Hyundai Ioniq

Strom für alle Fälle

Hyundai Ioniq Electric und Hybrid.

Hyundai Ioniq Electric und Hybrid.

Der Hyundai Ioniq setzt komplett auf alternative Antriebe: Hybrid, Plug-in oder elektrisch?

Ob man in Zukunft beim Neuwagen auch noch die Wahl zwischen Benziner und Diesel haben wird? Bei Hyundai sieht man diese Auswahl wohl etwas anders, denn mit dem Ioniq wollen die Koreaner ihre Zukunft starten. Der bietet zwar drei verschiedene Antriebsvarianten, doch einen klassischen Verbrenner sucht man vergeblich: Hybrid, Plug-in oder voll elektrisch?
Der Ioniq ist auf einer komplett neuen Plattform aufgebaut, die einzig auf die alternativen Antriebsformen ausgelegt ist.

In der Hybrid-Variante steckt unter der Haube ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 105 PS und 147 Nm Drehmoment. Er wird von einem E-Motor mit 43,5 PS und 170 Nm unterstützt.
Die 1,56-kWh-Batterie sitzt unter der Rückbank. Sie ermöglicht es dem Koreaner, kurze Strecken rein elektrisch zurückzulegen – und das mit bis zu 120 km/h, was allerdings einen sehr sanften Gasfuss beim Beschleunigen erfordert.
Wer den an den Tag legt, soll den Hybriden mit nur 3,4 l/100 km bewegen können, was sich bei den ersten kurzen Testfahrten rund um Amsterdam nur schwer beurteilen liess. Fest steht aber, dass sich der Ioniq sehr geschmeidig fährt. Im Innenraum bleibt es auch auf der Autobahn angenehm ruhig, was auch dem tiefen Luftwiderstand von lediglich Cw 0,24 zuzuschreiben sein dürfte.

Fein schalten
Im Gegensatz zum Toyota Prius setzt Hyundai nicht auf ein stufenloses CVTGetriebe, sondern auf ein 6-stufiges Doppelkupplungsgetriebe. Das lässt den Hybriden beim Beschleunigen etwas souveräner und spritziger wirken, zumal die Schaltvorgänge zügig und passend erfolgen. Ganz ohne Schalten kommt natürlich der Ioniq mit voll elektrischem Antrieb aus. Die Lithium-Ionen-Polymer-Batterie fasst hier 28 kWh. Das reicht laut Werksangabe für 280 Kilometer rein elektrische Fahrt. Im Alltag schrumpft diese Reichweite erfahrungsgemäss
etwas. Doch, wie sich bei der ersten Testfahrt feststellen liess, funktioniert die Reichweiten Anzeige sehr zuverlässig. Sie verunsichert den Fahrer nicht mit grossen Sprüngen und rechnet realistisch. Mit rund 230 Kilometern dürfte man im Strassenalltag also rechnen dürfen.
Mit einem entsprechenden Schnellader soll der Ioniq in nur 24 Minuten wieder auf 80% Batterieladung kommen. Über die nächste Ladesäule informiert das Navi, dass im E-Modell serienmässig an Bord ist. Es ist angenehm hoch im Cockpit verbaut und lässt sich simpel bedienen. Mit 119 PS und 295 Nm Drehmoment schwimmt der Stromer souverän im Verkehr mit und erfreut, konzeptbedingt, mit seiner sehr direkten Leistungsabgabe.
Das Raumangebot ist vorne wie hinten tadellos. Nur die Sicht nach hinten ist für den Fahrer aufgrund der zweigeteilten Heckscheibe etwas eingeschränkt. Eine Rückfahrkamera ist aber
natürlich mit an Bord. Unter der grossen Heckklappe finden aber dafür 443 bis 1505 Liter Gepäck Platz.
Die Preise für den Ioniq stehen noch nicht fest, dürften aber mit Blick auf die Konkurrenz bei 30 000 bis 35 000 Franken liegen, wenn der Ioniq ab Oktober zum Händler rollt. Mitte 2017 folgt schliesslich die dritte Antriebsvariante für den Koreaner. Als Plug-in-Hybrid soll er bis zu 50 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können. Dafür wurde die Batterie auf 8,9 kWh Kapazität vergrössert. Zudem bekommt der Plug-in einen etwas stärkeren E-Motor als der konventionelle Hybrid. Der 1,6-Liter-Benziner kommt unverändert zum Einsatz. Allen drei Varianten gemein ist die Garantie über 8 Jahre oder 200 000 Kilometer auf die Batterie. Auch hier denkt man schon weit in die Zukunft.

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