BMW
Freude am Fahren - wie einst

Der BMW M135i ist das vielleicht fröhlichste Gerät unter den Kompakten.

Peter Ruch
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BMW M 135i

BMW M 135i

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BMW hat die 1er-Reihe ja grundlegend überarbeitet, also, mehr so ein bisschen modellgepflegt. Optisch wurde vor allem an der Front geschraubt, die hatte es irgendwie auch nötig. Innen wurden ein paar neue Akzente gesetzt. Dafür bekommt der 1er eine erweiterte Basisausstattung. Die Serienausstattung umfasst jetzt eine Klimaautomatik, einen Regensensor, das Radio-BMW-Professional und das Bediensystem iDrive einschliesslich eines hochauflösenden 6,5 Zoll-Displays, das als freistehender Bordmonitor in die Armaturentafel integriert ist. Die kleinsten Benziner und Diesel haben nur noch drei Zylinder und natürlich Zwangsbeatmung. Die Motoren stammen aus den Mini-Modellen und verfügen über 109 (Benziner) oder 116 Pferdchen (Diesel). Natürlich will man damit den Verbrauch reduzieren, so soll der sparsamste Diesel nur 3,4 L Treibstoff pro 100 Kilometer verbrauen, was einem CO2-Ausstoss von 89 g/km. Den Hauptteil der Motorenpalette bestreiten aber weiterhin Vierzylindermotoren, die Leistungsspanne liegt bei den Benzinern zwischen 136 und 218 PS, bei den Selbstzündern zwischen 150 und 224 PS.

Und dann ist da eben noch der M135i mit seinen 326 PS - und auf Wunsch Allradantrieb. Wir fuhren ihn aber ganz klassisch, also nur heckgetrieben, manuelles Getriebe - und waren ziemlich hingerissen. Weil: BMW. Und da ganz einfach noch die einst so gepriesene: Freude am Fahren. Dass man in einem BMW gut sitzt, Ergonomie und Haptik vom Feinsten ist, das ist ja nun nicht wirklich etwas Neues - wir wollen es hier aber gerne wieder einmal bestätigen, das passt genau so, und ausser Audi ist niemand auch nur annähernd auf der gleichen Höhe. Gut, der Dreitürer ist jetzt nicht gerade ein Platzwunder, der Zustieg nach hinten beim Dreitürer eher beschwerlich. Auch kofferräumlich sind die 360 Liter (maximal 1200) nicht die ganz grosse Offenbarung, aber sicher ausreichend, denn so ein M135i ist ja jetzt nicht der Grossfamilientransporter vom Charakter her. Eigentlich ist man eh am besten ganz solo unterwegs- und nimmt dann den Umweg über den Berg nimmt.

BMW M 135i

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Denn das kann er, der TwinPower-Reihensechser mit seinen 326 PS und den mächtigen 450 Nm maximalen Drehmoments, die zwischen 1300 und 4500/min verfügbar sind. Wir plaudern hier von einem einigermassen kompakten Fahrzeug, 4,32 Meter, 1430 Kilo, da geht dann mächtig was ab unter der Haube und dann an der Hinterhand. Sport+ ist dann schon eher was für den geübten Lenker, da muss man dann flott sein am Lenkrad. Schön ist aber, dass BMW sowas überhaupt noch zulässt, noch (oder weiterhin) ein Gerät anbietet, das den Fahrer fordert. Ja, so ein S3 von Audi oder der baugleiche Golf R und auch so ein CLA45 AMG (mit 360 PS...) sind wahrscheinlich einfacher zu beherrschen (weil Allrad), aber am Ende des Tages macht der M135i sicher mehr Spass. Erfreut waren wir auch vom Komfort des Bayern, er gibt uns nicht die volle Härte, sondern ist noch absolut erträglich, auch auf längeren Strecken. Hohe Lenk-Präzision, das können sie bei BMW, halt keine Einflüsse von irgendwelchen Antrieben. Und ausgezeichnete Bremsen, bestens dosierbar, ausdauernd.

Reden wir noch von Geld: die richtig gute Variante, also manuell geschaltet und nur mit Heckantrieb, ist für 48'300 Franken zu haben. Gut, da ist er nackt, da kommt dann sicher noch einiges dazu, damit man einen schönen Wagen hat, doch so ein Golf R kostet halt auch mindestens 52'000 Franken. Will man beim BMW auch Allrad und DKG, dann kostet das nicht viel mehr als bei Volkswagen. Man könnte den M135i also auch so ein bisschen als ein Sonderangebot bezeichen im BMW-Programm - aus dem er mit seinen puristischen Freude-am-Fahren-Qualitäten sowieso heraussticht.