Nein, wirklich taufrisch ist er nicht mehr, der offene Nissan 370Z. Die Basis für dieses Auto wurde 2009 gelegt. Und weil die Automobilindustrie immer Schnellebiger wird, ist der Nissan zwar nicht alt, aber halt doch schon etwas in die Jahre gekommen. Doch, muss das schlecht sein? Schliesslich werkelt im Bug immer noch ein feiner, längs eingebauter 3,7-L grosser V6-Saugmotor. Nach wie vor werden die Hinterräder angetrieben, immer noch wiegt das Cabrio nur knapp über 1500 kg. Es ist also alles da, um mit dem japanischen Roadster viel Freude zu haben. Das Auto geht mit seinen 328 PS richtig gut, in 5,5 Sekunden ist man auf Tempo 100 und die Strassenlage ist mehr als okay. Aber, der Nissan hat mächtig Konkurrenz bekommen. Konkurrenz von Autos, die über elektronisch geregelte Fahrwerke verfügen, Soundgeneratoren an Bord haben oder mittels Elektronik-Firlefanz  ganz unterschiedliche Leistungscharakteristika vorgaukeln. Das ist dem Nissan alles fremd. Der V6 klingt im Vergleich zu den Hightech-Soundcomposer-Mobilen zwar relativ zahm, geht dafür aber richtig gut. Das Fahrwerk ist relativ hart. Dafür weiss man jederzeit, woran man ist. Man sitzt tief, die Ergonomie passt und die Kapuze öffnet und schliesst sich automatisch. Was will man mehr?

Naja, ein Update beim Cockpit wär schon eine feine Sache. Die Tank- und Wassertemperaturanzeige mit Leuchtdioden wirkt nicht nur billig sondern ist bei Sonnenschein und offenem Dach auch schlecht abzulesen. Und die Automatik (natürlich gibts den Z auch mit Handschaltung, dort gibt er beim Runterschalten sogar automatisch die richtige Portion Zwischengas) wechselt die Gänge in etwa  so schnell wie wir das beim anderen Cabrio im Fuhrpark geschafft haben - einem Käfer Cabrio 1303 mit Jahrgang 1977... Natürlich hat der 370Z auch keine Klappensteuerung im Abgassystem. Nicht, dass wir es vermisst hätten. Wir möchten nur ausdrücklich darauf aufmerksam machen. Mit dem 370Z kann man vor der Tanke akustisch keinen grossen Staat machen. Optisch hingegen zieht der Nissan die Blicke nach wie vor auf sich. Ach ja, ganz unbescheiden ist der Z dann doch nicht. Zumindest an der beschriebenen Tanke. Im Schnitt flossen zwar nur 8,7 Liter pro 100 Kilometer durch die sechs Einspritzdüsen. Aber, wer den Japaner ordentlich tritt wird andere Verbräuche einrechnen müssen. Wir haben es jedenfalls einigermassen locker geschafft, dass eine 12 vor dem Komma stand...

Doch für wen eignet sich das Z-Cabrio (kommt bald auch in einer Nismo-Variante) eigentlich. Sicher nicht für den absoluten Technik-Freak, der immer das neuste im Fuhrpark haben will. Viel eher für all jene, die bewusst einen Roadster fahren wollen. Einen echten Roadster, der auch mal die Haare durcheinanderbringt. Alle, die eine ehrliche Haut in der Garage haben möchten ohne auf Fahrspass zu verzichten. Und natürlich für jene, die gerne auch mal quer fahren möchten. Denn das geht mit dem Z ganz prima, nach wie vor. Und:, nicht unwichtig. Bis auf ein paar Ölundichtigkeiten im Alter ist das Triebwerk erprobt und sehr, sehr standfest. Das bedeutet, dass durch die relativ einfache, problemlose Technik die Servicekosten einigermassen überschaubar bleiben. Das gleiche gilt für die Rechnung beim Reifenhändler. Die Schlappen sind zwar breit, aber irgendwie halt doch noch bezahlbar.

Klar, vom Image her kommt der Nissan nicht an einen Z4 von BMW heran. Aber, er kostet dafür auch deutlich weniger. Wer einen Z4 mit ähnlicher Leistung (340 PS) und Basisausstattung bestellen will, muss mindestens 76'000 Franken auf den Tisch legen. Wir haben den Z durch den Nissan-Konfigurator gejagt und kamen auf einem Maximalpreis von 63'530 Franken. In der Basisversion kostet der Japaner 51'500 Franken. Damit ist der Z ein wirklich ein günstiges Angebot. der neue Jaguar F-Type (V6, 340 PS)  zum Beispiel kostet mindestens 92'500 Franken und sogar ein Mazda MX-5 mit 160 PS und Topausstattung kostet mit knapp 40'000 Franken nicht wirklich viel weniger.