VW

Kälte mag auch der Elektro-Up! nicht

VW E-Up!

VW E-Up!

Bei kalten Temperaturen musste der elektrisch angetriebene VW E-up! seine Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen.

Mit dem elektrisch angetriebenen Up! will VW im Bereich Elektroautos Fuss fassen. Das dürfte kein Problem sein, der der kleine Viersitzer hat alles, was es braucht, um im Stadtverkehr zu bestehen. Fangen wir bei den positiven Seiten des nur gerade  354 cm langen Wagens an. Mit seinen 60 kW (82 PS) ist der Up! gut motorisiert (Topspeed 130 km/h). Man kann den Kleinen durchaus forsch bewegen, auch wenn die kleinen und recht schmalen Räder bei Feuchtigkeit relativ rasch die Haftung verlieren. Kein Wunder, schliesslich wirken 210 Nm auf die Vorderräder ein. Nicht nur deshalb stellt sich ein agiles Fahrgefühl ein. Denn der kleine Volkswagen ist «nur» 1200 kg schwer. Das ist für ein so kleines Auto zwar viel, im Vergleich mit der Konkurrenz aber wenig. Denn der wohl grösste Gegner des Up!, der Zoe von Renault, ist zwar etwas grösser, aber mit 1,5 Tonnen auch deutlich schwerer – und das bei vergleichbarer Reichweite. Am Franzosen muss sich der VW messen lassen. Zurück zum Up! Für diese Fahrzeuggrösse ist das Fahrwerk sehr komfortabel abgestimmt, der Volkswagen verwöhnt seine Passagiere aber auch mit guten Sitzen (zwar nahezu ohne Seitenhalt, aber angenehm gepolstert) und einem richtig guten Raumgefühl. Hinzu kommt, dass die Bedienung kinderleicht ist. Keine komplizierten Menüfunktionen, der kleine Navi- und Bordcomputermonitor wirkt zwar aufgesetzt, aber man findet sich auch hier sofort zurecht. Und, wie bei Elektroautos üblich, gibt es kein Getriebe. Eine Fahrtrichtung wählen (der Schalthebel sieht aus wie der einer konventionellen Automatik) und los gehts.

Doch, VW hat noch ein paar Extras reingepackt. So kann man die Rekuperationsstufe vorwählen. Will heissen, wie stark das Auto Energie zurückgewinnt, wenn man vom «Gas» geht. Im normalen Modus, der sich automatisch nach jedem Starten wieder einstellt, rekuperiert der Up! überhaupt nicht, sondern rollt auf seinen rollwiderstandsoptimierten Reifchen vor sich hin. Durch Antippen des Schalthebels kann man in drei Stufen den Widerstand einstellen. Wir fanden die Stufe zwei als sehr angenehm im Stadtverkehr, der Wagen verzögert relativ stark, ohne dass man die Bremse nutzen muss.

Und sonst? Ja, sonst geht bei einem Elektroauto vor allem um eines: um die Reichweite. Und die ist, zumindest im Winter, knapp. Denn VW spricht von einem Durchschnittsverbrauch von 11.7 kW/h pro 100 Kilometer (Batteriekapazität 18,7 kW/h). Was einer Reichweite von 160 Kilometern entsprechen würde. Im Winter sieht die Sache anders aus. Wir kamen im Schnitt 90 Kilometer weit, und dies, obwohl wir den VW immer an der Steckdose vorgeheizt hatten. Wir gehen davon aus, dass sich die Reichweite bei sommerlichen Temperaturen auf etwa 125 km verlängert – und das ist genügend, denn der elektrische Up! ist ein City- und Aggloauto, genau wie der Renault Zoe.

Das Laden ist eh ein interessantes Thema. Mittels einer App kann man sich direkt ins Fahrzeug einloggen, die Startzeiten fürs Laden definieren, den Ladezustand kontrollieren, die Heizung aktivieren, die Fahrdaten abrufen und vieles mehr. Der elektrische Up! kostet 32’700 Franken, unser Testwagen stand mit 33  660 Franken auf der Liste. Zum Vergleich: Der üppig ausgestattete Renault kostet genau 25’000 Franken, allerdings muss man dort noch die Batteriemiete einrechnen. Der Renault ist eindeutig hübscher, knuspriger. Aber auch der VW hat seinen Reiz, ist bei der Ergonomie ein Hit und scheint robust verarbeitet zu sein. Nur billig, billig ist die Elektromobilität nach wie vor nicht.

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