Er gilt als eine der schönsten Kreationen des ablaufenden Autojahres – der Jaguar F-Type mit festem Dach. Eine wirklich atemberaubende Linienführung, die endlos lange Motorhaube und der knackige und doch sehr harmonische Heckabschluss machen den F-Type ohne Stoffhaube fast noch begehrenswerter als das Cabrio.

Im Test stand der aufgeladene V6-Jaguar, der alles andere als schmalbrüstig ist. 380 PS leistet das Triebwerk und ist – wie fast alle Jaguar-Modelle – an eine Achtstufenautomatik gekoppelt. Der V6 S ist der Filigrantechniker, während der V8 R (560 PS) mit seinem Drehmoment-Tsunami einfach alles niederwalzt. Der moderatere Jag ist sehr angenehm zu fahren, die Leistungsentfaltung ungemein linear und auch Traktionsprobleme kennt der V6 deutlich weniger als sein superpotenter Bruder. Dazu kommt eine zwar etwas leichtgängige, aber durchaus präzise Lenkung sowie die tadellos arbeitende Automatik. Einzig bei hektischen Reaktionen am Gaspedal muss die Elektronik kurz überlegen, welchen der acht Gänge sie nun einlegen soll.

Und Hand aufs Herz, die 380 PS reichen locker aus, um eine Menge Spass zu haben. Auch auf der Autobahn in unserem nördlichen Nachbarland. Allerdings wird man ab und zu einen Tankstopp einlegen müssen, wenn man den Jag flott bewegt. In unserem Test genehmigte sich der Brite – wenig zurückhaltend – 11,0 Liter pro 100 Kilometer und war damit weit von der Werkangabe (9,1 l/100 km) entfernt. Aber eben, es mag auch etwas daran gelegen haben, dass es einfach viel Freude bereitet, den F-Type etwas offensiver zu bewegen. Ausserdem: Obwohl fast komplett aus Aluminium gefertigt, ist der Wagen kein Leichtgewicht. 1853 Kilogramm sind viel für einen reinen Zweisitzer mit einer Länge von 447 cm.

Innen macht der Brite seine Sache gut. Bei Bedarf ausfahrender Lüftungsschacht auf dem Armaturenträger, beim Entriegeln ausschwenkende Türgriffe, in Bronze gehaltene Schaltpaddel, gute Verarbeitung, schlüsselloses Zugangssystem. Ja, die Briten und ihre indischen Besitzer haben die Hausaufgaben wirklich gut gemacht. Das gilt für das Cabrio wie für das Coupé. Doch das darf man bei einem Basispreis von 102’700 Franken wohl auch erwarten. Es ist also eine reine Geschmackssache, welche der beiden Karosserieformen die Nase vorne hat? Nicht ganz, denn der geschlossene F-Type ist doch deutlich verwindungssteifer als sein offener Bruder – zudem ist auch der Geräuschkomfort deutlich höher einzuschätzen. Und eben, das Gepäckabteil fasst mit 407 Liter Volumen fast 200 Liter mehr als der Stauraum des Cabrios. Damit ist das F-Type-Coupé zwar nicht für die grosse Urlaubstour gerüstet, aber immerhin.