Zeiten von Rationalisierung und Umstrukturierungen immer öfter in Frage gestellt.
Nicht nur die Industrie, sondern auch die Messeveranstalter stehen also vor grossen Herausforderungen, soll der Autosalon nicht zum Auslaufmodell werden. Die Organisatoren haben die Herausforderung angenommen – und es geschafft, auch 2019 einen interessanten Salon auf die Beine zu stellen. Nicht nur durch die grosszügigere Rauaufteilung, der Stand von Aston Martin beispielsweise konnte drastisch vergrössert werden, sondern auch, indem man neue Aussteller für die Messe gewann. Wo Grosse fernbleiben, rücken kleinere Nach. So ist der Salon 2019 ein Stück weit auch zu einer Entdeckungsreise geworden.  Toni Piëch, Sohn von Ferdinand Piëch und Marlene Porsche, zeigt in Genf erstmals den Piëch Mark Zero. Die Sportwagen-Manufaktur mit Sitz in Zürich will den Zweiplätzer mit Elektroantrieb binnen drei Jahren auf die Strasse bringen und verspricht bis zu 500 Kilometer Reichweite. Bis zu 10 000 Stück pro Jahr will der Unternehmer produzieren.
Das Thema E-Mobilität lockt viele Start-Ups, die nun auch Gelegenheit bekommen, ihre Kreationen in Genf zu präsentieren. So zum Beispiel e.Go. Das Unternehmen aus  Achen (D) zeigt in Genf die Serienversion des Kleinwagens „Life“ mit E-Antrieb, der noch 2019 ausgeliefert werden soll. Des Weiteren gibt es in Genf traditionsgemäss viele Kleinserien-Sportwagen zu sehen, wie zum Beispiel den „Carmen“, der das Comeback von Hispano Suiza zelebriert. 19 Stück des 1019 PS starken Elektro-Renners sollen gebaut werden.
Einen Einblick in eine andere Autowelt bietet Aurum. Der russische Hersteller zeigt mit dem Senat S600 die zivile Version der Staatslimousine Senat S600, die nicht nur über luxriöse Ausstattung, sondern auch über Allradantrieb und einen Hybrid-Motor mit mehr als 600 PS verfügt. Der Senat S600 wird zwar in der Schweiz nicht angeboten – ist aber allemal interessant anzuschauen.

Nebst diesen zahlreichen neuen Einblicken bietet der Salon 2019 natürlich weiterhin viele Ausblicke von etablierten Herstellern. Mit dem Renault Clio und dem Peugeot 208 zeigen sich gleich zwei der meistverkauften Kompaktwagen Europas in Neuauflage. Mercedes bringt mit dem EQ-V eine Studie für einen elektrisch angetriebenen Van mit nach Genf und zeigt mit dem AMG GLE 53, dass man die Hybridunterstützung auch in die sportlich ausgelegten Modelle bringt. Und Honda unterstreicht mit dem e Prototype seine Absichten, den kleinen Stromer bald in Serie zu bringen. 
Aber schliesslich soll es in Genf nicht nur um Vernunft und Zukunftspläne gehen, sondern auch um Träume, die es an der Messe ebenfalls zu sehen gibt: Ferrari ersetzt den 488 GTB und enthüllt den F8 Tributo, Bugatti zeigt mit „La Voiture Noire“ eine neue Kreation mit 1500 PS. Der Supersportler ist mit einem Preis von rund 13 Millionen Franken der teuerste Neuwagen der Welt – und wird genau einmal gebaut.