Nissan
Neubeginn für den X-Trail

Der Nissan X-Trail, der bisher eher unter die Kategorie «Arbeitstier» fiel, wird komplett neu lanciert.

Markus Chalilow
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Nissan X-Trail

Nissan X-Trail

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Nissan – Allianzpartner von Renault – ist erfolgreich. Die meisten Modelle verkaufen sich hervorragend, ganz besonders der Qashqai und der Juke. Aber auch die ganze Sport-Schiene mit den Nismo-Modellen ist auf guten Wegen. Und der Supersportler GT-R avanciert mittlerweile schon zum Kultauto. Aber es gibt natürlich auch Modelle, die nicht weggehen wie warme Weggli. Der X-Trail ist (oder war) so ein Modell. Mehr Arbeitstier denn Lifestyle-Auto war in der Schweiz nicht sonderlich gefragt. Hier haben die Japaner nun angesetzt und den X-Trail auf eine komplett neue Basis gestellt. Der neue X-Trail ist nun ein reinrassiges SUV. Modern in der Linienführung, sehr gut ausgestattet und trotzdem in gewissem Mass noch fürs Gelände geeignet. Kurz: Beim X-Trail der nun 3. Generation blieb kein Stein auf dem anderen.

Das fängt schon bei den Aussenmassen an. Zwar ist der neue X-Trail ziemlich genau gleich lang und hoch wie sein Vorgänger, der Radstand wuchs aber um satte 7,5 cm. Und auch in die Breite ist der Nissan gegangen. Das ergibt vor allem mehr Platz im Innenraum. Ja, es lebt sich sehr gut im Nissan-SUV, Platz und Ablagen gibts genug, die Kopffreiheit ist mehr als ausreichend. Zumindest vorne und in der zweiten Reihe. Optional kann der Nissan als Siebensitzer mit drei Sitzreihen geordert werden. Und da wirds ganz hinten schon etwas eng. Aber diese Option für eine dritte Sitzreihe musste sein, denn der neue Qashqai wird nicht mehr als Siebensitzer angeboten. Der X-Trail muss diese Angebotslücke füllen.
Für heutige Verhältnisse ist das Cockpit relativ einfach gehalten. Die Zahl an Knöpfen und Schaltern ist okay, nach wie vor sind aber einige Schalter sehr gut versteckt. Trotzdem ist die Bedienung einfach. Schön auch das Navigationssystem, welches über einen ausreichend grossen Bildschirm verfügt. Und es berechnet die Routen sehr schnell und die Darstellung ist sehr übersichtlich. Wer mag, ordert ein grosses Panorama-Glas-Schiebedach, eine ausufernde Multimedia-Anlage mit Internet-Anbindung oder Leder fürs Gestühl. Natürlich das meiste gegen Aufpreis. Serienmässig gibts eine Menge Platz fürs Gepäck. Fast 2000 Liter fast der Kofferraum, wenn alle Sitze abgeklappt sind. Minimal sind es immer noch beachtliche 550 Liter (5-Sitzer) – und die Sitzbank in der zweiten Reihe lässt sich über einen weiten Bereich verschieben. Er ist also auch sehr flexibel, der neue Nissan.
Nicht flexibel gibt man sich aber bei den Motoren. Ein 1,6 Liter grosser Diesel muss reichen, um den 1550 kg schweren Wagen in Schwung zu bringen. Das gelingt dem 130 PS leistenden Triebwerk mit seinem maximalen Drehmoment von 320 Nm zwar recht gut. Allerdings wäre eine etwas leistungsstärkere Variante für die PS-verwöhnte Schweizer Klientel sicher nicht falsch. Aber das kann ja noch kommen. Das Fahrwerk und die Bremsen jedenfalls würden etwas mehr Power durchaus verkraften. Wobei die Federung nicht extrem auf Komfort ausgelegt ist. Schlechte Strassen bringen den Wagen doch zuweilen etwas aus der Ruhe. Zurück zur Leistung: Bei einer maximal möglichen Anhängelast von bis zu zwei Tonnen wäre etwas mehr Power sicher auch nicht falsch. Aber für den Alltagsbetrieb reichts alleweil.
Dies auch, weil sich das manuelle Sechsganggetriebe fast ohne Kraftaufwand bedienen lässt und die Ab stufung der Gänge sehr gut passt. Natürlich gibts den X-Trail auch mit Automatik. Besser gesagt mit einem stufenlosen CVT-Getriebe, welches bei Nissan X-tronic genannt wird. Das Bauteil wurde ebenfalls komplett neu abgestimmt und das laute Hochdrehen reduziert.
Schön ist, mit dem kleinen Diesel ist der X-Trail durchaus sparsam. Das Werk nennt einen Wert von 4,9 Liter pro 100 Kilometer mit Handschaltung und Vorderradantrieb. Das ist angesichts des stattlichen Fahrzeugs ein hervorragender Wert. Mit 4x4 soll der Verbrauch bei 5,3 l/100 km liegen. Leider lässt sich das stufenlose Ge triebe nicht mit dem Allradantrieb kombinieren. Damit ist auch schon gesagt, dass der Nissan X-Trail auch nur mit Vorderradantrieb zu haben ist. Allerdings soll der Anteil der frontgetriebenen Modelle in der Schweiz nur etwa 40 Prozent betragen.

Ebenfalls mit an Bord ist ein ganzes Paket an Assistenzsystemen, auf Wunsch gibt es zudem ein Kamerapaket oder eine elektrisch angetriebene Heckklappe. Das Package stimmt beim X-Trail und die Transformation vom hemdsärmligen Arbeiter zum SUV-Beau scheint gelungen. Wie gut, werden die Käufer entscheiden, die sich den X-Trail ab dem 21. Juli bei den Händlern anschauen können. Und auf den Preisschildern einen Mindestbetrag von 32’900 Franken entdecken werden.