Opel Cascada
In 17 Sekunden im Himmel

Opel ist auf der Überholspur, zumindest was die Menge an neuen Modellen betrifft. Der jüngste Zugang: das Cabrio Cascada.

Claudia Nussbaumer
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Opel Cascada

Opel Cascada

HO

Die ersten Mokka rollen derzeit über die Schweizer Strassen, die ersten Adam kommen gerade zu den Schweizer Händlern. Es passiert also viel bei Opel, und in den nächsten Monaten geschieht noch mehr: Bereits im April kommt das Cabrio Cascada auf den Markt, und irgendwann im Sommer folgt dann wohl auch noch der Adam Rocks, ein erfreulich freches Mini-SUV. Beide Modelle zeigen auf, dass Opel einigermassen zuversichtlich in die Zukunft schaut: Zwar sollen die Zahlen weiterhin rot sein, doch immerhin konnte die Belegschaft erreichen, dass das Werk in Bochum noch bis 2016 in Betrieb bleibt. Das zeigt auch auf, dass Opel-Mutter General Motors die deutsche Tochter noch nicht abgeschrieben hat. Und einen neuen Boss hat Opel auch noch gekriegt, der x-te in kürzester Zeit.. Aber wenn Opel weiterhin in diesem Tempo Neuheiten - der Adam Rocks wurde ja bereits schon angekündigt, in Genf gezeigt - auf den Markt bringt, dann muss man sich etwas weniger Sorgen machen um die Traitionsmarke. Denn gerade der Mokka läuft bestens, bereits wurden über 90'000 Exemplare bestellt (vom Adam sind auch schon 30'000 Stück).
Nun also, «Cascada», der neue «Oben ohne» von Opel: Ein etwas rundlicher, aber dennoch sportiver Hintern, dafür hat es seitlich feine, schlank machende Linien. Eine schlichte, mit Chrom eingefasste Kante dort, wo das Stoffverdeck auf die Karosserie trifft. Weit auseinander liegende, langgezogene Scheinwerfer, Tagfahrlicht. Schon sehr adrett, alles, irgendwie. Und dann haben wir doch tatsächlich noch wunderbarstes Frühlingswetter. Also nichts wie runter mit dem Dach, Mitte März ist sie schon da, vehement, diese Sehnsucht nach dem Sommer. Obwohl der Cascada eigentlich auch mit dem Stoffdach ganz nett ausschaut. Vor allem der Dunkelrote mit dem gleichfarbigen Verdeck hat es uns angetan, mit den beigen Ledersitzen. Aber jetzt wollen wir den Himmel über dem Scheitel, sofort. Das heisst, 17 Sekunden müssen wir uns noch gedulden, so lange dauert es nämlich vom Hebel ziehen auf der Mittelkonsole bis zum endgültigen Pieps. Das geht sogar, wenn man fährt, Öffnen und Schliessen ist möglich bis zu einer Geschwindigkeit von max. 50 km/h. Und für die ganz Ungeduldigen: Das Aufmachen funktioniert sogar via Fernbedienung, man kann das also bereits beim Herannahen aus der Ferne erledigen.
Der 4,70 Meter lange und rund 2 Meter breite Cascada will ein Ganzjahrescabriolet sein. Dafür sorgen ein beheizbares Lenkrad, Hitze reflektierende und belüftete Ledersitze, die man im Winter auch heizen kann, eine Standheizung, Fussraumbelüftung im Fond und das Windschott für ganz Empfindliche. Das Dach ist speziell konstruiert, ausgeklügelt, es macht keine unästhetische «Ballonform» beim zügigeren fahren auf der Autobahn (bis 240 km/h sei das ausgetestet, sagt Opel), es ist aus allerneuesten, hochtechnischen Materialien gefertigt, wärmegedämmt und akustisch optimiert. Bis zu vier Personen finden bequem Platz im Auto, bei Sonne, Wind und Wetter. Raum für Gepäck gibt es auch, 380 Liter sind es bei geschlossenem Verdeck, wenn man die hinteren Sitze runterklappt sind es 750 Liter oder auch mal ein Surfbrett. Auch wenn es Opel so nicht sagt: der Cascada basiert auf dem Astra.
Schlichtes Dahingleiten ohne Hatz macht Freude, es ist erstaunlich leise, fährt ruhig aber auch kurvigere Passfahrten meistert es ganz ordentlich. Die Ingenieure haben sich auch alle Mühe gegeben: Es verfügt, Dank grosszügigem Einsatz von extrem hartem Stahl an den strategisch wichtigen Stellen über eine hohe Verwindungs- und Biegesteifigkeit. Die adaptive Fahrwerkskontrolle mit dem schönen Namen «FlexRide» bietet die Wahl zwischen drei Fahrmodi. Motorisiert ist das Mittelklasse-Cabriolet auch ganz anständig. In der Schweiz gibt es ihn ab 140 PS, das ist der 1,4-Liter-Turbobenziner, mit Sechsgang-Schaltgetriebe und Stop/Start-System. Als das Highlight bezeichnet Opel aber den neuen 1,6-Liter-SIDI-Turbo mit Benzin-Direkteinspritzung, 170 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe oder Sechsstufen-Automatik. Wer einen Diesel bevorzugt, wählt zwischen dem 2,0-Liter Turbo mit 165 PS, 6-Gang manuell oder Automatik, oder dem 2,0-Liter-BiTurbo CDTI mit 195 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe; die meisten Varianten gibt es mit Stop/Start. Der Treibstoffverbrauch des Cascada liegt, je nach Motor und auf dem Papier, zwischen 5,3 Liter (139 g/km CO2) und 6,3 Liter (149 g/km CO2) auf 100 Kilometer.
Auch sonst hat das Cabrio alles was man braucht, und vielleicht auch noch ein bisschen mehr, für ein angenehmes, zeitgemässes Fahren: Rückfahrkamera, Parkassistent, elektrische Gurtzuführer (!), Berganfahrassistent, elektrische Parkbremse und bequeme Ergonomiesitze. Der günstigste Cascada kostet 35'600 Franken, dafür bekommt man den 1,4 Turbo-Benziner mit 6-Gang manuell, die exklusivste und auch teuerste Variante ist ein Diesel, der 2,0 BiTurbo CDTI, er kostet 44'100 Franken. Der Sommer kann kommen: Ab Ende April steht das Cabrio beim Händler.

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