In einem Interview mit der deutschen «Bild»-Zeitung forderte US-Präsident Donald Trump mehr Gegenseitigkeit. Während man in den Staaten viele deutsche Autos sehe, fahren auf deutschen Strassen kaum amerikanische Wagen. Während Trump schon über erhöhte Importzölle nachdenkt, kontert BMW-Chef Harald Krüger, dass BMW der grösste Auto-Exporteur der USA sei. Im Werk in Spartanburg werden die Modelle X5 und X6 für den Weltmarkt gefertigt. Die Münchner beschäftigen rund 70 000 Menschen in den USA. Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wirft ein, dass die Amerikaner halt bessere Autos bauen sollen, damit diese in Deutschland auch gekauft würden. Es gibt aber noch einen weiteren Punkt zu beachten: Viele Modelle bieten amerikanische Hersteller in Europa gar nicht offiziell zum Kauf an, sie sind lediglich per Direktimport zu bekommen. Daher hier vier Kandidaten, die wir auch in der Schweiz gerne begrüssen würden.

Der wilde Hengst

Die aktuelle Generation des Mustang bietet Ford zwar erstmals weltweit an. Nicht aber das Sahnestück der Baureihe, den Shelby GT350. Der sportlichste Mustang hat nämlich weit mehr zu bieten, als nur traditionsreiche Zierstreifen. Die Aerodynamik, das Fahrwerk und die Bremsen wurden komplett überarbeitet, hinzu kommt ein neuer Motor. Der 5,2-Liter-V8 leistet nicht mehr 421, sondern satte 533 PS dank überarbeiteter Kurbelwelle und zahlreichen Anpassungen, die ihn bis über 8000 U/min drehen lassen. Dieser Hengst würde auch auf unseren Passstrassen eine gute Figur machen.

Das beliebte Zugtier

Auch der Dodge Ram ist hierzulande nicht offiziell erhältlich. Dennoch ist er für einige unverzichtbar; der grosse Pick-up bringt zwar bis zu drei Tonnen Leergewicht auf die Waage, bietet dafür aber auch einzigartig viel Platz. Dank bis zu 6,7-Liter Hubraum (Diesel) ist der Ram aber vor allem auch ein starkes Zugtier für grosse Anhänger.

Der Elektroblitz

Während wir auf den Opel Ampera-e hierzulande noch ein paar Monate warten müssen, ist die Produktion für seinen amerikanischen Bruder, den Chevrolet Bolt, schon im vergangenen November angelaufen. Der Bolt ist technisch praktisch identisch zum Ampera-e, auch er soll im WLTP-Zyklus eine Reichweite von rund 380 Kilometern schaffen. In den USA ist der kleine Stromflitzer für knapp 38 000 Dollar zu haben. Ein Preis, den wir hier sicherlich auch gerne zahlen würden, für einen elektrischen Chevrolet!

Das Hubraummonster

Die Dodge Viper, oder Viper SRT, wie sie seit 2012 heisst, war ebenfalls nie offiziell in der Schweiz und in Europa zu haben. 2017 soll nun die Produktion auch in den USA eingestellt werden, zu gering sei die Nachfrage von nur knapp 800 Stück pro Jahr. Vielleicht hätte man die Giftschlange retten können, wenn man sie auch hier angeboten hätte, schliesslich verkaufen sich stark motorisierte Modelle hierzulande besonders gut. Und stark motorisiert ist die Viper besonders als Sondermodell SRT ACR. Der 8,4-Liter-V10, dessen Motorblock ursprünglich aus einem Lastwagen stammt, leistet hier satte 654 PS. Hinzu kommt die extreme Aerodynamik, die bei 285 km/h eine Tonne Abtrieb generieren soll, was die Viper auf der Rennstrecke besonders schnell machen soll. Der Preis liegt bei rund 100 000 Dollar – da kann kein europäischer Sportwagen mithalten, wenn es um Preis-Leistung geht.

Es gäbe also durchaus Träume aus den USA, die unser Strassenbild bereichern würden. Wenn sie dürften.