Volkswagen
Kombi, Diesel und auch noch Allrad

Der Golf Alltrack ist nicht nur für Jäger und Förster, sondern der Inbegriff des «Schweizer Autos»

Peter Ruch
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Volkswagen Golf Alltrack

Volkswagen Golf Alltrack

HO

Herr und Frau Schweizer kaufen am liebsten Kombis mit Diesel-Motor, diesen besonders gern in Verbindung mit einem automatischen Getriebe – und wenn es das auch noch mit Allradantrieb gibt, dann sind sie besonders glücklich. In jüngster Zeit waren es vermehrt SUVs (die ja auch irgendwie Kombis sind), also kommt ein sogenannter Crossover mit etwas erhöhter Bodenfreiheit und einem kleinen Hauch Abenteuer der Kundschaft wohl gerade recht. Als in Serie allgetriebener Alltrack kann der Golf das alles bieten, und unser Testwagen war zudem ausgerüstet mit dem stärksten Diesel (2-Liter, 184 PS) und dem bekannten 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.

Volkswagen Golf Alltrack

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Und ja, man kann durchaus verstehen, weshalb genau diese Kombination derart begehrt ist. Zwar ist in der Schweiz der Selbstzünder-Anteil im Vergleich zum umliegenden Ausland immer noch relativ gering, doch die Souveränität des TDi mit seinen 380 Nm maximalen Drehmoments schon ab 1750/min ist in Verbindung mit dem DSG eine ganze feine Sache. Und an der Tankstelle freut man sich dann gleich nochmals: mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 6,2 Litern setzt der VW, der ja auch 220 km/h schnell rennt und in 7,8 Sekunden von 0 die 100 km/h erreicht hat, eine sehr schöne Duftmarke. Natürlich geht es noch sparsamer, aber dann wohl kaum in dieser perfekten Schweizer Konfiguration. Mit einer Länge von 4,68 Metern und vor allem der Höhe von 1,52 Metern ist der Alltrack ein stattliches Fahrzeug – es ist noch nicht lange her, da hatte ein Passat diese Masse. Auch das Gewicht von fast 1,6 Tonnen ist nicht wirklich zurückhaltend, da merkt man dann halt doch, was alles in diesem Wagen steckt. Im Fahrbetrieb merkt man das kaum, der Alltrack ist wie alle Golf eher sportlich abgestimmt, ohne deswegen unkomfortabel zu sein. Fährt man allerdings auf schlechten Wegen, und das ist mit diesem Fahrzeug ja durchaus angebracht, dann würde man sich schon eine etwas freundlichere Dämpfung wünschen. Andererseits: Wer macht das schon? Und so viele Förster und Jäger gibt es in der Schweiz ja nun auch nicht.
Im Innenraum gibt es auch beim Alltrack, wie bei allen Produkten aus dem modularen Querbaukasten von Volkswagen, gar nichts zu klagen. Vorbildliche Ergonomie, Materialien auf Oberklasse-Niveau, sehr saubere Verarbeitung – alles wie gehabt. Auch das Raumangebot ist anständig, 605 bis maximal 1620 Liter, da kann man was wegpacken, auch einmal ein Fahrrad. Er kann also nur gelobt werden, der Golf Alltrack. Der Blick in die Preisliste relativiert diese Freude dann allerdings wieder ein wenig: Schon der Basispreis von 43 750 Franken ist ziemlich hoch. Und unser Testwagen war dann noch mit einigen Gimmicks ausgestattet, so-dass fast 57 000 Franken fällig werden. Das wiederum ist dann schon viel Geld, denn vergessen wir nicht: Es geht hier um einen VW Golf. Wenn auch jenen in seiner besten Form.