Opel

Karl – nicht gross, aber praktisch

Opel Karl

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Mit dem Karl rundet Opel das Angebot bei seinen Kompaktmodellen Corsa und Adam – auch preislich – nach unten ab.

Wenn man das Konzept des Opel Corsa etwas abspeckt, aber anders als beim Adam gerne fünf Türen hätte, was kommt bei Opel dann heraus? Genau, der Karl – benannt nach einem der Söhne des Firmengründers Adam Opel. Der neue kleine Karl ist ein durchaus gut gemachter Kleinwagen, sehr kompakt, sehr gut ausgestattet mit erstaunlich viel Platz für die Passagiere. Und wie gesagt, auch preislich ist der neue Rüsselsheimer durchaus interessant. 11 950 Franken kostet der Kleine mindestens. In der von uns geprüften Ausstattung «Enjoy» sinds dann 13 650 Franken, die man abliefern muss. Ein faires Angebot auf den ersten Blick. Und auch auf den Zweiten.

Opel Karl

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Klar bekommt man zum Beispiel einen Mitsubishi Space Star für etwas weniger Geld, aber dafür hat der Opel auch mehr zu bieten. Und der VW Up! zum Beispiel, den es nur als Dreitürer gibt, kostet mindestens 12'500 Franken. Zudem kann man den Opel so richtig gross aufrüsten, ohne viel Geld auszugeben. Sitz- und Lenkradheizung, Lederlenkrad und Parkpilot hinten kosten als Paket gerade einmal 400 Franken. Dieses hatte unser Prüfling zusammen mit 15-Zöllern, Spurassistent und einigen weiteren Gimmicks an Bord. Kostenpunkt für den Testwagen: 15 150 Franken. Immer noch fair. Als Antrieb dient ein Benziner mit einem Liter Hubraum, der ohne Turbolader auskommen muss und maximal 75 PS bietet. Der Dreizylinder sehr vibrationsarm und ist auch akustisch sehr zurückhaltend. Natürlich macht der kleine Motor (Drehmoment maximal 95 Nm) aus dem Opel keinen Rennwagen. Ist man aber mal auf der gewünschten Geschwindigkeit, macht das der Karl richtig gut. Erstaunlich guter Geradeauslauf, bequeme Federung und genügend lange Sitzflächen machen das Auto angenehm zu fahren. Auch auf der Autobahn. Wenig Windgeräusche, sehr gute Übersicht und ein Audiosystem, welches wir als – in dieser Fahrzeugklasse – gut bezeichnen.

Zum Thema Audio: Der Testwagen hatte nicht das grosse System drin, sondern einfach ein Radio. Also kein Navigationssystem, aber das ist okay. Die mobilen Geräte sind mittlerweile so günstig und gut, dass man gut auf ein integriertes System verzichten kann. Zumal Opel in dieser Fahrzeugklasse nur eine Lösung anbietet, welches übers Handy funktioniert. Nicht komplett zufrieden waren wir mit dem Innenraum. Klar, in dieser Preisliga gibts halt nur Hartplastik. Immerhin leicht abwaschbar und leider nicht ganz geruchsneutral. Immerhin, es gibt kein Knarzen oder Knarren, insgesamt macht der Karl einen ordentlichen Eindruck. Dies gilt auch für den Verbrauch – zumindest so lange man ihn artgerecht bewegt.

Im Mischbetrieb aus Stadt, Agglomeration und ein paar Fahrten über Land ergab sich ein Verbrauch von 4,9 Liter pro 100 Kilometer. Sehr akzeptabel. Auf der Autobahn waren es dann leider schon 5,8 L/100 km. Im Testschnitt waren es durchaus vertretbare 5,2 pro 100 Kilometer. Zwar etwas mehr als Opel verspricht (Werksangabe 4,5 L/100 km), aber immer noch okay. Der Motor muss allerdings auch nur sehr wenig Masse bewegen. Knapp über 900 kg wiegt der Karl. Da reichen dann die maximal 95 Nm, die der kleine Dreizylinder maximal bietet, sogar aus. Wir attestieren dem Karl, mit dessen Namen wir uns nach wie vor nicht anfreunden können, durchaus Qualitäten. Insbesondere die Fahrgäste im Fond haben erstaunlich viel Platz, wenn man bedenkt, dass der Opel nur gerade 367 cm lang ist. Allerdings bleibt so auch nicht viel Kofferraum übrig. Da muss der Karl-Besitzer mit 206 Litern auskommen. Immerhin lässt sich der Gepäckraum auf 1013 Liter erweitern.

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