«Cupra» steht für «Cup Racing». Die Abkürzung entstand auf der Rennstrecke mit dem Seat-Markenpokal – und wurde schnell auch zum einprägsamen Begriff für sportliche Strassenmodelle der spanischen VW-Tochtermarke.
Die Cupra-Modelle entwickelten sich zu einer Erfolgsgeschichte für die
Marke; sie sorgten für sportliches Image und gute Verkaufszahlen. In der Schweiz wird inzwischen jeder vierte Seat Leon als Cupra bestellt. Doch: Als Autohersteller kann man es sich heutzutage nicht mehr leisten, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.
Daher geht Seat nun den nächsten Schritt und macht Cupra zur eigenständigen Marke, um dem einprägsamen Kürzel noch mehr Glanz zu verleihen. In den nächsten Monaten werden weltweit 277 Stützpunkte, sogenannte Cupra-Corners bei bestehenden Seat-Händlern, für die neu gegründete Marke eröffnet – davon 12 in der Schweiz. Zudem baut die Marke einen eigenen Hauptsitz in der Nähe des Seat-Werks in Matorell, wo rund 120 Arbeitsplätze entstehen. «Alles ist bereit. Wir warten nur noch auf die Kunden und die Autos», sagt Cupra-Sprecher Arnaud Hacault.

Auftakt auf allen vieren
Nun zeigt die spanische Sport-Marke ihr erstes Modell. Natürlich handelt es sich, wie es künftig bei Cupra üblich sein soll, nicht um ein komplett eigenständiges Fahrzeug, sondern um eine Variante eines bestehenden Seat-odells. Was die Cupra-Fans erstaunen dürfte: Es handelt sich um einen SUV.
Nicht etwa der Grundstein des Erfolgs, der Leon, wurde auserkoren, um als erstes Auto das Cupra-Logo am Kühler zu tragen, sondern der Ateca. Das liegt einerseits daran, dass der SUV am besten in den Entwicklungszeitplan passte. Andererseits aber vor allem daran, dass man SUVs derzeit prächtig verkauft; vor allem, wenn sie sportlich und stark daherkommen. Bis 2021 soll die Modellpalette von Cupra auf sieben Modelle wachsen, wovon ein Modell ein eigenständiges Fahrzeug sein soll, welches nicht auf einem bestehenden Seat basiert.
Doch fürs Erste soll der Cupra Ateca die sportlichen Grundwerte der Marke definieren, was er bei ersten Testfahrten in Barcelona unter Beweis stellen will. Als Erstes fallen die vier Auspuff- endrohre am Heck auf. Hinzu kommen vergrösserte Lufteinlässe an Front und Heck, 19-Zoll-Alufelgen und natürlich das neue, kupferfarbene Cupra-Logo vorne und hinten.
Im Vergleich zum Seat Ateca liegt das Sportmodell zehn Millimeter tiefer und bekommt eine stärkere Bremsanlage – auf Wunsch sogar eine nochmals verstärkte Bremse von Brembo mit gelochten Scheiben. Innen fällt der Feinschliff etwas dezenter aus: neue Ziernähte am Lenkrad und auf Wunsch hübsche Sportsitze mit gutem Seitenhalt.
Insgesamt wirkt der erste Cupra sehr harmonisch und erfreulich zurückhaltend. Stilsichere Sportlichkeit statt übertriebener Effekthascherei. Eine Philosophie, die sich auch auf der Strasse widerspiegelt.

Stimmiges Set-up
Über einen Drehschalter lassen sich beim sportlichen SUV diverse Fahrprogramme einstellen. Von komfortabel und ausgeglichen bis sportlich und bestimmt. In der Komfort-Stellung überzeugt der Ateca, weil er keine nennenswerten Einbussen im Vergleich zum Serienmodell aufweist.
Das Fahrwerk mit adaptiver Dämpfung bewahrt sich genügend Sanftheit und kommt auch mit schlechtem Strassenbelag gut zurecht, das serienmässige DSG-Automatikgetriebe schaltet früh und unauffällig und die Fahrgeräusche bleiben angenehm tief.
Wer mehr Sport will, findet am Drehschalter die Einstellungen «Sport» und «Cupra». Die Abstufungen der Fahrmodi sind sanft – und dürften für noch mehr Emotionen ruhig noch etwas dramatischer ausfallen. Kurvige Strecken meistert der Cupra Ateca durchweg flott, aber auch verlässlich und sicher. Insgesamt wirkt diese Abstimmung sehr fein gewählt.
Der SUV lässt viel Fahrspass aufkommen, um den Ansprüchen der neuen Marke gerecht zu werden, ist aber nicht zu extrem, sodass er komplett alltagstauglich bleibt.


Ambitionierte Ziele
Auch wenn sich die eingefleischten
Cupra-Fans vielleicht einen radikaleren Auftakt für die Marke gewünscht hätten: Der Cupra Ateca ist ein gelungenes Auto, das geschickt im Markt platziert wurde. Die Kombination aus sportlichem Fahrspass mit 300 PS, wintertauglichem Allradantrieb und genügend Platz für fünf Personen und Gepäck (Kofferraum: 485–1579 Liter) dürfte gerade in der Schweiz gut ankommen. Erst recht, weil der Cupra beim Preis vernünftig bleibt; der sportliche SUV ist ab 48 500 Franken erhältlich und verfügt dann schon über umfangreiche Serienausstattung, die beispielsweise LED-Licht und eine Rundumkamera beinhaltet. Selbst mit zahlreicher Sonderausstattung bleibt der erste Cupra unter 60 000 Franken.
Im laufenden Jahr sollen in der Schweiz noch rund 350 Stück verkauft und ausgeliefert werden. Für 2019 rechnet der Schweizer Importeur Amag mit rund 1000 Stück.