Keine Ahnung, wie das neue Leben von Lotus genau funktioniert, doch es gibt Lebenszeichen aus Hethel. Und es sind gute Nachrichten, denn anscheinend scheint man sich nach DBD (Danny-Bahar-Desaster) auf den Kern der Marke zu besinnen: kleine, leichte, scharfe Geräte.

Noch in diesem Sommer soll der Exige S Roadster auf den Markt kommen. Das bedeutet: 3,5-Liter-V6 aus dem Evora, 350 PS, 400 Nm maximales Drehmoment bei 4500/min. Diese Kraft treibt ein Wägelchen an, das nur gerade 1166 Kilo wiegt - das ist zwar viel für einen Lotus, aber wenig im Vergleich zur Konkurrenz. Und, sehr erstaunlich: der Roadster wiegt 10 Kilo weniger als die geschlossene Variante. Wobei der Roadster eigentlich gar kein Roadster ist, mehr so ein Targa, denn er verliert nix ausser das Dach, die massiven Säule hinter den Passagieren bleiben stehen. Egal, er hat auf Wunsch kein Dach, man kann so ein bisschen draussen sitzen, den Sound im Ohr, den Wind im Haar, die Tränen in den Augen, die Mücken zwischen den Zähnen, und genau so muss es sein bei Lotus. Das Dach ist soft, und wir können uns vorstellen, dass es wieder einen Mechaniker-Lehrgang braucht, um das Ding zu entfernen oder zu montieren, samt Spezialwerkzeugen und zwei zusätzlichen Gelenken im Unterarm. Aber so muss das sein bei Lotus - und wenn man den Stofffetzen mal weg hat, braucht ihn auch nie wieder aufzusetzen. Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 4 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 233 km/h (was bei einem Lotus ja niemanden wirklich interessiert). Geschaltet wird händisch, sechs Gänge.

Ein Preis wird auch schon genannt: 52'900 Pfünder, gleich viel wie das Coupé. Wir rufen: Halleluja!

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