Autosalon Genf 2016

Konzepte mit Zukunft

Morgan EV3

Morgan EV3

Concept-Cars sind oft ein weiter Blick in die Zukunft. Doch einige Kandidaten aus Genf werden wir vielleicht schon bald auf der Strasse sehen.

Der Internationale Auto-Slalon ist nicht nur eine Bühne für die neuesten Modelle von heute. Er ist und war immer auch ein Schaufenster in die Zukunft. Mit spektakulären Konzeptautos wollen die Hersteller natürlich die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber sie wollen auch zeigen, wie sich die Marke in Zukunft präsentieren wird. Gerade in Zeiten grosser Veränderungen gibt dies spannende Anhaltspunkte, wohin die Reise führen könnte.

Morgan, der englische Traditionshersteller, ist bekannt für den klassischen britischen Roadster. Seit je auf einen Holzrahmen gebaut, in jüngerer Vergangenheit oft mit solider Technik von BMW unter dem Retro-Gewand. 2012 belebte die Marke den Threewheeler wieder. Das dreirädrige Spassmobil bedeutete in den 1920ern die Anfänge von Morgan. Das sympathische kleine Spassgefährt mit zwei Zylindern sorgte für frischen Wind – und soll Morgan auch in Zukunft am Leben erhalten, wie das EV3 Concept in Genf zeigt. Statt von einem rauen Zweizylinder wird das Concept zeitgemäss von einem E-Motor angetrieben. Dank 62 PS geht es in rund 9 Sekunden von 0–100 km/h und 144 km/h schnell. Der Akku speichert 20 kWh. Das reicht für 241 km elektrischen Fahrspass. Das Beste an der skurrilen Studie: Sie soll tatsächlich in Serie gehen. Der Preis ist noch geheim.

Subaru zeigt in Genf das XV Concept. Eines von vielen Zeichen, dass der SUV-Boom noch lange nicht vorbei ist. Subarus kompaktes SUV, der XV, ist zwar erst vier Jahre auf dem Markt, trotzdem zeigen die Japaner in Genf, wie sein Nachfolger aussehen könnte. Das Concept ist deutlich markanter gezeichnet und wirkt klar bulliger. Subaru soll wohl künftig eine Spur emotionaler werden. Zum Antrieb nennt Subaru noch keine Details. Das Erfolgsrezept aus Allradantrieb und Boxermotor werden die Japaner aber so schnell nicht aufgeben.

VW stellt sich die Zukunft ebenfalls emotionaler und verspielter vor. Nach dem Dieselskandal hat sich die Marke auf die Fahne geschrieben, bescheidener und nachhaltiger aufzutreten. Trotzdem erlauben sich die Wolfsburger in Genf etwas Spass und zeigen das T-Cross breeze Concept. Das kleine SUV-Cabrio soll der Vorbote auf ein kompaktes SUV im Polo-Format sein. Ob dieses dereinst auch als Cabrio erscheint? Eher unwahrscheinlich. Doch die Formensprache wirkt schon sehr serienreif. Hinzu kommt das Interieur, das einen Ausblick auf die Cockpit-Gestaltung in naher Zukunft geben soll. Entsprechend wird der Fahrer voll digital über alles Nötige informiert. Vergleichsweise konventionell fällt dagegen der Antrieb der Studie aus: Der 1.0-Liter-Turbomotor mit drei Zylindern ist bereits bekannt. Nimmt VW die selbst gesteckten Ziele ernst, müsste das kompakte SUV dereinst aber auch mit Hybrid-Antrieb zu haben sein. Oder gar voll elektrisch. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Škoda blickt da schon weniger weit in die Zukunft. Das Vision S Concept sieht zwar noch futuristisch aus, verkündet aber, dass die tschechische VW-Tochter schon bald im boomenden SUV-Geschäft mitmischen wird. Für die Serie wird die Optik dann wohl ein gutes Stück braver ausfallen: Die Räder eine Nummer kleiner, die Kanten etwas weniger ausgeprägt, und auch die Kristallglas-Zierde wird wohl verschwinden. Was aber bleibt: Die technische Basis, die sich der Concept-Car wie später auch das Serienauto vom VW Tiguan leihen. Auch das Cockpit wird wohl nicht ganz so digital ausfallen. Dafür wird das 4,70 Meter lange SUV auch in der Serie die Škoda--typischen Platzverhältnisse bieten und sogar als Siebensitzer zu haben sein. Erstmals darf sich der tschechische Hersteller nicht nur die SUV-Plattform aus dem Konzern zunutze machen, sondern auch die Hybrid-Komponenten verwenden. Der 1,4-Liter-Benziner wird von zwei E-Motoren begleitet, was 225 PS Systemleistung ermöglicht. Da es sich um einen Plug-in-Hybriden handelt, wird auch rein elektrisches Fahren möglich sein; bestenfalls rund 50 Kilometer. Dieser Antrieb wird im Škoda-SUV definitiv auch in der Serie zu haben sein. Zu welchem Preis? Das steht noch nicht fest. Doch Škoda stet für gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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