Kia

Koreanischer Riese

Kia Sorento

Kia Sorento

Ein SUV wie aus dem Bilderbuch, der neue Kia Sorento. Nach allen Seiten etwas gross geraten allerdings. Nun kommt er nach einer Rundumerneuerung stärker motorisiert und optisch aufgehübscht in den Grossstadtdschungel zurück.

Der erste Eindruck: Riesiges Teil. Zum Hochklettern auf den Fahrersitz braucht man, rein gefühlsmässig, eine kleine Leiter. Nicht, dass hoch sitzen per se unangenehm ist. Aber, ach, SUV fahren ist halt so eine Sache. Selbstverständlich hat es durchaus seine Vorteile, sehr viele sogar, wenn man ausreichend Platz zur Verfügung hat. Zum Beispiel kann man mit dem Sorento auch Klaviere transportieren. Also: Eines, und es ist auch kein richtiges Klavier sondern ein Digitalpiano, aber es hat immerhin 88 Tasten und ist in einem Stück. Kein Problem für den Riesen: Einmal alle hinteren Sitze umgeklappt und schon hätte man fast zwei davon in seinem Bauch verstauen können.

Was ist neu? Zu den auffälligsten äusserlichen Neuerungen gehört sicherlich der imposante Kühlergrill, flankiert von grossen LED-Positionsleuchten, die markanten Heckleuchten sowie neu gestaltete Leichtmetallräder. Neueste Technologien, hochwertige Materialien, zum Beispiel schicke, schwarze Ledersitze, und ein ergonomisches - und ausgesprochen angenehm pragmatisches - Design umgeben den Piloten. Die Rückfahrkamera ist eine echte Hilfe, ohne wäre man wohl ab und an überfordert. Die Parkassistenzsysteme sind ebenfalls hilfreich. Hier schaltet man das Gepiepe hin und wieder sogar gerne freiwillig ein: Schweizerisch enge Parklücken sind nämlich nicht gerade die Lieblinge von ausladenden SUVs und das gilt auch für den Sorento. Für seitliches Parkieren gibt’s dann sogar noch die Einparkhilfe: Ultraschallsensoren beurteilen, ob eine Parklücke überhaupt gross genug ist und leiten dann automatisch das Lenkmanöver ein. Groovy. Das Cockpit ist schlicht gestaltet; super angenehm, schnell und einfach zu bedienen ist auch das Navi des neuen Koreaners.

Unser Kia Sorento, Ausführung «Style», hat ausserdem ein Panoramaglasdach, belüftete Vordersitze und selbstverständlich Sitzheizung für die erste und zweite Sitzreihe. Komfortabel ist er nämlich schon, auch das Fahrgefühl: Geschmeidig, das ist wohl der passendste Ausdruck dafür. Wir dürfen den 2.2 CRDi, einen Diesel mit 6-Stufen-Automatik und Allradantrieb bewegen, was natürlich ausgesprochen angenehm ist, auf diesen doch sehr winterlichen Strassen des immer noch jungen Jahres. Der Vierzylinder hat eine maximale Leistung von 197 PS und ein Drehmoment von 436 Nm ab 1800 Umdrehungen. Trotz seiner Ausmasse von 4,68 m Länge, einer Breite von 188 cm und einer Höhe von 173 cm fährt er sich recht flink und leicht. Und das, obwohl dieser Automatik-Diesel fast zwei Tonnen wiegt. Sein Verbrauch liegt, auf dem Papier, zwischen 5 und 7,4 Liter. Vielleicht liegt es an den kalten Temperaturen oder zuviel  Stadtverkehr: Wir haben bei unseren Fahrten deutlich mehr getankt, nämlich satte 9,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Kia Sorento Inneraum

Kia Sorento Inneraum

Aufgemotzt mit zwei Luxury-Paketen darf man für diesen Kia Sorento «Style» 56 030 Franken hinblättern. Das ist, verglichen mit anderen SUVs, sicherlich nicht überrissen. Wer etwas bescheidener ist: Für 36 950 Franken gibt es den 2,4 GDi «Classic», den Benziner mit manuellen 6-Gang-Getriebe. So ein Kia Sorento ist mehr Hafen als Schiff, wer einsteigt, ist irgendwie angekommen, daheim. Vielleicht liegt es daran, dass er so gross ist wie ein kleines Reihenhaus? Möglicherweise liegt es aber auch an seiner Vielzahl neuer Sicherheitsfunktionen: Adaptives Scheinwerfersystem, Totwinkelassistent, Spurhalte-Helfer oder Berganfahrhilfe, die dieses Geborgenheitsgefühl auslösen? Wer auf der Suche ist nach einem robusten, leistungsfähigen und komfortablen Allrounder, der ist mit so einem Sorento sicher gut bedient.

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