Eigentlich sollte man das ja nicht tun, erklärt Baureihenleiter Gernot Döllner. «Die goldene Regel im Automobilbau besagt, dass man nie ein komplett neues Auto mit einem komplett neuen Antriebsstrang bestücken sollte. Und das auch noch in einer neuen Fabrik bauen. » Diese Regel hat Porsche für den neuen Panamera gleich mehrfach gebrochen. Der Neuling wird in einem neuen Werk in Leipzig gebaut. Zudem hat die zweite Generation vom ersten Panamera laut Döllner nur drei Dinge übernommen: die Idee des viertürigen Luxus-Sportwagens, den Namen und natürlich das Porsche-Wappen auf der Haube. Alles andere ist neu. Eigentlich erstaunlich. Denn der erste Panamera darf schon als sehr gelungen angesehen werden. Er polarisierte mit seiner Optik, konnte aber durch guten Fahrkomfort, beeindruckende Effizienz und einzigartige Fahrdynamik überzeugen. Das reichte den Entwicklern nicht: Der Neue muss alles besser können.

Porsche Panamera Turbo Rekordfahrt

Porsche Panamera Turbo Rekordfahrt

Der neue Porsche Panamera Turbo bei seiner Rekordrunde auf dem Nürburgring. Rundenzeit: 7:38


Mit einer beeindruckenden Zeit von 7:38 Minuten kürte sich das vorläufige Topmodell, der Panamera Turbo, schon mal zur schnellsten Serienlimousine auf der Nürburgring Nordschleife. Ehrensache. Dabei helfen dem fast zwei Tonnen schweren Vierplätzer nicht nur die 550 PS und 770 Nm aus dem neu entwickelten V8 mit vier Litern Hubraum und der Allradantrieb samt Hinterachslenkung, sondern auch die ausgefeilte Aerodynamik mit doppelt ausfahrbarem Heckflügel und die optionale, riesige Keramikbremse mit 10-Kolben-Sätteln und 420 mm grossen Scheiben an der Vorderachse. Das Luftfahrwerk wurde ebenfalls komplett neu gestaltet. Drei grosse Luftkammern sorgen für einen noch breiteren Verstellbereich zwischen Sport und Komfort. Auf Wunsch ist zudem eine elektrische Wankstabilisierung, die die Seitenneigung in Kurven praktisch eliminiert. 

Als weiteres Highlight präsentiert Porsche mit dem neuen Panamera ein Doppelkupplungsgetriebe mit acht Gangstufen. Es schaltet auf Wunsch nicht nur sehr schnell, sondern kann die Gänge auch äusserst geschmeidig wechseln. Zudem baut es nicht länger als die 7-Gang-Variante des Vorgängers – und bietet dabei noch Platz für einen E-Motor, welcher bei einer späteren Plug-in-Hybrid-Variante zum Einsatz kommen wird. Sicher ist indes auch schon, dass weitere Karosserievarianten folgen, beispielsweise ein «Sport Turismo» genannter Kombi.
Im Cockpit bleiben vom Vorgänger fast nur noch der traditionell analoge Drehzahlmesser und das Zündschloss links vom Lenkrad erhalten. Ansonsten hielt das digitale Zeitalter Einzug. Die
Instrumente sind voll digital und lassen sich frei konfigurieren. Auf der Mittelkonsole werden die wichtigsten Funktionen über berührungsempfindliche Flächen angesteuert, alles andere findet
sich am grossen, zentralen Monitor. Internetzugang, eine Verbindung zur Smartphone-App und modernstes Infotainment sind selbstverständlich.
Der neue Panamera rollt im November zu den Schweizer Händlern. Den Einstieg bildet der 4S mit 2,9-Liter-V6- Biturbo, 440 PS und Allradantrieb. Er kostet mindestens 138 000 Franken.
Das Topmodell, der Panamera Turbo, kostet ab 186 700 Franken. Erstmals bietet Porsche zudem einen V8-Diesel mit 422 PS an – ab 142 800 Franken.