Eine Schlagzeile aus Frankreich sorgt derzeit für Unruhe in der Autowelt: Ab 2040 soll in unserem Nachbarland kein Auto mit Benzin- oder Dieselmotor mehr verkauft werden. Dies ist zwar noch keine beschlossene Tatsache, ist aber Teil des Klimaplans von Umweltminister Nicolas Hulot - und damit weit mehr, als nur eine vage Idee. Zudem ist das Ende des Verbrennungsmotor nicht nur in Frankreich ein Gesprächsthema: Indien plant, schon ab 2030 nur noch Elektroautos neu zuzulassen. Norwegen hat sich vorgenommen, dass ab 2025 alle neuen Fahrzeuge ohne fossile Brennstoffe auskommen sollen.

Volvo bringt dieses Thema nun von der Politik auch in die Autoindustrie - wenn auch nicht ganz so drastisch. Ab 2019 wollen die Schweden keine Autos ohne Elektromotor mehr lancieren. Das heisst freilich nicht, dass sich Volvo ganz vom Verbrennungsmotor verabschiedet. Doch will der Hersteller über die ganze Modellpalette nur noch elektrifizierte Fahrzeuge anbieten. Die kleinste Form davon wird ein Mild-Hybrid mit einem 48-Volt-Bordnetz sein. Der kleine E-Motor unterstützt den Hauptantrieb, einen Benziner oder Diesel. Energie bekommt die E-Maschine aus einer kleinen Batterie, die während der Fahrt, hauptsächlich durch Bremsenergie-Rückgewinnung geladen wird. 

Die nächste Stufe stellt der bei Volvo bereits bekannte Plug-in-Hybrid dar. Er verfügt über eine stärkere E-Maschine und eine grössere Batterie, die auch an der Steckdose oder Ladestation geladen werden kann. So sind rund 50 Kilometer rein elektrische Fahrt möglich. Für lange Fahrten ist unter der Haube nach wie vor ein Benzin- oder Dieselmotor verbaut. 

Schliesslich wollen die Schweden auch rein elektrisch angetriebene Autos lancieren. Fünf Elektroautos – drei Volvo Modelle sowie zwei Hochleistungs-Elektrofahrzeuge der Volvo Performance-Marke Polestar – werden zwischen 2019 und 2021 eingeführt.

Die Varianten mit reinem Benzin- oder Dieselantrieb werden in den nächsten Jahren schrittweise aus dem Modellprogramm verschwinden. «Uns geht es dabei um die Kunden», erklärt Präsident und CEO Håkan Samuelsson. «Elektrofahrzeuge werden zunehmend nachgefragt, und wir richten uns nach den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen unserer Kunden. Nun haben diese die freie Wahl aus allen neuen Volvo-Modellen.» 
Ein geschickter Schachzug - der natürlich nicht nur dem Kunden Vorteile bringt. Für Volvo ein guter Weg, die immer strengeren Verbrauchsvorgaben erfüllen zu können. Der Plan begann schon, als man 2013 verkündete, fortan nur noch Motoren mit höchstens vier Zylindern zu bauen. Das sorgt nicht nur für potenziell tieferen Verbrauch, sondern spart auch Entwicklungskosten und senkt dank höherer Stückzahlen auch die Produktionskosten. Den selben Effekt kann Volvo so auch mit den Hybrid-Antrieben nutzen, wenn sie flächendeckend eingesetzt werden. Die Entwicklungskosten können auf eine höhere Anzahl von Autos verteilt werden - und werden so für Hersteller und Kunden bezahlbarer. 

Und im Zuge der jüngsten Schlagzeilen rüstet sich Volvo damit erst recht für die Zukunft.  

President & CEO, Volvo Car Group

Håkan Samuelsson

President & CEO, Volvo Car Group