Nissan

Ladies Drive

Nissan Micra

Nissan Micra

Es ist wohl wirklich so: Der Micra ist das Wägelchen für die Frau des Hauses. Das Stadtauto für die Gattin. Muttis Auto halt. So will es nicht nur das Klischee, das belegen auch sämtliche Statistiken.

Und laut Nissan ist der Kleine seit fast  30 Jahren ein Pfeiler für den Erfolg des Unternehmens. Nach Qashqai und Juke ist er auf Platz drei der firmeninternen Rangliste. Zum neuen Modelljahr bekommt die vierte Generation Micra, basierend auf der letzten Version von 2011, ein gepflegtes Facelift geschenkt. Vor allem die Frontpartie wurde überarbeitet, der Grill ist dominanter, die v-förmige Chrom leiste wird zum wichtigen Erkennungszeichen und zeigt deutlich die Familienzugehörigkeit. Auch Haube, Kot flügel, Scheinwerfer und Frontstoss fänger wurden neu gezeichnet, die Nebelschein werfer sind, je nach Modell, mit Chromzierleisten eingerahmt. Lieb schaut er aus, auch der Neue. Ein bisschen hat er gar, ohne jetzt blasphemisch sein zu wollen, etwas von einem kleinen, süssen – Käfer?

Auch beim Innenleben hat das Designteam hier und da den Rotstift gezückt. Ein Infotainmentsystem (Navi, Radio/CD etc.) mit 5,8 Zoll grossem Touchscreen glänzt mit der neuen, mittig angebrachten, kreisrunden Konsole für Heizung, Lüftung und Klima um die Wette. Im besten Fall erinnert die Konsole an ein Willisauer Ringli; alle anderen optischen Assoziationen verkneifen wir uns. Hier und dort blitzt und schimmert es in Tiefschwarz, als wär es ein Flügel von Steinway. Doch soweit ist eigentlich alles prima, damit können wir leben. Doch dann die Sitzposition. Da stimmt etwas nicht, sagt das erste Gefühl, und das zweite meint dasselbe: Man sitzt zu weit oben. Ich bin nicht als Sitzriese bekannt, doch die Fensterlinie ist weit, weit unter der linken Schulter, zu weit, es sind gut und gerne zwanzig Zentimeter und vermittelt mir nicht  gerade – ja, was eigentlich nicht? Strassen nähe? Geborgenheit? Meine Hände tasten nach einem Hebel am Fahrersessel, seitlich, hinten – oder doch unten? –, um den Sitz vielleicht noch ein Stück hinunterdrücken zu können. Manchmal geht solches, auch in Kleinstwagen. Aber hier: Nix. Es heisst, sich abfinden, daran gewöhnen.

Aber dann das Highlight: drei Zylinder, 1,2-Liter-Benziner, fünf Gänge, von Hand geschaltet. Das Motörchen ist klein, aber fein. Optimiert, brav und dennoch erstaunlich leistungsfähig. Das manuelle Fünfganggetriebe bringt alles, was es soll. Und es macht richtig Freude, den kleinen Wagen so ein bisschen in kurvige Nebenstrassen zu hauen. Er hält wunderbar, auch das Fahrwerk nimmt alles souverän. Der Verbrauch des Micra wird mit optimistischen 4,3 Litern angegeben. Wir haben in der Zeit unserer Testfahrten (zugegeben: ungeschont) im Schnitt 6,3 Liter auf 100 Kilometer benötigt.

Andere Hersteller lassen ihre Autos mit jedem Facelift in alle Richtungen wachsen und Gewicht zulegen; Nissan bleibt mit dem Micra diesbezüglich seit Jahren nahezu konstant. Der Zuwachs beträgt zarte Millimeterchen. Das ist sympathisch. Den Micra erhält man nur als Fünftürer. SeineRückbank kann umgeklappt werden, was den Kofferraum von bescheidenen 265 Litern (was in etwa drei Einkaufstaschen plus einem Sixpack Mineralwasser entspricht) auf immerhin 605 Liter vergrössert. Den kleinen Nissan gibt es in drei Ausführungen. Die Basisversion Visia, mit 80 PS, ohne Schnickschnack und mit manuellem Fünfganggetriebe, kostet 13’990 Franken. Den Acenta gibt es auch mit einem DIG-S-Getriebe, CVT-Auto matik, Stopp/Start-System und 98 PS ab 20’760 Franken. Der Tekna dann hat noch serienmässig ein Panoramaglasdach, Klimaautomatik, Parksensoren und sonst noch ein bisschen Luxus und Schlagsahne, dafür muss man dann mit mindestens 24’010 Franken rechnen. Beim Händler ist der neue Micra ab September 2014 anzutreffen.

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