Klar, die 136 PS aus einem Hubraum von 1,6 Litern sind nicht ausreichend, ein Bergrennen zu gewinnen. Aber das ist ja auch nicht das Ziel mit Autos vom Schlage eine Meriva oder Astra. Die beiden Fahrzeuge haben uns jeweils über mehr als 1000 Kilometer begleitet. Ausschliesslich in der Schweiz, einem Land also in dem 30er-Zonen schneller wachsen als der Klee auf den Feldern. Und, wir waren wirklich zufrieden. Rollt der Wagen einmal, ist das kleine Motörchen richtig elastisch, beschleunigt die Autos zwar ohne Vehemenz, aber doch mit Nachdruck. Beim Anfahren allerdings hatten wir immer Angst, das kleine Dieselchen abzuwürgen. Es ist zwar nie passiert, aber irgendwie ist das Einkuppeln bei beiden Modellen mit diesem Motor so eine Sache. Rein subjektiv hat man immer das Gefühl: Jetzt geht er dann gleich aus! Hat man diese kleine «Hürde« geschafft, schiebt der Motor ganz schön an und dank des guten Drehmoments (320 Nm) kann man damit richtig schaltfaul fahren. Allerdings, unter 1500 Umdrehungen sollte man die Nadel des Drehzahlmessers nicht fallen lassen. Im Drehzahlkeller ist nämlich niemand zu Hause. Kommen wir noch einmal zum Thema «Flüsterdiesel». Ein Diesel, der flüstert – ist kein Diesel. Also: Der Motor läuft sehr ruhig und kultiviert, aber flüstern? Nein.

Wir finden grundsätzlich, dass Opel derzeit etwas unter Wert geschlagen wird. Der Ruf ist nach wie vor etwas angeschlagen, man redet vom «Grosspapi»-Auto, da hat auch ein auf jung und dynamisch getrimmter Adam nicht viel daran geändert. Wir finden, dass dieser Ruf zu Unrecht immer noch Bestand hat. Der Meriva und vor allem der Astra sind richtig gute Autos, auch oder gerade mit dem neuen Selbstzünder. Wem es nur darum geht, möglichst stressfrei und mit so wenig Diesel wie möglich von A nach B zu kommen, dem seien die kleinen Opel-Diesel ans Herz gelegt. Denn ein Testdurchschnitt von 5,2 Litern (beim Meriva) und 5,5 Litern (beim Astra Kombi) sind in unseren Augen hervorragende Werte. Und weil Opel schon immer Fahrwerke bauen konnte, kommt auch der Kurvenspass nicht zu kurz. Aber für die vernünftigen Phasen im Leben bieten die Rüsselsheimer zwei richtig gute Autos an, die zudem noch bezahlbar sind. Den Astra Sports Tourer 1,6 CDTI gibts ab 32’600 Franken, den Meriva mit der gleichen Motorisierung sogar schon ab 29’800 Franken. Mit solch vernünftigen, bezahlbaren Fahrzeugen wird Opel sicher früher oder später über den Berg kommen. Denn nach wie vor ist finanziell bei der Konzernmarke von General Motors nicht alles rosa.