Citroën
Immer ein Lächeln

Der neue Citroën C4 Cactus begleitet uns ein Jahr lang. Erstes Fazit nach rund 3000 Kilometern: Ein wirklich gelungen Allround-Automobil.

Peter Ruch
Merken
Drucken
Teilen
Citroën C4 Cactus

Citroën C4 Cactus

HO

Immer wieder erhält man im Citroën C4 Cactus ein Lächeln geschenkt. Die hübsche junge Dame im Roadster lächelt am Rotlicht, der Grossvater mit seinen zwei Enkeln am Fussgängerstreifen lächelt. Die eigenen Kinder wollen nicht in den Luxus-SUV, der vor der Tür steht, der Nachbar will alles wissen, der andere Nachbar noch mehr. Wir begegnen nicht nur im, sondern auch mit dem Cactus einer neuen Freundlichkeit. Der Franzose hat weder den bösen Blick noch macht er mit beim unerträglichen Gimmicks- und Assistenten-Wettrüsten. Dieses Auto will nicht protzen, sein Fahrer kann keine Omnipotenz-Gefühle daraus ziehen, es ist nicht aggressiv, sondern schon im Styling zurückhaltend, lässt in seiner Art allen anderen den Vortritt, will (und kann) nicht mehr sein, als es ist: ein Auto nämlich. Man darf es zwar mit Stolz fahren (weil es clever ist, sparsam, günstig etc.), aber zur Selbstdarstellung taugt es nicht, weder für sich selbst noch für seinen Besitzer.

Etwas über 3000 Kilometer haben wir jetzt hinter uns im Cactus, und wir lächeln auch immer noch. Etwa an der Tankstelle: der durchschnittliche Verbrauch liegt derzeit bei 4,2 Litern – und wir sind überzeugt, dass da bald eine 3 vorn steht. Zum Sportwagen taugt der Cactus nicht, dafür sind Seitenneigung und Wankbewegungen zu gross. Doch man kann ganz schön flott unterwegs sein, das Fahrwerk ist erfreulich neutral sowie sehr komfortabel ausgelegt. Andererseits sorgt jetzt so ein 110-PS-Diesel jetzt auch nicht nur für überschäumenden Fahrspass. Und unsere Begeisterung über das manuelle 5-Gang-Getriebe hält sich in Grenzen, die Wege sind lang, der Kraftaufwand etwas hoch.

Häufigste Frage, wenn wir das Konzept des Cactus ein bisschen erklären: ist der denn nicht laut, innen? Nein, ist er nicht, und das ist wirklich ein wenig überraschend. Wir staunen über das Bedienkonzept, das komplett über den grossen Touchscreen läuft: ja, natürlich gibt es keinen Drehschalter mehr für das Einstellen der Temperatur, man muss zweimal aufs Knöpfchen drücken, aber in ein paar Jahren werden wir uns wundern, wie man so altertümliche Dinger wie Drehschalter noch so lange im Auto haben wollte. Die Wählscheibe beim Telefon ist ja auch so gut wie ausgestorben. Aber das Navi ist bestens. Es rechnet aus, ob man wirklich Kraftstoff sparen würde, wenn man die kürzere Strecke der schnelleren bevorzugt.

Auch haben wir noch nicht herausgefunden, was an den weichen Sitzen nicht gut sein könnte; sie sind bisher in Form geblieben. Hinten ist die Sitzfläche allerdings etwas kurz – und die Lehne etwas steil. Und wenn wir schon ein bisschen am Jammern sind: die Ladekante zum Kofferraum ist zu hoch, der Zugang zu schmal. In Sachen Verarbeitungsqualität können wir auch nur vermelden, dass es bisher keinerlei Mängel zu vermelden gibt. Zum Preis: den C4 Cactus gibt es ab 15 '600 Franken. Aber das ist dann das 75-PS-Motörchen, das dürfte ein bisschen knapp werden. Der 110-PS-Diesel, den wir fahren, steht ab 21’050 Franken zum Kauf, gut ausgerüstet sind es dann 25’000 Franken. Die Suche nach einem Konkurrenten mit ähnlichen Qualitäten bleibt erfolglos.