Kia

Kantig kann cool sein

Kia Soul

Kia Soul

Die zweite Auflage des speziell gezeichneten Kia Soul ist gereift und trotzdem frech.

Bisher war der witzige Koreaner in der Schweiz wahrlich kein Topseller. Und die Koreaner (der Soul wird als eines der wenigen Kia-Modelle nicht in Europa produziert) haben nun noch eins draufgesetzt. Man hat den nur etwas über vier Metern langen Fünfsitzer noch etwas pfiffiger gestylt. Das dürften Menschen in einer urbanen Umgebung mögen, die eher zurückhaltende Schweizer Kundschaft dürfte aber wohl kaum zur Standing Ovation ansetzen. Dabei kann der Kia alles, was man so können muss heutzutage. Es gibt zahlreiche Assistenzsysteme, er verfügt über eines der besten Navigationssysteme, die wir in dieser Fahrzeugklasse in letzter Zeit gesehen haben, und es gibt ihn auch mit Automatik. Und – das ist sicher ein gewichtiges Argument – auch der Soul kommt mit der siebenjährigen Werksgarantie. Zudem gibt es aus reichend Platz – zwar wurden der Radstand und die Aussenlänge nur um zwei Zentimeter verlängert, trotzdem erscheint uns der neue Soul subjektiv geräumiger als sein Vorgänger.

Wie gesagt, optisch soll sich jeder selber sein Urteil bilden, aber die Bicolor-Lackierungen haben schon was an sich. Und so ist der Soul auch gerüstet, um sich gegen Konkurrenten wie einen Mini Countryman (obwohl der preislich in einer ganz anderen Liga spielt) oder einen Nissan Juke zu behaupten. Natürlich kostet die auffällige Lackierung etwas Aufpreis, mit einer Range zwischen 22’000 und 32’000 Franken ist der Kia Soul aber nach wie vor ein respektables Angebot. Zumal man zu den sieben Jahren Mobilitätsversicherung und den sieben Jahren Garantie nun auch noch ein Navigationsdatenupdate pro Jahr während der Garantiedauer drauflegt. Das Kartenmaterial ist kostenlos, das Aufspielen der Daten beim Händler muss man allerdings berappen. Und sonst?

Das Auto fährt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es bietet wegen der Sehschlitze (die Fenstergrafik soll an das Visier eines Motorradhelms erinnern ...) nur mässige Übersicht. Dafür fühlt man sich in den Sitzen (zumindest vorne) sehr wohl, alles passt, nix wackelt oder hat Luft. Und das Cockpit ist richtig gut gestaltet. Wer will, kann sich die Finger per Lenkradheizung wärmen lassen oder kommt dank optionaler Sitzbelüftung auch im Sommer «trocken» nach Hause. Ein besonderer Hingucker sind die vertikal positionierten, runden Lüftungsdüsen, die zugleich als Basis für die Hochtöner der guten Soundanlage dienen.

Mit dem Diesel (128 PS, 260 Nm) ist die Fahrt nicht gerade sportlich. Im Stadtbetrieb und der Agglomeration geht es ganz flott vorwärts, jenseits der 120 km/h wird es dann aber zäh. Klar, so ein Kia Soul ist kein Renn wagen und ein 1600er-Vierzylinder als Selbstzünder per se kein fahrspassorientiertes Aggregat. Aber ein wenig mehr Dampf hätten wir uns schon gewünscht. Wobei, wenn man erst den Benziner fährt (ebenfalls ein 1600er-Vierzlinder), dann weiss man den Diesel zu schätzen. Federung und Dämpfung sind okay, auch wenn der Wagen trotz verlängertem Radstand zuweilen etwas hölzern wirkt. Aber das ist alles im grünen Bereich, die elektrische Lenkung lässt sich zudem verstellen. Von den drei Stufen hat uns die sportliche Einstellung am besten gefallen, weil man das Auto so am besten «fühlt». Das Auto verkauft sich wohl in erster Linie über die Optik. Und man kann den Soul wirklich bis hin zu den Felgenfarben individualisieren. Und wer sich für einen Kia Soul entscheidet, bekommt zwar vielleicht keinen Sportler aber ein grundsolides (der Diesel mit Auto matik wiegt satte 1480 Kilogramm) Auto, welches den täglichen Ansprüchen mehr als genügt. Gut, der Kofferraum ist mit 240 Litern nicht gerade üppig, aber er lässt sich auf maximal 1370 Liter erweitern.

Insgesamt macht der Soul, der auf einer abgewandelten Plattform des C’eed basiert, eine gute Figur. Wir wünschen uns nur etwas: entweder mehr Leistung oder 200 Kilogramm weniger Gewicht. Aber den Preis ab 22’550 Franken für den Benziner mit manuellem Schaltgetriebe lassen wir uns gerne gefallen.

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