Ferrari
Mit der Präzision eines Chirurgen

Bei der F12berlinetta von Ferrari liegen Wahnsinn und Vernunft ganz nah beieinander.

Peter Ruch
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Ferrari F12berlinetta

Ferrari F12berlinetta

Peter Ruch

Ferrari baut pro Jahr etwa 7000 Fahrzeuge, manchmal ein paar mehr - und immer «genau eines weniger, als der Markt verlangt», wie das der Ferrari-Chef Luce de Montezemolo so schön beschreibt. Doch 7000 Autos pro Jahr, das ist nicht viel, Porsche baut jeden Monat deutlich mehr. Und trotzdem schafft es Ferrari immer wieder, ganz, ganz vorne zu sein in der technischen Entwicklung, die aufwendigtsen elektronischen Helferlein in Sachen Fahrwerk (die Fomel 1 lässt nicht nur grüssen, sie ist in Realität vorhanden), das vielleicht beste Doppelkupplungsgetriebe, das es derzeit gibt (es gibt grosse, berühmte Hersteller, die haben immer noch keines), absolute Spitzenwerte, was die Aerodynamik & Co. betrifft (und das ist mit gewaltigem konstruktivem Aufwand verbunden). Ferrari hat nur Fiat im Hintergrund, und Fiat spendiert Ferrari den (leider billig anmutenden) Schlüssel, doch das war es dann auch schon an Synergien, von denen das kleine Unternehmen aus Maranello profitieren kann.
Unter den aktuellen Supersportwagen ist die F12berlinetta von Ferrari die derzeit beste Interpretation der Lehre von der reinen Sportlichkeit. Die rein akademischen Werte für die beste Querbeschleunigung, den gröbsten Abtrieb bei 300 km/h, auch für den tiefsten theoretischen Verbrauch sind um Welten besser als bei allen Konkurrenten. Natürlich kann Ferrari von viel Wissen aus der Zulieferer-Industrie profitieren, es ist Brembo eine Ehre, die besten Bremsen nach Maranello zu liefern, Getrag bezahlt wahrscheinlich dafür, sein Doppelkupplungsgetriebe von Ferrari in die beste aller Formen entwickeln zu lassen, die Reifen-Hersteller sehen es als eine Ehre an, nach den unglaublich präzisen Vorgaben des italienischen Herstellers die besten Produkte zu formen.

Ferrari F12berlinetta

Ferrari F12berlinetta

Peter Ruch